Drogenhandel Silk Road kommt zurück

Erst vor kurzem haben die US-Behörden die Online-Handelsplattform Silk Road geschlossen. Jetzt ist bereits ein Klon aufgetaucht.

Angebot auf der ersten Silk Road (Screenshot): Gleiches Logo, gleiches Prinzip

Angebot auf der ersten Silk Road (Screenshot): Gleiches Logo, gleiches Prinzip


Gerade einmal fünf Wochen ist es her, dass der Online-Drogenumschlagplatz Silk Road vom FBI geschlossen und einer der mutmaßlich aktivsten Verkäufer verhaftet wurde. Außerdem nahmen die Ermittler einen weiteren Verdächtigen fest. Dem Mann mit dem Online-Namen "Dread Pirate Roberts" (DPR) wird die Gründung der Plattform vorgeworfen, außerdem die Beauftragung mehrerer Morde und Drogenhandel. Der vakante Spitzname hat nun anscheinend einen neuen Besitzer, eine anonyme Person hat unter diesem Alias "The Silk Road 2.0" eröffnet. Der Handelsplatzklon ist laut "Ars Technica" bereits erreichbar, allerdings nur mit einem Tor-Browser. Nicht nur die Kommunikation läuft verschlüsselt ab, auch die Bezahlung erfolgt offensichtlich auf die bekannte Weise über die virtuelle Währung Bitcoin.

Auch wenn sich nach dem Verschwinden der Originalplattform eine Reihe ähnlicher Anbieter daran versucht hätten, die Lücke zu schließen, scheint The Silk Road 2.0 den Erfolg des Vorgängers fortzuführen, berichtet "Ars Technica". Nicht nur das Logo sei gleichgeblieben, auch eine Reihe der Verkäufer sei altbekannt.

Neben einem umfangreichen Angebot an Drogen - die Palette soll von Marihuana über Ecstasy zu Heroin reichen - seien auch wieder gefälschte Dokumente zu bekommen. Das Angebot etwa für einen litauischen Pass stehe bei 2000 Dollar. Wie das Tech-Blog "Mashable" berichtet, soll die Abwicklung des Handels nach dem Vorbild des Originals ablaufen. Händler müssten eine Provision entrichten, zwischen 4 und 8 Prozent des Umsatzes.

Auch offizielle Stellen haben die neue Silk Road schon entdeckt

Auch wenn die Drogenbörse erst am Mittwoch eröffnet worden sei, gebe es in den entsprechenden Foren bereits seit dem 7. Oktober einen regen Austausch, so der Bericht. Der Handelsstart sei mit einer Mitteilung an die erwartungsvolle Community angezeigt worden. Das FBI habe zweieinhalb Jahre für seinen Erfolg benötigt, doch die Strafverfolger hätten nicht mehr als vier Wochen befristeter Ruhe erreicht, zitiert "Ars Technica" aus dem Text. Darin heiße es dann pathetisch: "Vergesst nie, dass sie nur Geld beschlagnahmen können, aber sie können nicht unseren Geist, unsere Ideen oder unsere Leidenschaft gefangen nehmen."

Die umtriebigen Online-Drogenhändler sind offiziellen Stellen natürlich nicht verborgen geblieben. Der US-Senator und Vorsitzende im Ausschuss für Innere Sicherheit Tom Carper erklärte noch am Mittwoch, die neue Webseite zeige die Dynamik der technischen Entwicklung und die Pflicht der Regierung, sich dem möglichst schnell anzupassen.

Es gehe nicht darum, mit den technischen Methoden der Online-Gauner Hase und Igel zu spielen. Vielmehr solle die Öffentlichkeit klug, schnell und vernünftig geschützt werden, ohne Innovationen und wirtschaftliches Wachstum zu behindern. Darum werde es in einer noch für diesen Monat angesetzten Senatsanhörung zum Thema virtuelle Währungen gehen.



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ohne_mich 07.11.2013
1. War klar.
Es war sonnenklar, daß SR entweder neu auflebt oder ein entsprechendes Äquvalent. Eine Nachfrage läßt sich nun einmal nicht einfach wegverbieten - wenn der Bedarf da ist, wird er auch gedeckt werden, auf legale oder eben auf illegale Weise.
boer640 07.11.2013
2. optional
Legalisieren und fertig. Damit könnte man mehrere Probleme mindern, egal ob Bandenkriege in Mexiko oder die Überbevölkerung.
TaxX 07.11.2013
3. Koks mailen?
Also, ich bin normalerweise nicht begriffsstutzig, wenn es um Internet geht und beim Drogenhandel habe ich auch ein Bild vor Augen. Ich begreife aber nicht, wie Drogenhandel über das internet überhaupt funktionieren kann. Beim Online-Handel muss ich doch normalerweise meine Adresse angeben, damit ich mein Paket auch bekomme. Gehe ich dann hin und sage 'Mein Name ist Lohse, ich kaufe hier ein'? Das wäre bestimmt nicht meine erste Idee, wenn es um Drogen geht. Mailen kann man das Zeug ja wohl auch nicht. und das Paket muss ja auch irgendwo aufgegeben werden, befördert und abgeliefert. Gibt es da nicht viel zu viele Schnittstellen, an denen man erwischt werden kann? Na ja, offensichtlich ja wohl nicht...???...
ohne_mich 07.11.2013
4. @TaxX
Dadurch, daß das Tor-Netzwerk anonym ist, wissen quasi nur Versender und Empfänger genauere Daten - bzw. nur der Versender, denn das Paket wird natürlich ohne Absenderadresse verschickt. Und der Versender will ja Geld verdienen, also wird er seine Kunden schon nicht verpfeiffen. Darüber hinaus kann auf diesen Portalen jeder kauf bewertet werden - fast wie bei ebay. Somit kann der Verkäufer Vertrauen aufbauen. Wenn man nicht eklatante Fehler begeht wie der einstige Betreiber, ist dieses System faktisch nicht angreifbar.
Indexx 07.11.2013
5. ......
Zitat von TaxXAlso, ich bin normalerweise nicht begriffsstutzig, wenn es um Internet geht und beim Drogenhandel habe ich auch ein Bild vor Augen. Ich begreife aber nicht, wie Drogenhandel über das internet überhaupt funktionieren kann. Beim Online-Handel muss ich doch normalerweise meine Adresse angeben, damit ich mein Paket auch bekomme. Gehe ich dann hin und sage 'Mein Name ist Lohse, ich kaufe hier ein'? Das wäre bestimmt nicht meine erste Idee, wenn es um Drogen geht. Mailen kann man das Zeug ja wohl auch nicht. und das Paket muss ja auch irgendwo aufgegeben werden, befördert und abgeliefert. Gibt es da nicht viel zu viele Schnittstellen, an denen man erwischt werden kann? Na ja, offensichtlich ja wohl nicht...???...
schauen Sie mal hier: How to find Silk Road Drugs and be safe (http://silkroaddrugs.org/) weiter unten gibt es unter dem Punkt "How to get to silkroad" eine Anleitung bzw eine Beschreibung wie so ein "Black MArket" funktioniert.
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