Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Raubkopien im Netz: Drei Jahre Haft für kino.to-Administrator

Ein weiterer Mitarbeiter der Film-Downloadplattform kino.to muss ins Gefängnis: Der Haupt-Administrator der Website, die Links zu Raubkopien vorhielt, wurde zu drei Jahren Haft verurteilt. Es ist das zweite kino.to-Urteil innerhalb einer Woche, weitere werden wohl folgen.

Streaming-Seite kino.to: Hartes Durchgreifen gegen die ehemaligen Betreiber Zur Großansicht
SPIEGEL ONLINE

Streaming-Seite kino.to: Hartes Durchgreifen gegen die ehemaligen Betreiber

Leipzig - Der 27-jährige Haupt-Administrator des illegalen Internet-Filmportals kino.to ist am Mittwoch vom Amtsgericht Leipzig zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Martin S. allein 23.000 Raubkopien von Filmen auf interne Server gestellt hatte. Insgesamt sollen die Betreiber von kino.to Nutzern des Portals den Zugriff auf 1,1 Millionen Filme und Fernsehserienfolgen ermöglicht haben.

Bereits am vergangenen Freitag war ein 33 Jahre alter Webdesigner vom Amtsgericht zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden, der ebenfalls bei kino.to mitgearbeitet hatte. Das Gericht sprach ihn der illegalen Verwertung urheberrechtlich geschützter Werke in mehr als 1,1 Millionen Fällen schuldig. Das Urteil ist rechtskräftig.

Im Juni hatte die Staatsanwaltschaft Dresden die mutmaßlichen Betreiber der Raubkopie-Seite kino.to festgenommen. Die Entscheidung vom Freitag begründeten die Richter mit Abschreckungswirkung: Das Strafmaß solle zeigen, dass bei derartigen Taten mit erheblichen Strafen zu rechnen ist. Allerdings berücksichtigte das Gericht auch, dass der Angeklagte schon kurz nach seiner Festnahme ein umfassendes Geständnis abgelegt hatte. Damit habe er die Strafverfolgung weiterer Beschuldigter ermöglicht. Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft Dresden wird derzeit noch gegen mehr als 20 Personen ermittelt.

"Es ging bei kino.to rein darum, Geld zu machen", sagte Richter Mathias Winderlich in seiner Urteilsbegründung. Die Betreiber des Portals hatten Millionen-Umsätze mit Online-Werbung erzielt. Die Drahtzieher des illegalen Netzwerkes saßen in Leipzig. Auf Konten fanden die Ermittler rund 2,5 Millionen Euro. Das Geld wurde beschlagnahmt. Als Hauptbeschuldigter gilt ein 38-Jähriger. Insgesamt gab es 13 Festnahmen.

cis/dapd

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 8 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Nur mal ein vergleich
Nonvaio01 07.12.2011
Ein Vergewaltiger wurde zu 3 jahren verurteilt. Einer der Steuern hinterzogen hatte zu 5 Jahren. Videos downloaden 3 Jahre. Das zeigt doch mal ganz klar wo die prioritaeten gesetzt sind. Jemanden zu vergewaltigen und halbtot zu schlagen ist das gleiche wie die Video industrie die eh schon MRD Umsaetze hat zu betruegen. Beschaemend das ein menschenleben weniger wert ist als ein paar videos.
2. Nachsitzen
Guy Montag 07.12.2011
Zitat von Nonvaio01Ein Vergewaltiger wurde zu 3 jahren verurteilt. Einer der Steuern hinterzogen hatte zu 5 Jahren. Videos downloaden 3 Jahre. Das zeigt doch mal ganz klar wo die prioritaeten gesetzt sind. Jemanden zu vergewaltigen und halbtot zu schlagen ist das gleiche wie die Video industrie die eh schon MRD Umsaetze hat zu betruegen. Beschaemend das ein menschenleben weniger wert ist als ein paar videos.
Über diesen Satz denken Sie nochmal nach, und wenn Ihnen klar ist, was daran grottenfalsch ist, dann melden Sie sich wieder...
3. Kopfschüttel...
nixkapital 07.12.2011
Zitat von Nonvaio01Ein Vergewaltiger wurde zu 3 jahren verurteilt. Einer der Steuern hinterzogen hatte zu 5 Jahren. Videos downloaden 3 Jahre. Das zeigt doch mal ganz klar wo die prioritaeten gesetzt sind. Jemanden zu vergewaltigen und halbtot zu schlagen ist das gleiche wie die Video industrie die eh schon MRD Umsaetze hat zu betruegen. Beschaemend das ein menschenleben weniger wert ist als ein paar videos.
Noch schlimmer. In Hamburg ist ein Totschläger mit 2 Jahren auf Bewährung davon gekommen. Da werden Rechte höher gehandelt als ein Menschenleben. Oder anders ausgedrückt: Strafmaß nach Marktwert...
4. .....
Pupsie 07.12.2011
Zitat von Nonvaio01Ein Vergewaltiger wurde zu 3 jahren verurteilt. Einer der Steuern hinterzogen hatte zu 5 Jahren. Videos downloaden 3 Jahre. Das zeigt doch mal ganz klar wo die prioritaeten gesetzt sind. Jemanden zu vergewaltigen und halbtot zu schlagen ist das gleiche wie die Video industrie die eh schon MRD Umsaetze hat zu betruegen. Beschaemend das ein menschenleben weniger wert ist als ein paar videos.
Wieso beschämend? Immerhin betrügen sie damit diejenigen, die unserem Gesetzesgebern Milliarden an Euro für Steuern einbringen. Niemand von uns darf ernsthaft glauben, dass Menschenleben mehr wert sind, als harte Euros für unsere Obermufties. Gleicheit, Gerechtigkeit und Fairness gibt es in diesem Land doch eh nur auf dem Papier. Haste was, biste was....
5. ...
kumiori 07.12.2011
Klar, dass die Verantwortlichen Kino.to aus monetären Gründen betrieben haben ... kostenlos betreibt so einen (Zeit)aufwand niemand. Und auch klar, dass die Betreiber jetzt verurteilt werden und dies "zur Abschreckung" auch mit recht hohen Strafen. Aber ... Ich frage mich bei diesem Thema nur folgendes: Wenn ein illegaler Anbieter, in einem Umfeld voll Viren und Abofallen, mit Filmen in schlechter Videoqualität, Millionengewinne machen kann ... warum nutzen die Rechtebesitzer dieses Geschäftsmodell nicht selbst? Die Gemeinde ist doch längst weitergezogen und streamt heute eben von einer anderen Plattform. Der Bedarf an gut ausgestatteten Streaming-Plattformen ist da. Das komplette kino.to Angebot, in einem "sauberen" Umfeld, in HD zu einer bezahlbaren Monatsflat ... ich bin mir sicher, da sind nicht nur Millionengewinne möglich.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Filehoster: Blick hinter die Kulissen einer undurchsichtigen Branche

Sogenannte Filehoster, 1-Click-Hoster oder Cyberlocker stellen die Infrastruktur für die große, weltweite Dateiverteilung. Für die einen sind sie komfortable Dienste, für die anderen Piraterie-Dienstleister. SPIEGEL ONLINE blickt in einer Serie hinter die Kulissen einer undurchsichtigen Branche.

Teil 1: Helfer oder Hehler? Was sich hinter dem Begriff Filehoster verbirgt (14.9.2010)

Teil 2: Selbstbild einer umstrittenen Branche: "Wir sind auch Opfer" (15.9.2010)

Teil 3: Ausweitung der Grauzone: Die rechtliche Situation (16.9.2010)


Nutzung von Filehostern: Mache ich mich strafbar?

Privatnutzer, die urheberrechtlich geschützte Werke, an denen sie selbst keine Rechte besitzen, über einen Filehoster Dritten zugänglich machen, verstoßen gegen das Urheberschutzgesetz ("Gesetz über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte"). Das Gesetz unterscheidet hier nicht zwischen verschiedenen digitalen Vertriebswegen: Ob per P2P-Börse, Filehoster oder 1-zu-1-Verbindung per Messenger, die unautorisierte Verteilung der geschützten Güter Dritter ist verboten.

Die bloße Hinterlegung einer Privatkopie, die ohne Umgehung eines funktionierenden Kopierschutzes geschaffen wurde, ist zur rein privaten Eigennutzung hingegen wohl unproblematisch - man darf sie allerdings nicht zugänglich machen.

Für die meisten Internetnutzer wichtiger ist die Frage, ob auch der reine Download verboten ist. Prinzipiell ist die Nutzung von Filehostern durchaus nicht illegal. Allerdings erklärt das novellierte deutsche Urheberrecht klar, dass auch der Download - ergo: das Anlegen einer Kopie - eines Werkes aus dem Internet nicht legal ist, wenn diese Datei für den Downloader "offensichtlich rechtswidrig" zur Verfügung gestellt wurde.

Das aber dürfte bei den meisten Filmen und Musikstücken, die über Filehoster zu finden sind, der Fall sein. Die Formulierung läßt Raum für Interpretationen, ist aber letztlich eindeutig: Wenn man bei einem Filehoster die Kopie eines aktuellen kommerziellen musikalischen oder filmischen Werkes findet, ist nicht davon auszugehen, dass der Hinterleger über die Rechte zur Verbreitung verfügte. Kurzum: Wer weiß, dass die Verbreitung eines Werkes illegal geschah, verstößt gegen das Gesetz, wenn er diese nutzt.

pat

Anzeige
  • Christian Stöcker:
    Spielmacher

    Gespräche mit Pionieren der Gamesbranche.

    Mit Dan Houser ("Grand Theft Auto"), Ken Levine ("Bioshock"), Sid Meier ("Civilization"), Hideo Kojima ("Metal Gear Solid") u.v.a.

    SPIEGEL E-Book; 2,69 Euro.

  • Bei Amazon kaufen.
SPIEGEL.TV
Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: