Richtlinie: EU-Parlament beschließt Mindeststrafen für kriminelle Hacker

EU-Parlament in Straßburg (Archivbild): EU-weite Strafen für kriminelle Hacker Zur Großansicht
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EU-Parlament in Straßburg (Archivbild): EU-weite Strafen für kriminelle Hacker

Zwei Jahre Haft, mindestens: In der Europäischen Union sollen kriminellen Hackern künftig gleich hohe Strafen drohen. Das EU-Parlament hat eine entsprechende Richtlinie beschlossen.

Straßburg - Das europäische Parlament hat am Donnerstag mit großer Mehrheit einheitliche Strafen für kriminelle Hacker beschlossen. Für die Richtlinie stimmten 541 Abgeordnete, 91 dagegen. Noch gibt es in den Mitgliedstaaten unterschiedliche Strafmaße für Computerstraftaten. Nach der Zustimmung des Rates, die als sicher gilt, haben die Länder zwei Jahre Zeit, die neue Richtlinie (PDF-Datei) umzusetzen.

Illegales Eindringen oder Stören eines Computersystems soll nun mit mindestens zwei Jahren Haft bestraft werden. Die zuständige Berichterstatterin, CSU-Politikerin Monika Hohlmeier, zeigte sich froh über die breite Mehrheit für konsequente und harte Strafen für Hacker. Außerdem sei ein Grundstein für eine Meldepflicht für Hackerangriffe gelegt worden. "Der jugendliche unüberlegte Hacker ist von diesen Vorgaben bewusst ausgenommen", so Hohlmeier.

Auch das Abhören von Kommunikation und das Bereitstellen und Verkaufen von Hackerwerkzeugen soll unter Strafe stehen. Deutschland dürfte dabei als Vorbild gelten: Hier stellt der sogenannte Hackerparagraf im Strafgesetzbuch das Entwickeln solcher Programme unter Strafe.

Damit zum Beispiel ein Unternehmen IT-Experten mit dem Hacken des eigenen Netzwerks zu Testzwecken beauftragen kann, soll dann keine Straftat vorliegen, wenn keine kriminelle Absicht hinter dem Hacken steht. Das Aufbauen von Botnets, also ferngesteuerten Netzwerken, soll in der EU mit mindestens drei Jahren Gefängnis bestraft werden. Richten sich Hackerangriffe gegen sogenannte kritische Infrastruktur, beispielsweise Energieversorger, soll die Mindeststrafe fünf Jahre betragen.

Die EU-Mitgliedstaaten sollen außerdem Informationen über Cyber-Angriffe austauschen, um den Betrieb der Netze sicherzustellen. Binnen acht Stunden sollen diese Stellen auf dringende Anfragen reagieren. Informationen über Fälle sollen untereinander ausgetauscht werden, über Europol und das Europäische Zentrum zur Bekämpfung der Cyber-Kriminalität (EC3).

Der Ausschuss für bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres hatte die Richtlinie bereits im Juni verabschiedet. Sie geht zurück auf jahrelange Verhandlungen von Rat, Parlament und Kommission.

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insgesamt 36 Beiträge
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1. HaHaHa!!!
gerd33 05.07.2013
Zitat von sysopZwei Jahre Haft, mindestens: In der Europäischen Union sollen kriminellen Hackern künftig gleich hohe Strafen drohen. Das EU-Parlament hat eine entsprechende Richtlinie beschlossen Richtlinie: EU-Parlament beschließt Strafen für Hacker - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/richtlinie-eu-parlament-beschliesst-strafen-fuer-hacker-a-909605.html)
Genau da tun NSA, BND, CIA, Mossad und Co. jeden Tag millionenfach. Wann landen deren Auftraggeber (Bundeskanzler, Ministerpräsidenten, Präsidenten und sonstige Regierungsvertreter) denn nun im Knast?
2. Na dann...
dunkelmerkel 05.07.2013
...wird es ja jetzt eng für den NSA, für die Briten und für den BND. Oder gibt es da noch Kleingedrucktes?
3.
joeeoj 05.07.2013
Fallen die USA und die Briten auch schon unter diese Regelung oder ist es für Sie nun legalisiert worden ?
4. NSA Leute anklagen!
pi_nutzer 05.07.2013
Na dann los und die kriminellen Machenschaften von NSA und Co verfolgen! Erstmal alle Stützpunkte auf deutschem Boden schließen und dann die beteiligten Personen anklgen.
5. Hoffentlich
ja.nee.is.klar 05.07.2013
wird das auch auf die Geheimdienste angewandt. NSA, Prism & Co müssen ALLE belangt werden und in den Bau gehen!!! Jeder der davon gewußt hat und das "geduldet" hat. Auch Angie sollte man (bei Mitwisserschaft) haftbar machen und mindestens 2 Jahre in den Knast stecken. DAS wäre mal gerecht! Aber wahrscheinlich isses wie immer, den kleinen Hacker, der Sicherheitslücken aufzeigt verdonnert man, und die großen läßt man straffrei laufen.
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Schad- und Spähsoftware
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Trojaner
Wie das Trojanische Pferd in der griechischen Mythologie verbergen Computer-Trojaner ihre eigentliche Aufgabe (und Schädlichkeit!) hinter einer Verkleidung. Meist treten sie als harmlose Software auf: Bildschirmschoner, Videodatei, Zugangsprogramm. Sie werden zum Beispiel als E-Mail-Anhang verbreitet. Wer das Programm startet, setzt damit immer eine verborgene Schadfunktion ein: Meist besteht diese aus der Öffnung einer sogenannten Backdoor , einer Hintertür, die das Computersystem gegenüber dem Internet öffnet und durch die weitere Schadprogramme nachgeladen werden.
Virus
Computerviren befallen vorhandene Dateien auf den Computern ihrer Opfer. Die Wirtsdateien funktionieren – zumindest eine Zeit lang - weiterhin wie zuvor. Denn Viren sollen nicht entdeckt werden. Sie verbreiten sich nicht selbständig, sondern sind darauf angewiesen, dass Computernutzer infizierte Dateien weitergeben, sie per E-Mail verschicken, auf USB-Sticks kopieren oder in Tauschbörsen einstellen. Von den anderen Schad- und Spähprogrammen unterscheidet sich ein Virus allein durch die Verbreitungsmethode. Welche Schäden er anrichtet, hängt allein vom Willen seiner Schöpfer ab.
Rootkit
Das kleine Kompositum führt die Worte "Wurzel" und "Bausatz" zusammen: "Root" ist bei Unix-Systemen der Benutzer mit den Administratorenrechten, der auch in die Tiefen des Systems eingreifen darf. Ein "Kit" ist eine Zusammenstellung von Werkzeugen. Ein Rootkit ist folglich ein Satz von Programmen, die mit vollem Zugriff auf das System eines Computers ausgestattet sind. Das ermöglicht dem Rootkit weitgehende Manipulationen, ohne dass diese beispielsweise von Virenscannern noch wahrgenommen werden können. Entweder das Rootkit enthält Software, die beispielsweise Sicherheitsscanner deaktiviert, oder es baut eine sogenannte Shell auf, die als eine Art Mini-Betriebssystem im Betriebssystem alle verdächtigen Vorgänge vor dem Rechner verbirgt. Das Gros der im Umlauf befindlichen Rootkits wird genutzt, um Trojaner , Viren und andere zusätzliche Schadsoftware über das Internet nachzuladen. Rootkits gehören zu den am schwersten aufspürbaren Kompromittierungen eines Rechners.
Wurm
Computerwürmer sind in der Praxis die getunte, tiefergelegte Variante der Viren und Trojaner. Im strengen Sinn wird mit dem Begriff nur ein Programm beschrieben, das für seine eigene Verbreitung sorgt - und der Programme, die es transportiert. Würmer enthalten als Kern ein Schadprogramm , das beispielsweise durch Initiierung eines eigenen E-Mail-Programms für die Weiterverbreitung von einem befallenen Rechner aus sorgt. Ihr Hauptverbreitungsweg sind folglich die kommunikativen Wege des Webs: E-Mails, Chats, AIMs , P2P-Börsen und andere. In der Praxis werden sie oft als Vehikel für die Verbreitung verschiedener anderer Schadprogramme genutzt.
Drive-by
Unter einem Drive-by versteht man die Beeinflussung eines Rechners oder sogar die Infizierung des PC durch den bloßen Besuch einer verseuchten Web-Seite. Die Methode liegt seit einigen Jahren sehr im Trend: Unter Ausnutzung aktueller Sicherheitslücken in Browsern und unter Einsatz von Scripten nimmt ein auf einer Web-Seite hinterlegter Schadcode Einfluss auf einen Rechner. So werden zum Beispiel Viren verbreitet, Schnüffelprogramme installiert, Browseranfragen zu Web-Seiten umgelenkt, die dafür bezahlen und anderes. Drive-bys sind besonders perfide, weil sie vom PC-Nutzer keine Aktivität (wie das Öffnen einer E-Mail) verlangen, sondern nur Unvorsichtigkeit. Opfer sind zumeist Nutzer, die ihre Software nicht durch regelmäßige Updates aktuell halten - also potentiell so gut wie jeder.
Botnetz
Botnets sind Netzwerke gekidnappter Rechner - den Bots. Mit Hilfe von Trojaner-Programmen, die sie beispielsweise durch manipulierte Web-Seiten oder fingierte E-Mails auf die Rechner einschleusen, erlangen die Botnet-Betreiber Zugriff auf die fremden PC und können sie via Web steuern. Solche Botnets zu vermieten, kann ein einträgliches Geschäft sein. Die Zombiearmeen werden unter anderem genutzt, um millionenfache Spam-Mails zu versenden, durch eine Vielzahl gleichzeitiger Anfragen Web-Seiten in die Knie zu zwingen oder in großem Stile Passwörter abzugrasen. (mehr bei SPIEGEL ONLINE)
Fakeware, Ransomware
Das Wort setzt sich aus "Fake", also "Fälschung", und "Ware", der Kurzform für Software zusammen: Es geht also um "falsche Software" . Gemeint sind Programme, die vorgeben, eine bestimmte Leistung zu erbringen, in Wahrheit aber etwas ganz anderes tun. Häufigste Form: angebliche IT-Sicherheitsprogramme oder Virenscanner. In ihrer harmlosesten Variante sind sie nutzlos, aber nervig: Sie warnen ständig vor irgendwelchen nicht existenten Viren und versuchen, den PC-Nutzer zu einem Kauf zu bewegen. Als Adware-Programme belästigen sie den Nutzer mit Werbung.

Die perfideste Form aber ist Ransomware : Sie kidnappt den Rechner regelrecht, macht ihn zur Geisel. Sie behindert oder verhindert das normale Arbeiten, lädt Viren aus dem Netz und stellt Forderungen auf eine "Reinigungsgebühr" oder Freigabegebühr, die nichts anderes ist als ein Lösegeld: Erst, wenn man zahlt, kann man mit dem Rechner wieder arbeiten. War 2006/2007 häufig, ist seitdem aber zurückgegangen.
Zero-Day-Exploits
Ein Zero-Day-Exploit nutzt eine Software-Sicherheitslücke bereits an dem Tag aus, an dem das Risiko überhaupt bemerkt wird. Normalerweise liefern sich Hersteller von Schutzsoftware und die Autoren von Schadprogrammen ein Kopf-an-Kopf-Rennen beim Stopfen, Abdichten und Ausnutzen bekanntgewordener Lücken.
Risiko Nummer eins: Nutzer
Das größte Sicherheitsrisiko in der Welt der Computer sitzt vor dem Rechner. Nicht nur mangelnde Disziplin bei nötigen Software-Updates machen den Nutzer gefährlich: Er hat auch eine große Vorliebe für kostenlose Musik aus obskuren Quellen, lustige Datei-Anhänge in E-Mails und eine große Kommunikationsfreude im ach so informellen Plauderraum des Webs. Die meisten Schäden in der IT dürften von Nutzer-Fingern auf Maustasten verursacht werden.
DDoS-Attacken
Sogenannte distribuierte Denial-of-Service-Attacken (DDoS) sind Angriffe, bei denen einzelne Server oder Netzwerke mit einer Flut von Anfragen anderer Rechner so lange überlastet werden, bis sie nicht mehr erreichbar sind. Üblicherweise werden für solche verteilten Attacken heutzutage sogenannte Botnetze verwendet, zusammengeschaltete Rechner, oft Tausende oder gar Zehntausende, die von einem Hacker oder einer Organisation ferngesteuert werden.


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