Snowden-Enthüllung NSA trennte Syrien versehentlich vom Internet

Regierung und Rebellen schoben sich die Schuld für einen Internetausfall gegenseitig zu - nun hat Edward Snowden enthüllt: Als die NSA Syrien vor zwei Jahren komplett überwachen wollte, kam es zu einem folgenschweren Fehler.

Syrische Oppositionelle in Aleppo (im Juli 2012): NSA wollte Komplettzugriff und sorgte für Totalausfall
DPA

Syrische Oppositionelle in Aleppo (im Juli 2012): NSA wollte Komplettzugriff und sorgte für Totalausfall


Vor zwei Jahren verschwand Syrien plötzlich tagelang aus dem Internet. Verbindungen aus und in das Land waren nicht mehr möglich, Rebellen und Regierung machten sich gegenseitig für den Blackout verantwortlich. Nun hat Edward Snowden enthüllt: Schuld am Netzausfall sollen Mitarbeiter des US-Geheimdienstes NSA gewesen sein, denen eine Operation misslang.

Snowden will das von einem Kollegen erfahren haben, nun hat er den Vorfall dem Journalisten James Bamford für die aktuelle "Wired"-Titelgeschichte erzählt. Demnach soll die Hacker-Abteilung Tailored Access Operations (TAO) versucht haben, einen wichtigen Router eines großen syrischen Providers zu übernehmen. Eine Sicherheitslücke sei ausgenutzt worden, um eine Software auf dem Router zu installieren.

Doch der Angriff im November 2012 ging schief, und der Router fiel komplett aus. Statt Zugriff auf E-Mails und anderen Datenverkehr des Landes gab es einen Netzausfall. Offenbar seien die syrischen Techniker danach aber so sehr damit beschäftigt gewesen, Syrien wieder ans Internet anzukoppeln, dass sie den Fernzugriff nicht bemerkten.

Die Anekdote endete laut Snowden damit, dass einer der extrem angespannten NSA-Techniker nach dem Ausfall einen Witz machte: "Wenn es schiefgeht, können wir es immer noch den Israelis in die Schuhe schieben."

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Geheimdokumente: Die Spezialabteilung TAO der NSA stellt sich vor

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argonaut-10 13.08.2014
1. Cool
und da bringen die sich wahrscheinlich im Land erst mal gegenseitig und reihenweise um... macht ja auch Sinn, so was im Krisenland auszuprobieren. Und wahrscheinlich hatten die Jungs einen Router einer amerikanischen Firma, die ohnehin die Hintertür der NSA publik machen mussten.
Galik 13.08.2014
2.
Naja, so ein kleines Missgeschick wird ja wohl noch passieren dürfen. Und wenn bei uns auch mal wegen so einem Patzer das Internet ausfällt, dann ist das eben höhere Gewalt. Wäre ja auch voll unhöflich den wirtschaftliche Millionenschaden bei der NSA in Rechnung zu stellen.
Schim Panse 13.08.2014
3.
Sowas kann schon mal passieren. Fragen sie doch einfach mal 160.000 Berliner Kunden des GHCQ unterstellten Vodafon Konzerns. ;)
holy10 13.08.2014
4. Nicht lustig
Ich finde diese Geschichte ganz und gar nicht lustig. An Syriens Stelle würde ich diesen Vorfall vor den Internationalen Gerichtshof bringen. Es müßen internationale Gesetze her die derartiges Vorgehen verbieten und den Verursachern von Schaden auch die entsprechenden Kosten zuweisen.
sponner_hoch2 13.08.2014
5.
---Zitat--- Die Anekdote endete laut Snowden damit, dass einer der extrem angespannten NSA-Techniker nach dem Ausfall einen Witz machte: "Wenn es schiefgeht, können wir es immer noch den Israelis in die Schuhe schieben." ---Zitatende--- LOL :-). Allerdings würde ich an Stelle der NSA damit aufpassen - die Israelis rächen sich sonst, indem sie mal wieder "ausversehen" ein NSA-Schiff versenken. Siehe USS Liberty http://de.wikipedia.org/wiki/USS_Liberty_(AGTR-5)
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