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Reisende aus der EU: USA wollen Fluggastdaten 15 Jahre speichern

Die Europäische Union will die USA die Daten von Flugpassagieren 15 Jahre lang speichern lassen. Das geht aus einem Entwurf der EU-Ratspräsidentschaft hervor, den eine Bürgerrechtsorganisation nun veröffentlicht hat.

Flugpassagierkontrolle in Los Angeles: Name, Anschrift, Bankverbindung Zur Großansicht
AFP

Flugpassagierkontrolle in Los Angeles: Name, Anschrift, Bankverbindung

Hamburg - Name, Adressen, Bankverbindungen: Praktisch alles, was Fluggesellschaften über ihre Passagiere abspeichern, wollen die USA haben, noch bevor das Flugzeug überhaupt startet. Es könnte ja ein Terrorist in das gelobte Land einreisen wollen.

Die elektronisch übermittelten Daten von Reisenden aus der Europäischen Union will das Department of Homeland Security deswegen künftig 15 Jahre lang aufbewahren. So steht es in einem Vertragsentwurf zwischen der EU und den USA, den die Organisation Statewatch auf ihrer Website veröffentlicht hat. Das Papier stammt vom 20. Mai dieses Jahres, offenbar von der amtierenden EU-Ratspräsidentschaft. Adressiert ist es an alle Delegationen.

Damit würde die Speicherdauer des sogenannten Passenger Name Record (PNR), den die Fluggesellschaften ursprünglich zum Austausch von Reservierungen eingeführt haben, verdreifacht. Die USA möchten von den Fluggesellschaften möglichst 96 Stunden im voraus wissen, wer ein Ticket gebucht hat. Elektronisch sollen die Daten an das Department of Homeland Security übertragen werden, im "Push"-Verfahren.

Wie der "Guardian" berichtet, hat der US-Senat in der vergangenen Woche eine Resolution verabschiedet, in der mögliche Einwände aus der EU vorsorglich schon jetzt abgeschmettert werden. Einer Verwässerung der Fluggastdaten-Weitergabe dürfe nicht zugestimmt werden, zum Wohle der nationalen Sicherheit. Frankreich und Deutschland sollen demnach bereits Bedenken gegen die neue Regelung angemeldet haben.

ore

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1. Nun ja,
mactor, 26.05.2011
Wenn die Reisenden das vorab Wissen und trotzdem dorthin reisen haben Sie das ja damit akzeptiert. Ansonsten würden Sie ja woanders hin fliegen. Sollen die USA das doch machen so lange die Touristen das Spiel schon mitmachen, Fingerabdrücke abgeben und sogar noch "Eintritt" zahlen.
2. ...
...ergo sum, 26.05.2011
Daten = Wissen = Macht Da kann man eben nicht genug Daten haben. Wissen wir alle doch bereits seit Langem. Ich jedenfalls habe die USA seit 6 Jahren nicht mehr betreten und habe es auch nicht vor. Hilft mir bloß nicht viel, weil sowohl D als auch die EU den USA alle Daten frei Haus liefern welche immer die möchten. Ich versuche im kleinen Rahmen diesen "Wissensdurst" einzudämmen soweit es mir möglich ist. Es sind die Dumpfbacken in der Politik die ihre eigenen Bürger samt Daten verkaufen an Jeden der sie haben möchte. Da sind die USA zwar ein besonders gieriges Exemplar, aber bei weitem nicht das Einzige.
3. .
frubi 26.05.2011
Zitat von mactorWenn die Reisenden das vorab Wissen und trotzdem dorthin reisen haben Sie das ja damit akzeptiert. Ansonsten würden Sie ja woanders hin fliegen. Sollen die USA das doch machen so lange die Touristen das Spiel schon mitmachen, Fingerabdrücke abgeben und sogar noch "Eintritt" zahlen.
Genau deswegen meide ich die USA. Allerdings finde ich das sehr schade denn dort gibt es mindestens 20 Urlaubsziele, die ich wahnsinnig gerne besuchen würde. Solange die Amerikaner aber jeden Touristen unter Generalverdacht stellen, sehen die keinen einzigen meiner Euro´s.
4. Wo ist die FDP, wenn man sie braucht ?
Darth Manfred 26.05.2011
das wäre doch eigentlich ein Thema für die FDP, wo man richtig auf die Buschtrommel hauen kann und sich auch populistisch vom Koalitionspartner etwas absetzen kann. Aber nein, die FDP ist nur da, wenn es darum geht, Arbeitslose zu beschimpfen und ohnehin niedrige Löhne noch weiter zu senken. Das "F" in FDP ist genauso obsolet wie das "C" in CDU.
5. .
hjm, 26.05.2011
Zitat von sysopDie Europäische Union will die USA die Daten von Flugpassagieren 15 Jahre lang speichern lassen. Das geht aus einem Entwurf der EU-Ratspräsidentschaft hervor, den eine Bürgerrechtsorganisation nun veröffentlicht hat. http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,765099,00.html
Seit wann kann die EU die USA irgendetwas „tun lassen“?
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