Hamburg - Google hat den deutschen Smartphone Markt überrollt. Von Januar bis März haben sich die Abrufe von Webseiten mit Mobiltelefonen, auf denen das Google-Betriebssystem Android läuft, in Deutschland mehr als verdoppelt. Die Android-Geräte haben Apples iPhones in dem Zeitraum vom ersten Platz in der Auswertung des Werbevermarkters inMobi verdrängt.
Diese Statistik beruht auf der Auswertung der Werbeeinblendungen des Vermarkters inMobi. Um die Zahlen (siehe Fotostrecke) richtig einschätzen zu können, muss man die Basis dieser Daten verstehen. Das Unternehmen ermöglicht es Entwicklern und Seitenbetreibern, Anzeigenplätze auf ihren Webangeboten für Mobilgeräte und in Anwendungen für Smartphones zu vermarkten. Über das inMobi-Netzwerk schalten Unternehmen wie Coca-Cola und Reebok Werbung. In Deutschland hat inMobi nach eigenen Angaben im März gut 518 Millionen Anzeigen auf Mobilgeräten eingeblendet, gesehen haben die - so schätzt inMobi - 5,5 Millionen Menschen.
Datenbasis: 5,5 Millionen Mobil-Surfer in Deutschland
Zum Vergleich: Die Arbeitsgemeinschaft Online Forschung ( Agof) hat zuletzt im September 2010 gut 9,1 Millionen sogenannter Unique Mobile User in Deutschland ausgemacht. Die in der Agof zusammengeschlossenen deutschen Online-Vermarkter hatten die Zahlen zur Mobilnutzung im Juli 2010 erhoben, die Anbieter mit der größten Reichweite waren damals Vodafone (2,65 Millionen Unique Mobile User), Wetter.com (1,54 Millionen), O2 (1,36 Millionen) und SPIEGEL ONLINE (1,2 Millionen).
Diese Reichweiten dürften inzwischen erheblich gestiegen sein. Dennoch sind die 5,5 Millionen deutschen Nutzer, die inMobi im März 2011 erreicht hat, eine relevante Größe. Selbst wenn sich die Anzahl der Handysurfer in Deutschland auf 18 Millionen verdoppelt haben sollte, wären 5,5 Millionen ein Drittel davon.
Als Trend-Barometer taugt der Vergleich der inMobi-Daten von Januar und März allemal - die Struktur des deutschen Smartphonemarkts sollte man aus diesen Zahlen allerdings nicht ablesen. Denn die von inMobi ausgerechneten Marktanteile besagen nur, mit welchen Geräten besonders oft Angebote mit inMobi-Anzeigen abgerufen wurden. Mit Angaben zu Marktanteilen bei ausgelieferten Geräten lässt sich die nur bedingt vergleichen.
Vergleicht man aber die inMobi-Zahlen von Januar und März, lässt sich ein enormes Wachstum der Nutzung von Android-Geräten erkennen. Davon profitieren vor allem die Hersteller HTC (hat den Marktanteil auf 30 Prozent verdreifacht) und Samsung (Marktanteil auf 14 Prozent verdoppelt) - beide bieten Smartphones mit dem Google-Betriebssystem Android an.
| Mobilfunk: Marktanteile von Smartphone-Plattformen Deutschland 2011 | |||||
| OS | Marktanteil März 2011 (%) | Marktanteil Januar 2011 (%) | Impressions März 2011 (Mio.) | Impressions Januar 2011 | Veränderung % |
| Android | 49,7 | 24,6 | 257,8 | 115,6 | 123,1 |
| iPhone OS | 30,1 | 39,1 | 156,0 | 183,7 | -15,1 |
| Symbian OS | 6,9 | 13 | 36,0 | 61,2 | -41,2 |
| RIM OS | 2,1 | 1,9 | 10,7 | 9,1 | 16,9 |
| Nokia OS | 1,8 | 2,5 | 9,5 | 11,9 | -20,0 |
| andere | 9,4 | 18,8 | 48,7 | 88,8 | -45,2 |
| Quelle: InMob Mobile Insights, Basis der Auswertung sind 518,7 Millionen inMobi-Werbeeinblendungen auf Mobilgeräten in Deutschland im März 2011 und 470,3 Millionen Werbeeinblendungen im Januar | |||||
| Mobilfunk: Marktanteile von Smartphone-Herstellern Deutschland 2011 | |||||
| Marktanteil März 2011 (%) | Marktanteil Januar 2011 (%) | Impressions März 2011 (Mio.) | Impressions Januar 2011 (Mio.) | Veränder- ung % |
|
| Apple | 30,1 | 39,1 | 156,0 | 183,7 | -15,1 |
| HTC | 29,5 | 10 | 153,0 | 47,0 | 225,1 |
| Samsung | 14 | 6,7 | 72,5 | 31,7 | 129,0 |
| Nokia | 7,6 | 13,7 | 39,5 | 64,3 | -38,5 |
| Motorola | 6,1 | 8,8 | 31,7 | 41,6 | -23,9 |
| SonyEricsson | 4,5 | 5,9 | 24,8 | 27,6 | -10,3 |
| RIM | 2,1 | 1,9 | 10,7 | 9,1 | 16,9 |
| LG | 1,9 | 4,2 | 9,6 | 19,7 | -51,1 |
| Sony | 1,6 | 3,7 | 8,5 | 17,4 | -50,9 |
| Andere | 2,4 | 6 | 12,5 | 28,2 | -55,8 |
| Quelle: InMob Mobile Insights, Basis der Auswertung sind 518,7 Millionen inMobi-Werbeeinblendungen auf Mobilgeräten in Deutschland im März 2011 und 470,3 Millionen Werbeinblendungen im Januar | |||||
lis
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