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NSA-Whistleblower: Snowden plant Fragerunde im Internet

Whistleblower Snowden (Bild vom Oktober 2013): Live-Chat am Donnerstag Zur Großansicht
AP/ WikiLeaks

Whistleblower Snowden (Bild vom Oktober 2013): Live-Chat am Donnerstag

Der NSA-Whistleblower Edward Snowden wird in einem Live-Chat Fragen beantworten. Die Veranstaltung findet am Donnerstag unter dem Hashtag #AskSnowden statt. In einem Interview betonte er erneut, das Geheimdienst-Material ohne Hilfe anderer Mächte beschafft zu haben.

Hamburg - Edward Snowden beantwortet nach Angaben seiner Unterstützer an diesem Donnerstag Fragen im Internet. Der frühere US-Geheimdienstmitarbeiter stehe dafür an dem Tag um 21 Uhr (MEZ) für eine Stunde bereit, hieß es in der Nacht auf Mittwoch auf der für ihn eingerichteten Internetseite freesnowden.is. Es sei der erste Live-Chat Snowdens seit Juni 2013.

Fragen können demnach über den Kurznachrichtendienst Twitter unter dem Hashtag #AskSnowden gestellt werden. Dessen Antworten sollen auf der Internetseite freesnowden.is erscheinen.

Die Fragestunde kommt wenige Tage, nachdem US-Präsident Barack Obama eine Reform des Geheimdiensts NSA angekündigt hat. Snowden hatte vergangenes Jahr durch die Enthüllung geheimer Dokumente einen Geheimdienstskandal ins Rollen gebracht. Er hält sich an einem unbekannten Ort in Russland auf.

In einem Interview mit dem Magazin "New Yorker" betonte Snowden erneut, dass er bei der Beschaffung des Materials über die NSA-Spähaktivitäten allein gearbeitet habe. Vorwürfe, er habe Unterstützung aus Russland erhalten, wies er als "absurd" zurück. Das US-Magazin hatte das Interview per verschlüsselter Verbindung mit Snowden geführt.

Am Sonntag hatte der Vorsitzende des Geheimdienstausschusses im US-Repräsentantenhaus, Mike Rogers, im Sender NBC angegeben, er untersuche, ob Snowden beim Entwenden der Geheimnisse Hilfe aus Russland gehabt habe. Snowden floh vergangenen Sommer erst nach Hongkong und dann nach Moskau, wo ihm für ein Jahr Asyl gewährt wurde. Mehrfach hatte er in der Vergangenheit betont, dass russische oder chinesische Behörden keinerlei Zugriff auf sein Material gehabt hätten.

fab/dpa/Reuters

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insgesamt 30 Beiträge
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1. Die dunkle Seite
Alphabeta 22.01.2014
Die dunkle, gemeine Seite der menschlichen Psyche wird immer wieder herausgekitzelt und den Zielen ensprechend manipuliert. Snowden soll uns nicht als gewissenhafter, aufrichtiger Mensch mehr erscheinen, der er tatsächlich ist, sondern nur als erbärmlich kleines bezahltes Rädchen im Getriebe gegnerischer Mächte. Das Ziel ist, daß er von der Mehrheit verachtet anstatt geliebt wird. So wird stetig versucht, gesundes, lebensfreundliches Empfinden kaputt zu machen und zu pervertieren. Wer solches veranlasst, muß tatsächlich von allen guten Geistern verlassen sein.
2. Zum kotzen
frxxl 22.01.2014
Da ist einer, der sein ganzes Leben, ein gutes Leben auf Hawaii mit gutem Einkommen, wegwirft, opfert im wahrsten Sinne des Wortes "for the greater good"... Und was macht meine Kanzlerin, meine Regierung? Nix, wie immer. Es wäre so einfach, so offensichtlich richtig, im Asyl zu gewähren, einen Friedens - Nobelpreis zu geben - am besten den aus 2009, der dürfte bei einer Revision der Person schnell frei werden. Aber nein, wir deutschen heulen immer herum, dass dadurch das Verhältnis zu den USA gefährdet wird, dadurch Arbeitsplätze gefährdet sind, dadurch unser Wohlstand gefährdet ist... Wir sind ein Volk von duckmäuserischen Feiglingen und geldgeilen A*rn. Wir (und damit meine ich einfach den Durchschnitt der breiten Masse) haben keine Ahnung von Geldanlage und keine Ahnung von Wirtschaft aber glauben, ein großer Exportüberschuss und eine niedrige Investitionsquote sind ein Zeichen von Stärke. Alle lesen Bild und glauben, Griechen und Spanier liegen den ganzen Tag nur in der Sonne und geben unser Geld aus. Wenn wir der Welt nicht die vielen Waffen verkaufen, macht es ein anderer - da können doch besser wir reich sein. Steuerhinterziehung ist immer noch ein Kavaliersdelikt, da sagt einer, der Hoeneß hat soooo viel geleistet - mal nix für ungut, dafür ist er super bezahlt worden und allein hat er das sicher nicht geschafft - aber wenn ein Hartz4-"Schmarotzer" im Winter seine Wohnung Heizen UND etwas essen will, dann soll der aber mal vorher ein dutzend Anträge und Formulare ausfüllen. Und Markus Lanz hat seinen Job immer noch. Verdammt nochmal, jeder soll immer stolz auf sein Land sein, wieso macht es dieses Land einem so verdammt schwer? Und ja, ich bin bereit, dafür zu zahlen. Selbst, von meinem erarbeiteten Geld. Für bessere Straßen, Bildung, ein bißchen Gleichheit und Fairness > was insgesamt mittelfristig dazu führen dürfte, dass man auch in meiner Nachbarstadt Duisburg im dunklen durch die Innenstadt laufen kann ; für eine Regierung mit Rückgrat und dem Anspruch, das Leben, die Umstände des Volkes auf breiter Basis zu verbessern... Dafür zahle ich gerne 20% (nicht Prozentpunkte, hier sind Mathe-Grundkenntnisse gefragt) mehr Steuern. Noch wer?
3. Ein Freund von mir
Berner See 22.01.2014
Ein Freund von mir ist Politiker. Er gestand mir, dass er sich per Laptop Bilder nackter Frauen angeschaut hat und sich dabei selbst befriedigt habe. Durch die Snowden-Affäre sei ihm nun klar geworden, dass es wahrscheinlich ist, dass die NSA Videos davon habe: Zugriffe über die Webcam sind nicht für Laien nicht nur unabstellbar, sondern es sind auch völlig geheime Aufnahmen möglich. In Farbe, mit hoher Ton und Bildqualität. Ich fragte ihn, warum er meine, dass die NSA gerade auf ihn abgesehen habe. Er meinte, dass er sich damals (2004) im Kampf gegen die Einführung von Softwarepatenten wohl etwas lautstark profiliert hätte. Er habe diese Überzeugung bis heute, dass Softwarepatente extrem schädlich für Europa wären und auch systemwidrig. Die Auseinandersetzung sei damals sehr hart gewesen, weil, (siehe dazu auch Sarah Wagenknecht am 16.1.14 bei Lanz) Ausschüsse bei der EU - ganz offen - aus mehr Lobbyisten bestehen würden als aus Politikern. Zudem habe die US-Industrie damals die Chance genutzt, dass Irland EU-Ratspräsident gewesen wäre und die irische Regierung ist, dank der Ansiedlung zahlreicher Tochtergesellschaften von US-Konzernen besonders leicht unter Druck zu setzen. Erst in letzter Sekunde konnte, gegen den Willen der EU-Kommission!, das EU-Parlament - gestützt durch Demonstrationen und andere öffentliche Proteste, Podiumsdiskussionen, Versammlungen, Berichte von entsetzten Informatikern und Softwareentwicklern - diese Entwicklung verhindert werden. Sehr zum Ärger der US-Konzerne. (Siehe Florian Müller, "Die Lobbyschlacht um Softwarepatente" - war jedenfalls mal als pdf im Internet verfügbar) Mein Freund befürchtet nun die anonyme Veröffentlichung etwaiger Videoaufnahmen, weil er in Sachen "Frei"-handelsabkommen erneut gegen die US-Industrie und deren Lobbyisten kämpfen muss. Außerdem sei er ruiniert, wenn die NSA große Teile seiner Geschäftsemails veröffentlichen würde oder von Gesprächen mit Mandanten. Er ist vor seiner Zeit als Politiker als Patentanwalt tätig gewesen und eine solche Veröffentlichung, allein die Gefahr einer solchen Veröffentlichung ist für ihn als Patentanwalt der wirtschaftliche Ruin. Für immer, auch wenn er sich später wieder als Patentanwalt niederlassen wolle, würde kein Mandant mehr zu ihm kommen, weil er sozusagen "gelistet" sei, die Gefahr des Abhörens, schlicht des möglichen Einflusses von mächtigen Feinden auf seine Arbeit, eher groß sei. Als Freund rate ich ihm, zukünftig ein paar freundlichere Signale in die USA zu senden, schließlich gehe es auch um seine Karriere und einen interessanten Pensionsanspruch. Auch seine Frau hat kein Verständnis dafür, wie er sich in seinen "Kampf für Bürgerrechte und Freiheit" aufreibt. Den Freund habe ich erfunden. Ich bin es auch nicht selbst. Der SPIEGEL berichtete, dass die NSA den Pornokonsum von missliebigen Menschen überwachen würde. Den von Islamisten, aber auch von Menschen, die die Urheberschaft Bin Ladens am 9/11-Attentat in Zweifel zögen, um diese Personen bei passender Gelegenheit öffentlich bloßstellen zu können.
4. @3
der.tommy 22.01.2014
ich weiss nicht woher siedas haben, aber software, oder zumindest computerimplementierte verfahren sind seit "urzeiten" patentierbar
5. Wow, danke für diesen Beitrag
Senf-Dazugeberin 22.01.2014
Zitat von frxxlDa ist einer, der sein ganzes Leben, ein gutes Leben auf Hawaii mit gutem Einkommen, wegwirft, opfert im wahrsten Sinne des Wortes "for the greater good"... Und was macht meine Kanzlerin, meine Regierung? Nix, wie immer. Es wäre so einfach, so offensichtlich richtig, im Asyl zu gewähren, einen Friedens - Nobelpreis zu geben - am besten den aus 2009, der dürfte bei einer Revision der Person schnell frei werden. Aber nein, wir deutschen heulen immer herum, dass dadurch das Verhältnis zu den USA gefährdet wird, dadurch Arbeitsplätze gefährdet sind, dadurch unser Wohlstand gefährdet ist... Wir sind ein Volk von duckmäuserischen Feiglingen und geldgeilen A*rn. Wir (und damit meine ich einfach den Durchschnitt der breiten Masse) haben keine Ahnung von Geldanlage und keine Ahnung von Wirtschaft aber glauben, ein großer Exportüberschuss und eine niedrige Investitionsquote sind ein Zeichen von Stärke. Alle lesen Bild und glauben, Griechen und Spanier liegen den ganzen Tag nur in der Sonne und geben unser Geld aus. Wenn wir der Welt nicht die vielen Waffen verkaufen, macht es ein anderer - da können doch besser wir reich sein. Steuerhinterziehung ist immer noch ein Kavaliersdelikt, da sagt einer, der Hoeneß hat soooo viel geleistet - mal nix für ungut, dafür ist er super bezahlt worden und allein hat er das sicher nicht geschafft - aber wenn ein Hartz4-"Schmarotzer" im Winter seine Wohnung Heizen UND etwas essen will, dann soll der aber mal vorher ein dutzend Anträge und Formulare ausfüllen. Und Markus Lanz hat seinen Job immer noch. Verdammt nochmal, jeder soll immer stolz auf sein Land sein, wieso macht es dieses Land einem so verdammt schwer? Und ja, ich bin bereit, dafür zu zahlen. Selbst, von meinem erarbeiteten Geld. Für bessere Straßen, Bildung, ein bißchen Gleichheit und Fairness > was insgesamt mittelfristig dazu führen dürfte, dass man auch in meiner Nachbarstadt Duisburg im dunklen durch die Innenstadt laufen kann ; für eine Regierung mit Rückgrat und dem Anspruch, das Leben, die Umstände des Volkes auf breiter Basis zu verbessern... Dafür zahle ich gerne 20% (nicht Prozentpunkte, hier sind Mathe-Grundkenntnisse gefragt) mehr Steuern. Noch wer?
Ich bin bis auf den letzten Satz voll bei Ihnen. Wenn unsere Steuergelder nicht pausenlos für irgendwelche Protzbauten, einen aufgeblähten Politikerapparat, Entwicklungshilfe für Länder, die es nicht nötig haben und ähnlichen Mist vergeudet würden, würden wir vermutlich sogar bestens mit den aktuell eingenommenen Steuern auskommen.
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