Reaktion auf Mandiant-Studie: China streitet Hacking-Vorwurf ab

Sprecher des Außenministeriums Hong Lei (Archivbild): China sieht sich selbst als Opfer Zur Großansicht
AFP

Sprecher des Außenministeriums Hong Lei (Archivbild): China sieht sich selbst als Opfer

Eine chinesische Militäreinheit soll hinter Hacker-Angriffen auf US-Einrichtungen stehen - das besagt eine Studie der Sicherheitsfirma Mandiant. Die Regierung in Peking weist die Anschuldigung zurück: Die Volksrepublik selbst sei das Ziel von Cyber-Spionage.

Peking - China wehrt sich gegen Vorwürfe, eine Militäreinheit in Shanghai habe etwas mit Hacker-Angriffen gegen amerikanische Einrichtungen zu tun. Die Anschuldigungen seien haltlos, sagte der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Hong Lei, am Dienstag.

Er reagierte damit auf einen Bericht der Sicherheitsfirma Mandiant. Darin heißt es, die für Cyber-Attacken gegen US-Zeitungen, Regierungsbehörden und Firmen verantwortlichen Gruppen seien vornehmlich in China angesiedelt. Das hätten Hunderte von Untersuchungen der vergangenen drei Jahre gezeigt. Es sei zudem klar, dass die Regierung in Peking darüber Bescheid wisse.

Vor allem eine bestimmte Gruppe soll demnach massenweise Informationen gestohlen haben. Das Interesse des Kollektivs gelte unter anderem dem Energienetz der USA. Die Angreifer seien zu einer derart ausgedehnten Cyber-Spionage in der Lage, weil sie direkt von der Regierung unterstützt würden, hieß es in dem Papier. Es gebe Hinweise, dass es sich bei der Gruppe um eine Filiale der Volksbefreiungsarmee namens Unit 61398 handele. Ihre Cyber-Attacken ließen sich bis zu einem Gebäude am Stadtrand von Shanghai zurückverfolgen.

China ist in der Vergangenheit häufiger beschuldigt worden, für Cyber-Attacken verantwortlich zu sein - und wehrte sich dagegen stets auf dieselbe Weise: Die Volksrepublik sei selbst das Ziel von Cyber-Spionage, die in den vergangenen Jahren zugenommen habe. Die meisten Cyber-Angriffe gegen China würden von den USA aus begangen. Auch auf die aktuellen Anschuldigungen antwortete das Außenministerium prompt.

Das Weiße Haus ließ bisher nur verlauten, man nehme den Mandiant-Bericht zur Kenntnis. Eine Verbindung zwischen den Cyber-Kriminellen und dem chinesischen Militär will man in Washington jedoch derzeit - zumindest öffentlich - nicht ziehen.

juh/AP/Reuters

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 14 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1.
Methados 19.02.2013
Zitat von sysopEine chinesische Militäreinheit soll hinter Hacker-Angriffen auf US-Einrichtungen stehen - das besagt eine Studie der Sicherheitsfirma Mandiant. Die Regierung in Peking weist die Anschuldigung zurück: Die Volksrepublik selbst sei das Ziel von Cyberspionage. Reaktion auf Mandiant-Studie: China streitet Hackerangriffe ab - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/reaktion-auf-mandiant-studie-china-streitet-hackerangriffe-ab-a-884247.html)
jedes mal dasselbe: china wird erwischt - klagt dann selbst über spionage - und das thema verschwindet wieder. warum ? weil china recht hat. warum also noch drüber informieren ?
2. Keiner hat die Absicht ...
Oberschlawutzi 19.02.2013
... einen Rechner zu knacken (haha)
3. Den Kommunisten kann man nie glauben,
mc.clinton 19.02.2013
denn sie haben in der Vergangenheit immer alles verschwiegen und vertuscht und in Zukunft werden sie es immer wieder versuchen! Mao läßt grüßen.
4. Chinas Blitzkrieg
eauminerale 19.02.2013
"Ja, es tut uns sehr leid, wir werden nie wieder einen Hacking Angriff machen. Cyberwar? Gibt es bei uns nicht." Welche Aussage wird denn ernsthaft von China erwartet? Ich wiederhole mich gerne: Wie im wilden Westen, muss jeder auf sich selbst aufpassen (besonders die Firmen) - nur die Waffen haben sich verändert. Es gibt darüber so ein neues Buch. Einfach "chinas blitzkrieg" in Google eintippen.
5. Wenn die USA sagen ...
meinungs_macher 19.02.2013
dann wirds schon stimmen. Weiß gar nicht, warum die Kommies sich nun so aufregen. #sarkasmus
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Netzwelt
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Netzpolitik
RSS
alles zum Thema Cyberwar
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 14 Kommentare

Anzeige
  • Christian Stöcker:
    Spielmacher

    Gespräche mit Pionieren der Gamesbranche.

    Mit Dan Houser ("Grand Theft Auto"), Ken Levine ("Bioshock"), Sid Meier ("Civilization"), Hideo Kojima ("Metal Gear Solid") u.v.A.

    SPIEGEL E-Book; 2,69 Euro.

  • Einfach und bequem: Direkt bei Amazon kaufen.