Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Preisverleihung: Whistleblower treffen Edward Snowden in Moskau

Rowley, Drake, Raddack, Snowden, Harrison, McGovern (v.l.): Besuch in Moskau Zur Großansicht
Getty Images

Rowley, Drake, Raddack, Snowden, Harrison, McGovern (v.l.): Besuch in Moskau

Besuch aus Amerika: Vier Whistleblower haben Edward Snowden in Moskau besucht, um ihm einen Preis zu verleihen. Wo das Treffen stattfand, sagen sie nicht. Dafür aber, dass er guter Dinge sei und phantastisch aussehe.

Moskau - Vier amerikanische Whistleblower haben Edward Snowden am Mittwoch an einem geheimen Ort in Russland besucht und ihm einen Preis verliehen. Es sind die ersten Amerikaner, die ihn bekanntermaßen gesehen haben, seit Russland ihm im August Asyl gewährt hat und er den Transitbereich des Flughafens verlassen hat.

Die vier Aktivisten kamen von den "Sam Adams Associates for Integrity in Intelligence", einer Gruppe pensionierter CIA-Mitarbeiter. Sie selbst sind keine Unbekannten, als Whistleblower standen sie schon auf vielen Bühnen: die ehemalige FBI-Agentin Coleen Rowley, der ehemalige NSA-Mitarbeiter Thomas Drake, Jesselyn Radack, ehemalige Juristin im amerikanischen Justizministerium, und Raymond McGovern, Ex-Offizier der CIA.

Dass der von ihnen verliehene Sam Adams Award in diesem Jahr an Edward Snowden geht, wurde schon im Juli bekanntgegeben. Doch jetzt machte sich die Gruppe selbst auf den Weg, um den Whistleblower persönlich auszuzeichnen. Es entstand ein Bild der vier Besucher, gemeinsam mit Snowden und Wikileaks-Aktivistin Sarah Harrison, die ihn auf seiner Flucht begleitet hat.

"Er sagt und tut, was er möchte"

"Ich fand, er sah großartig aus", zitiert die "Washington Post" Jesselyn Radack. Thomas Drake sagte nach dem Besuch, Snowden mache das Beste aus seiner Situation "und lebt so normal wie möglich". Die beiden Whistleblower haben ihrerseits den Sam Adams Award im Jahr 2011 bekommen. Coleen Rowley erhielt den Preis im Jahr 2002 als Erste.

Snowden scheine nicht zu bereuen, dass er die geheimen Informationen öffentlich gemacht hat, berichten die Besucher anschließend in einem Interview. Der 30-Jährige habe über vieles gesprochen, aber nicht darüber, von der russischen Regierung oder sonst wem in irgendeiner Form manipuliert zu werden. "Er ist definitiv er selbst, trifft seine eigenen Entscheidungen und sagt und tut, was er möchte", so Radack.

Am Donnerstag traf der nächste potentielle Besuch in Moskau ein. Der Vater des Whistleblowers, Lon Snowden, ist nach Moskau gekommen, um sich über die Lebenssituation und den Gesundheitszustand seines Sohnes sowie dessen juristischen Möglichkeiten zu informieren. "Wenn sich die Gelegenheit bietet, hoffe ich natürlich, dass ich die Möglichkeit bekomme, meinen Sohn zu sehen ", sagte er.

juh/AP

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 35 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1.
Rollkofferträger 10.10.2013
Hoffentlich wird Snowden morgen Friedensnobelpreisträger
2.
wenco 10.10.2013
Er sollte sich von Frauen fernhalten. Die sind Assange auch nicht gut bekommen.
3. Toll!!
mickt 10.10.2013
Cool cool, well done!!
4.
asdf01 10.10.2013
Zitat von RollkofferträgerHoffentlich wird Snowden morgen Friedensnobelpreisträger
Naja, durch solche absurden Verleihungen wie an Obama ist der Friedensnobelpreis eigentlich völlig entwertet. Das bringt nur kurzfristig eine Schlagzeile, aber ansonsten ist der Preis irrelevant. Im übrigen ist die Bildunterschrift in mehrfach Hinsicht fehlerhaft...
5.
joki81 10.10.2013
Zitat von wencoEr sollte sich von Frauen fernhalten. Die sind Assange auch nicht gut bekommen.
In Snowdens Fall wäre es eine Situation wie bei Assange wohl ziemlich irrelevant, solange es nicht klare Beweise gibt. Für Snowden ist viel wichtiger, dass er Putin nicht versehentlich (oder absichtlich) auf den Schlips steht, denn dann hätte er wenig zu lachen.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Anzeige
  • Christian Stöcker:
    Spielmacher

    Gespräche mit Pionieren der Gamesbranche.

    Mit Dan Houser ("Grand Theft Auto"), Ken Levine ("Bioshock"), Sid Meier ("Civilization"), Hideo Kojima ("Metal Gear Solid") u.v.a.

    SPIEGEL E-Book; 2,69 Euro.

  • Bei Amazon kaufen.
SPIEGEL.TV
Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: