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Staatstrojaner: BKA kauft umstrittene Überwachungssoftware FinSpy

Staatstrojaner (Symbolbild): Eine Lizenz für zwölf Monate und zehn Computer Zur Großansicht
picture alliance / dpa

Staatstrojaner (Symbolbild): Eine Lizenz für zwölf Monate und zehn Computer

Das Bundeskriminalamt bekommt eine neue Software zur Überwachung von Computern. Nach dem Debakel mit dem Staatstrojaner der Firma DigiTask soll nun ein Spitzelprogramm von Elaman Verdächtige ausspähen.

Hamburg - Die Bundesregierung hat der "Zeit" zufolge die umstrittene Spionagesoftware FinSpy erworben. Wie die Zeitung am Donnerstag berichtete, bestätigte das Innenministerium den Kauf einer Nutzungslizenz für das Programm der Firma Elaman, deutsche Partnerfirma der britischen Firma Gamma. Das Programm diene der sogenannten Quellen-Telekommunikationsüberwachung, müsse vor seiner Verwendung aber noch an die Rechtslage in Deutschland angepasst werden. Die Lizenz gilt für zwölf Monate und zehn Computer. Laut dem Bericht zahlte das Ministerium dem Hersteller dafür 147.000 Euro.

Bekannt war bereits, dass das BKA die Schnüffelsoftware ausführlich testet, da die vom BKA gewünschte Entwicklung eines eigenen Behörden-Trojaners offenbar zu lange dauert. Nicht vor 2014 soll das eigene Überwachungsprogramm fertig sein, so lange wird auf die umstrittene Spähsoftware privater Entwickler zurückgegriffen. Daran könnte es auch liegen, dass FinSpy vom Bund zunächst für nur ein Jahr erworben wurde.

Gamma wurde in der Vergangenheit wiederholt kritisiert, weil FinSpy in der unveränderten Version auch an autoritäre Regierungen verkauft wurde. Die internationale Sektion von "Reporter ohne Grenzen" (RoG) führt Gamma deshalb auf ihrer "Liste der Internetfeinde". RoG verweist unter anderem auf einen Bericht der kanadischen Bürgerrechtsorganisation Citizen Lab, dem zufolge die Behörden von Bahrain heimlich FinSpy auf Computern von Oppositionellen installierten. Die infizierten Rechner seien nahezu vollständig und in Echtzeit überwacht worden.

Im Herbst 2011 sorgte schon einmal ein sogenannter Staatstrojaner für Schlagzeilen. Damals meldete der Chaos Computer Club (CCC) den Fund einer Spionagesoftware zur Online-Durchsuchung. Obwohl dieses Programm nach Gesetzeslage nur zur Überwachung von Internettelefonaten hätte eingesetzt werden dürfen, ermöglichte es laut CCC auch den Zugriff auf "das Mikrofon, die Kamera und die Tastatur des Computers".

Online-Durchsuchungen stehen nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom Februar 2008 unter Richtervorbehalt. Zudem sind sie nur zugelassen, wenn "überragend wichtige Rechtsgüter" wie Menschenleben oder der Bestand des Staates konkret gefährdet sind.

juh/afp

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insgesamt 20 Beiträge
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    Seite 1    
1. illegal
kalemmo 03.05.2013
wieso darf die Bundesregierung von unserem Steuergeld illegale Technik kaufen? Ich finde das zutiefst unmoralisch. Könnte sich ja jeder in Texas ne Bazooka holen und erzählen "Nene, ich passe die noch entsprechend an unsere Gesetzeslage an..."
2.
Flari 03.05.2013
Zitat von sysoppicture alliance / dpaDas Bundeskriminalamt bekommt eine neue Software zur Überwachung von Computern. Nach dem Debakel mit dem Staatstrojaner der Firma Digitask soll nun ein Spitzelprogramm der Firma Elaman Verdächtige ausspähen. http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/quellen-tkue-bka-kauft-umstrittene-ueberwachungssoftware-a-897859.html
Dürfen jetzt 10 Arbeitsplätze Trojaner verteilen und "abhören", oder darf der Trojaner nur bei 10 Verdächtigen gleichzeitig installiert sein?
3. Die Matrix macht sich selbständig
blue.sky 03.05.2013
" vor seiner Verwendung aber noch an die Rechtslage in Deutschland angepasst werden." Kaum zu glauben, was dem Bürger in diesem Lande angeboten wird. Jede Form der Entmündigung lässt sich neuerdings durch Gesetzesanpassung legalisieren. Das ist UTNER Niveau einer Bananenrepublik. Mir fehlen die Worte....
4.
statussymbol 03.05.2013
Zitat von kalemmowieso darf die Bundesregierung von unserem Steuergeld illegale Technik kaufen? Ich finde das zutiefst unmoralisch. Könnte sich ja jeder in Texas ne Bazooka holen und erzählen "Nene, ich passe die noch entsprechend an unsere Gesetzeslage an..."
Also "moralisch" betrachtet halte ich die Diskussion irgendwo schon für scheinheilig. Niemand käme auf die Idee einen Drogenfahnder illegaler Methoden zu bezichtigen wenn er zur Überführung eines Drogenhändler-Rings illegale Drogen An- oder Verkauft, obwohl dies laut StGB höchst verboten ist. Sobald Ermittler aber beispielsweise per Steuer-CD auf der sich "nur" Daten die dem Datenschutz unterliegen würden (was lediglich eine rechtliche Grauzone nach deutscher Gesetzeslage darstellt) kommt der große Aufschrei. Das ist heuchlerisch! Problematisch sehe ich bei den Trojanern eher die technische Seite, dass diese nämlich von anderen Personen als nur den eigenen Ermittlern als "Backdoor" genutzt werden könnten um auf fremde PCs einzudringen. Dass u.U. auch andere Nutzer eines PCs ausgespäht werden außer dem "Verdächtigten" ist natürlich auch der Fall (aber das ist auch "nur" ein Datenschutzrechtliches Problem). Abgesehen davon dürften sich Virenscanner wenig darum scheren ob es ein "Staatstrojaner" ist, meines Wissens nach schlagen Virenscanner auch dort Alarm, somit hat jeder Verdächtige mit gutem Virenscanner sowieso kein großes Problem.
5.
saiberfun 03.05.2013
und der buerger zahlt dafuer ueberwacht zu werden..
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Schad- und Spähsoftware
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Trojaner
Wie das Trojanische Pferd in der griechischen Mythologie verbergen Computer-Trojaner ihre eigentliche Aufgabe (und Schädlichkeit!) hinter einer Verkleidung. Meist treten sie als harmlose Software auf: Bildschirmschoner, Videodatei, Zugangsprogramm. Sie werden zum Beispiel als E-Mail-Anhang verbreitet. Wer das Programm startet, setzt damit immer eine verborgene Schadfunktion ein: Meist besteht diese aus der Öffnung einer sogenannten Backdoor , einer Hintertür, die das Computersystem gegenüber dem Internet öffnet und durch die weitere Schadprogramme nachgeladen werden.
Virus
Computerviren befallen vorhandene Dateien auf den Computern ihrer Opfer. Die Wirtsdateien funktionieren – zumindest eine Zeit lang - weiterhin wie zuvor. Denn Viren sollen nicht entdeckt werden. Sie verbreiten sich nicht selbständig, sondern sind darauf angewiesen, dass Computernutzer infizierte Dateien weitergeben, sie per E-Mail verschicken, auf USB-Sticks kopieren oder in Tauschbörsen einstellen. Von den anderen Schad- und Spähprogrammen unterscheidet sich ein Virus allein durch die Verbreitungsmethode. Welche Schäden er anrichtet, hängt allein vom Willen seiner Schöpfer ab.
Rootkit
Das kleine Kompositum führt die Worte "Wurzel" und "Bausatz" zusammen: "Root" ist bei Unix-Systemen der Benutzer mit den Administratorenrechten, der auch in die Tiefen des Systems eingreifen darf. Ein "Kit" ist eine Zusammenstellung von Werkzeugen. Ein Rootkit ist folglich ein Satz von Programmen, die mit vollem Zugriff auf das System eines Computers ausgestattet sind. Das ermöglicht dem Rootkit weitgehende Manipulationen, ohne dass diese beispielsweise von Virenscannern noch wahrgenommen werden können. Entweder das Rootkit enthält Software, die beispielsweise Sicherheitsscanner deaktiviert, oder es baut eine sogenannte Shell auf, die als eine Art Mini-Betriebssystem im Betriebssystem alle verdächtigen Vorgänge vor dem Rechner verbirgt. Das Gros der im Umlauf befindlichen Rootkits wird genutzt, um Trojaner , Viren und andere zusätzliche Schadsoftware über das Internet nachzuladen. Rootkits gehören zu den am schwersten aufspürbaren Kompromittierungen eines Rechners.
Wurm
Computerwürmer sind in der Praxis die getunte, tiefergelegte Variante der Viren und Trojaner. Im strengen Sinn wird mit dem Begriff nur ein Programm beschrieben, das für seine eigene Verbreitung sorgt - und der Programme, die es transportiert. Würmer enthalten als Kern ein Schadprogramm , das beispielsweise durch Initiierung eines eigenen E-Mail-Programms für die Weiterverbreitung von einem befallenen Rechner aus sorgt. Ihr Hauptverbreitungsweg sind folglich die kommunikativen Wege des Webs: E-Mails, Chats, AIMs , P2P-Börsen und andere. In der Praxis werden sie oft als Vehikel für die Verbreitung verschiedener anderer Schadprogramme genutzt.
Drive-by
Unter einem Drive-by versteht man die Beeinflussung eines Rechners oder sogar die Infizierung des PC durch den bloßen Besuch einer verseuchten Web-Seite. Die Methode liegt seit einigen Jahren sehr im Trend: Unter Ausnutzung aktueller Sicherheitslücken in Browsern und unter Einsatz von Scripten nimmt ein auf einer Web-Seite hinterlegter Schadcode Einfluss auf einen Rechner. So werden zum Beispiel Viren verbreitet, Schnüffelprogramme installiert, Browseranfragen zu Web-Seiten umgelenkt, die dafür bezahlen und anderes. Drive-bys sind besonders perfide, weil sie vom PC-Nutzer keine Aktivität (wie das Öffnen einer E-Mail) verlangen, sondern nur Unvorsichtigkeit. Opfer sind zumeist Nutzer, die ihre Software nicht durch regelmäßige Updates aktuell halten - also potenziell so gut wie jeder.
Botnetz
Botnets sind Netzwerke gekidnappter Rechner - den Bots. Mit Hilfe von Trojaner-Programmen, die sie beispielsweise durch manipulierte Web-Seiten oder fingierte E-Mails auf die Rechner einschleusen, erlangen die Botnet-Betreiber Zugriff auf die fremden PC und können sie via Web steuern. Solche Botnets zu vermieten, kann ein einträgliches Geschäft sein. Die Zombiearmeen werden unter anderem genutzt, um millionenfache Spam-Mails zu versenden, durch eine Vielzahl gleichzeitiger Anfragen Web-Seiten in die Knie zu zwingen oder in großem Stile Passwörter abzugrasen. (mehr bei SPIEGEL ONLINE)
Fakeware, Ransomware
Das Wort setzt sich aus "Fake", also "Fälschung", und "Ware", der Kurzform für Software zusammen: Es geht also um "falsche Software" . Gemeint sind Programme, die vorgeben, eine bestimmte Leistung zu erbringen, in Wahrheit aber etwas ganz anderes tun. Häufigste Form: angebliche IT-Sicherheitsprogramme oder Virenscanner. In ihrer harmlosesten Variante sind sie nutzlos, aber nervig: Sie warnen ständig vor irgendwelchen nicht existenten Viren und versuchen, den PC-Nutzer zu einem Kauf zu bewegen. Als Adware-Programme belästigen sie den Nutzer mit Werbung.

Die perfideste Form aber ist Ransomware : Sie kidnappt den Rechner regelrecht, macht ihn zur Geisel. Sie behindert oder verhindert das normale Arbeiten, lädt Viren aus dem Netz und stellt Forderungen auf eine "Reinigungsgebühr" oder Freigabegebühr, die nichts anderes ist als ein Lösegeld: Erst, wenn man zahlt, kann man mit dem Rechner wieder arbeiten. War 2006/2007 häufig, ist seitdem aber zurückgegangen.
Zero-Day-Exploits
Ein Zero-Day-Exploit nutzt eine Software-Sicherheitslücke bereits an dem Tag aus, an dem das Risiko überhaupt bemerkt wird. Normalerweise liefern sich Hersteller von Schutzsoftware und die Autoren von Schadprogrammen ein Kopf-an-Kopf-Rennen beim Stopfen, Abdichten und Ausnutzen bekanntgewordener Lücken.
Risiko Nummer eins: Nutzer
Das größte Sicherheitsrisiko in der Welt der Computer sitzt vor dem Rechner. Nicht nur mangelnde Disziplin bei nötigen Software-Updates machen den Nutzer gefährlich: Er hat auch eine große Vorliebe für kostenlose Musik aus obskuren Quellen, lustige Datei-Anhänge in E-Mails und eine große Kommunikationsfreude im ach so informellen Plauderraum des Webs. Die meisten Schäden in der IT dürften von Nutzer-Fingern auf Maustasten verursacht werden.
DDoS-Attacken
Sogenannte distribuierte Denial-of-Service-Attacken (DDoS) sind Angriffe, bei denen einzelne Server oder Netzwerke mit einer Flut von Anfragen anderer Rechner so lange überlastet werden, bis sie nicht mehr erreichbar sind. Üblicherweise werden für solche verteilten Attacken heutzutage sogenannte Botnetze verwendet, zusammengeschaltete Rechner, oft Tausende oder gar Zehntausende, die von einem Hacker oder einer Organisation ferngesteuert werden.

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