SPIEGEL ONLINE

SPIEGEL ONLINE

13. August 2014, 15:30 Uhr

Snowden-Enthüllung

NSA trennte Syrien versehentlich vom Internet

Regierung und Rebellen schoben sich die Schuld für einen Internetausfall gegenseitig zu - nun hat Edward Snowden enthüllt: Als die NSA Syrien vor zwei Jahren komplett überwachen wollte, kam es zu einem folgenschweren Fehler.

Vor zwei Jahren verschwand Syrien plötzlich tagelang aus dem Internet. Verbindungen aus und in das Land waren nicht mehr möglich, Rebellen und Regierung machten sich gegenseitig für den Blackout verantwortlich. Nun hat Edward Snowden enthüllt: Schuld am Netzausfall sollen Mitarbeiter des US-Geheimdienstes NSA gewesen sein, denen eine Operation misslang.

Snowden will das von einem Kollegen erfahren haben, nun hat er den Vorfall dem Journalisten James Bamford für die aktuelle "Wired"-Titelgeschichte erzählt. Demnach soll die Hacker-Abteilung Tailored Access Operations (TAO) versucht haben, einen wichtigen Router eines großen syrischen Providers zu übernehmen. Eine Sicherheitslücke sei ausgenutzt worden, um eine Software auf dem Router zu installieren.

Doch der Angriff im November 2012 ging schief, und der Router fiel komplett aus. Statt Zugriff auf E-Mails und anderen Datenverkehr des Landes gab es einen Netzausfall. Offenbar seien die syrischen Techniker danach aber so sehr damit beschäftigt gewesen, Syrien wieder ans Internet anzukoppeln, dass sie den Fernzugriff nicht bemerkten.

Die Anekdote endete laut Snowden damit, dass einer der extrem angespannten NSA-Techniker nach dem Ausfall einen Witz machte: "Wenn es schiefgeht, können wir es immer noch den Israelis in die Schuhe schieben."

ore

URL:

Verwandte Artikel:

Mehr im Internet


© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH