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Spähsoftware: Experten warnen vor Sicherheitsleck bei neuem Staatstrojaner

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Neue Vorwürfe des Chaos Computer Clubs: Die CCC-Experten haben eine frische Version eines Staatstroja ners untersucht. Laut der Analyse hat auch diese aktuellere Spähsoftware eklatante Sicherheitslücken. Innerhalb von Stunden gelang es den Hackern, das Programm zu manipulieren.

Hamburg - Der Chaos Computer Club legt nach: Die Experten haben die neuere Version eines Staatstrojaners untersucht. Sie stammt laut CCC aus dem Dezember 2010. Laut CCC-Analyse weißt auch diese Version große Sicherheitslücken auf: "Der Trojaner kann weiterhin gekapert, beliebiger Code nachgeladen und auch die angeblich 'revisionssichere Protokollierung' manipuliert werden."

Der Chaos Computer Club hat Mitte Oktober eine wahrscheinlich von bayerischen Ermittlern genutzte staatliche Überwachungssoftware analysiert, schwere Sicherheitslücken und möglicherweise gesetzeswidrige Funktionen kritisiert. Damals argumentierte der Hersteller DigiTask, die untersuchte Software sei fast drei Jahre alt - man gehe davon aus, die vom CCC kritisierten Probleme seien in aktuellen Versionen behoben.

Unklar ist, ob es sich bei der nun analysierten Software auch um ein Produkt des Unternehmens DigiTask handelt. Der Anwalt des Unternehmens sagte auf Anfrage: "Über technische Einzelheiten geben wir genauso wenig Auskünfte wie über die Kundenbeziehungen." Der CCC ist davon überzeugt, erneut ein DigiTask-Produkt untersucht zu haben. Der in Bayern eingesetzte Staatstrojaner aus dem Jahr 2008 trage die Versionsnummer 3.4.28, die neue Variante die Nummer 3.6.44. Das BKA hat laut einem Sprecher des Innenministeriums diese vom CCC untersuchte Software-Version nicht eingesetzt.

"Untaugliches Verschlüsselungsverfahren"

Ein Kritikpunkt am alten Staatstrojaner war, dass die Kommandos der Überwacher an das eingeschleuste Spähprogramm unverschlüsselt übertragen wurden. In der nun untersuchten neuen Version sind die Kommandos an den Trojaner verschlüsselt - allerdings mit einem mindestens drei Jahre alten Schlüssel. Es ist laut CCC derselbe Schlüssel, wie er schon bei dem aus dem Jahr 2008 stammenden Spähprogramm genutzt wurde.

Die gewählte Verschlüsselungsmethode bewertet der CCC allerdings als "untauglich", aufgrund des "schlechten Verschlüsselungsverfahrens" sei es wohl treffender, von einer "beidseitigen Verschleierung" zu sprechen - so das harte Urteil der CCC-Experten.

CCC kapert den Staatstrojaner, lädt eigene Software nach

Der CCC kritisiert, dass auch die neue Staatstrojaner-Version von Dritten missbraucht werden könne, um weitere Schadprogramme auf den Rechner des Überwachten zu schleusen. Um diese Sicherheitslücke zu demonstrieren, haben die CCC-Experten ein Programm zur Fernsteuerung des Staatstrojaners geschrieben und Software auf dem Zielrechner eingeschleust. Laut CCC war das "innerhalb von Stunden" erledigt - so lange dauerte die Anpassung des Kontrollprogramms auf die neue, verbesserte, etwa drei Jahre jüngere Version des staatlichen Schnüffelprogramms.

In einem Video zeigen die CCC-Experten, wie sie zur Demonstration einen simplen Taschenrechner auf den vom Staatstrojaner infizierten Rechner schleusen und das Programm ausführen. Der CCC warnt: "Hierbei könnte es sich jedoch um einen beliebigen anderen Schadcode handeln, der beispielsweise gefälschte Beweise auf dem Computer des Opfers hinterlegt."

Manipulierter Trojaner liefert Überwachern gefälschte Beweise

Eine zweite Demonstration des CCC stellt die von Staatstrojanern gelieferten Überwachungsprotokolle grundsätzlich in Frage: Den Hackern ist es laut eigener Angabe gelungen, einen authentischen Überwachungs-Trojaner zu imitieren und manipulierte Daten hochzuladen. Die Kontroll-Software könne diesen gefälschten Späher nicht von dem echten unterscheiden.

Im CCC-Video ist zu sehen, wie der falsche Trojaner der Kommandosoftware angebliche Screenshots vom überwachten Rechnern sendet - Fotos von Wolfgang Schäuble und Rick Astley, die auf dem überwachten Computer nicht abgerufen wurden. Wenn die Analyse des CCC zutrifft, kann jeder Kriminelle mit genügend Wissen oder Geld Überwachern gefälschte Überwachungprotokolle liefern.

Sollten Fahnder eine solche Manipulation tatsächlich nicht aufspüren können - und davon geht der CCC aus - wären die von Staatstrojanern gelieferten Überwachungsdetails als Beweise wohl wenig wert. Es ist erscheint nicht abwegig, dass Täter aus der organisierten Kriminalität das Interesse, die Mittel und Kontakte haben, sich entsprechende Software zu beschaffen, um Überwacher in die Irre oder sogar auf falsche Fährten zu führen.

Es ist bekannt, dass Kriminelle sogenannte Bot-Netze schon länger anmieten, um über infizierte Rechner von Privatpersonen illegale Inhalte aus dem Netz saugen und getarnt anderswohin zu übertragen. Sollten Ermittler den Empfänger der Daten suchen, führt die Spur zum infizierten Rechner, von dem die Abfrage kam, auf dem Schadsoftware die Daten dann unbemerkt weiter an den eigentlichen Empfänger schleuste. Es gibt einen Bedarf nach solchen Dienstleistungen. Warum sollte eine kriminelle Organisation nicht beispielsweise überwachte Rechner per Schadsoftware aufspüren, um dort falsche Fährten zu legen, die der Konkurrenz schaden oder in anderer Form die Aufmerksamkeit von eigenen Aktivitäten ablenken?

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) hatte bei der Aufdeckung des ersten vom CCC untersuchten Staatstrojaners betont, die Behörden in seiner Zuständigkeit hätten diese Softwareversion nicht eingesetzt. Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE ist auch das BKA Kunde bei DigiTask - jener Firma, die den ersten, vom CCC so heftig kritisierten Trojaner entwickelt hatte. Auch in einer Anhörung im Bundestag verwies der BKA-Chef auf die Firma.

Das Bundesinnenministerium hat jedoch auf Anfrage mitgeteilt, dass das BKA den nun vom CCC analysierten neuen Trojaner nicht eingesetzt hat. Auch das dem Bundesfinanzministerium unterstellte Zollkriminalamt teilt mit, die in der Veröffentlichung des CCC mit "Version 3.6.44" bezeichnete Software sei durch die Zollfahndung nicht eingesetzt worden.

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1. Feuert diesen Hersteller...
Emil Peisker 26.10.2011
Zitat von sysopNeue Vorwürfe des Chaos Computer Clubs: Die CCC-Experten haben eine neue Version eines Staatstrojaners untersucht. Laut der Analyse hat auch diese aktuellere Spähsoftware eklatante Sicherheitslücken. Innerhalb von Stunden gelang es den Hackern, das Programm zu manipulieren. http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,794126,00.html
Der Bundesinnenminister sollte dem CCC eine "angemessene" Aufwandsentschädigung zahlen, die er wiederum als Regressforderung gegen die inkompetenten "Erfinder" der völlig überflüssigen Software gegenbuchen könnte. Die Bastelei ist ungeheuer peinlich. Feuert diesen Hersteller, oder wenn nicht, den Minister.
2. Also Minister feuern...
the_flying_horse, 26.10.2011
Zitat von Emil PeiskerDer Bundesinnenminister sollte dem CCC eine "angemessene" Aufwandsentschädigung zahlen, die er wiederum als Regressforderung gegen die inkompetenten "Erfinder" der völlig überflüssigen Software gegenbuchen könnte. Die Bastelei ist ungeheuer peinlich. Feuert diesen Hersteller, oder wenn nicht, den Minister.
Das Problem in Behörden ist, dass es dort niemanden gibt, der das nötige Knowhow hat, um vor Erstellung von Software genaue Vorgaben auszuarbeiten. Da gibt es dann so schwammige Aufträge wie "wir hätten gerne eine Spähsoftware" und der Hersteller nimmt dann etwas, das in den finanzielen Rahmen passt... So gesehen kann der Hersteller nichts dafür, die Vorgaben taugen schon nichts - und die kommen von der Behörde. Also Minister feuern...
3. Wo bleibt der Staatsanwalt?
oldsiggi 26.10.2011
Als Bürger eines Rechtsstaates bin ich es gewohnt, dass Verfehlungen geahndet und bestraft werden. Es handelt sich doch ganz offensichtlich um einen Verstoß gegen das Grundgesetz und eine Mißachtung eines Urteils des Bundesverfassungsgerichtes! Wer bitteschön bestraft den Programmierer (DigiTask) bzw. die Verantwortlichen, die den Trojaner in Auftrag gegeben und eingesetzt haben?
4. Frechheit
Trantor666 26.10.2011
Ich bin wirklich kein "Grammar-Nazi", aber dieser Artikel ist eine vollkommene Frechheit in Bezug auf die Menge an enthaltenen Rechtschreibfehlern! SO brennend ist die Nachricht ja schließlich nicht, dass sie nicht zumindest mal von einem Gegenleser hätte überprüft werden können, bevor sie online geht! Ich versuche mal alles aufzuführen: 1 & 2) Laut CCC-Analyse weißt [sic!] auch diese Version groß [sic!] Sicherheitslücken auf... 3) Das BKA [hat? - sic!] laut einem Sprecher des Innenministeriums diese vom CCC untersuchte Software-Version nicht eingesetzt. 4) Im CCC-Video ist zu sehen, wie der falsche Trojaner der Kommando-Software angebliche Screenshots vom überwachten Rechnern [sic!] sendet 5 & 6) Sollten Fahnder eine solche Manipulation tatsächlich nicht aufspüren können - und davon geht derd [sic!] CCC aus - wären die von [sic!] Staatstrojaner gelieferten Überwachungsdetails als Beweise wohl wenig wert 7) Es ist bekannt, dass Kriminelle sogenannte Bot-Netze schon länger anmieten, um infizierte Rechner von Privatpersonen illegale Inhalte aus dem Netz saugen und getarnt anderswohin übertragen [Was? Wie bitte? Hier fehlt eindeutig einiges in diesem Satzbau!]
5. Wer wundert sich eigentlich noch darüber?
postcat 26.10.2011
Zitat von sysopNeue Vorwürfe des Chaos Computer Clubs: Die CCC-Experten haben eine neue Version eines Staatstrojaners untersucht. Laut der Analyse hat auch diese aktuellere Spähsoftware eklatante Sicherheitslücken. Innerhalb von Stunden gelang es den Hackern, das Programm zu manipulieren. http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,794126,00.html
Es ist doch inzwischen hinlänglich in die Öffentlichkeit gelangt, dass sich Diener des Staates immer wieder Methoden bedienen, die dem Bürger in ihrer Anwendung im Übermass in seine Bürgerrechte eingreifen, in ihrer Aussagekraft nicht annähernd die Sicherheit oder Aufklärungserfolge erreichen, die sie angeblich erreichen können und dass die Verantwortlichen im Staat nicht Willens oder in der Lage sind die Beziehung zwischen Bürgerrechten auf der einen und Verbrechensaufklärung und Sicherheit auf der anderen Seite massvoll abzuschätzen. Überhaupt eine solche Spähsoftware eingesetzt zu haben oder einzusetzen fördert nur den Vertrauensverlust der verantwortungsvollen Bürger gegenüber dem Staat. Wenn die Softwareanwender des Staates oft die Schwächen ihrer eingesetzten Methodik nicht klar einschätzen können ist in etwa so wie Autofahren ohne zu wissen wo sich das Bremspedal befindet. Die Karre fährt und kann nur noch durch eine Wand zum Stehen gebracht werden.
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Schad- und Spähsoftware
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Trojaner
Wie das Trojanische Pferd in der griechischen Mythologie verbergen Computer-Trojaner ihre eigentliche Aufgabe (und Schädlichkeit!) hinter einer Verkleidung. Meist treten sie als harmlose Software auf: Bildschirmschoner, Videodatei, Zugangsprogramm. Sie werden zum Beispiel als E-Mail-Anhang verbreitet. Wer das Programm startet, setzt damit immer eine verborgene Schadfunktion ein: Meist besteht diese aus der Öffnung einer sogenannten Backdoor , einer Hintertür, die das Computersystem gegenüber dem Internet öffnet und durch die weitere Schadprogramme nachgeladen werden.
Virus
Computerviren befallen vorhandene Dateien auf den Computern ihrer Opfer. Die Wirtsdateien funktionieren – zumindest eine Zeit lang - weiterhin wie zuvor. Denn Viren sollen nicht entdeckt werden. Sie verbreiten sich nicht selbständig, sondern sind darauf angewiesen, dass Computernutzer infizierte Dateien weitergeben, sie per E-Mail verschicken, auf USB-Sticks kopieren oder in Tauschbörsen einstellen. Von den anderen Schad- und Spähprogrammen unterscheidet sich ein Virus allein durch die Verbreitungsmethode. Welche Schäden er anrichtet, hängt allein vom Willen seiner Schöpfer ab.
Rootkit
Das kleine Kompositum führt die Worte "Wurzel" und "Bausatz" zusammen: "Root" ist bei Unix-Systemen der Benutzer mit den Administratorenrechten, der auch in die Tiefen des Systems eingreifen darf. Ein "Kit" ist eine Zusammenstellung von Werkzeugen. Ein Rootkit ist folglich ein Satz von Programmen, die mit vollem Zugriff auf das System eines Computers ausgestattet sind. Das ermöglicht dem Rootkit weitgehende Manipulationen, ohne dass diese beispielsweise von Virenscannern noch wahrgenommen werden können. Entweder das Rootkit enthält Software, die beispielsweise Sicherheitsscanner deaktiviert, oder es baut eine sogenannte Shell auf, die als eine Art Mini-Betriebssystem im Betriebssystem alle verdächtigen Vorgänge vor dem Rechner verbirgt. Das Gros der im Umlauf befindlichen Rootkits wird genutzt, um Trojaner , Viren und andere zusätzliche Schadsoftware über das Internet nachzuladen. Rootkits gehören zu den am schwersten aufspürbaren Kompromittierungen eines Rechners.
Wurm
Computerwürmer sind in der Praxis die getunte, tiefergelegte Variante der Viren und Trojaner. Im strengen Sinn wird mit dem Begriff nur ein Programm beschrieben, das für seine eigene Verbreitung sorgt - und der Programme, die es transportiert. Würmer enthalten als Kern ein Schadprogramm , das beispielsweise durch Initiierung eines eigenen E-Mail-Programms für die Weiterverbreitung von einem befallenen Rechner aus sorgt. Ihr Hauptverbreitungsweg sind folglich die kommunikativen Wege des Webs: E-Mails, Chats, AIMs , P2P-Börsen und andere. In der Praxis werden sie oft als Vehikel für die Verbreitung verschiedener anderer Schadprogramme genutzt.
Drive-by
Unter einem Drive-by versteht man die Beeinflussung eines Rechners oder sogar die Infizierung des PC durch den bloßen Besuch einer verseuchten Web-Seite. Die Methode liegt seit einigen Jahren sehr im Trend: Unter Ausnutzung aktueller Sicherheitslücken in Browsern und unter Einsatz von Scripten nimmt ein auf einer Web-Seite hinterlegter Schadcode Einfluss auf einen Rechner. So werden zum Beispiel Viren verbreitet, Schnüffelprogramme installiert, Browseranfragen zu Web-Seiten umgelenkt, die dafür bezahlen und anderes. Drive-bys sind besonders perfide, weil sie vom PC-Nutzer keine Aktivität (wie das Öffnen einer E-Mail) verlangen, sondern nur Unvorsichtigkeit. Opfer sind zumeist Nutzer, die ihre Software nicht durch regelmäßige Updates aktuell halten - also potenziell so gut wie jeder.
Botnetz
Botnets sind Netzwerke gekidnappter Rechner - den Bots. Mit Hilfe von Trojaner-Programmen, die sie beispielsweise durch manipulierte Web-Seiten oder fingierte E-Mails auf die Rechner einschleusen, erlangen die Botnet-Betreiber Zugriff auf die fremden PC und können sie via Web steuern. Solche Botnets zu vermieten, kann ein einträgliches Geschäft sein. Die Zombiearmeen werden unter anderem genutzt, um millionenfache Spam-Mails zu versenden, durch eine Vielzahl gleichzeitiger Anfragen Web-Seiten in die Knie zu zwingen oder in großem Stile Passwörter abzugrasen. (mehr bei SPIEGEL ONLINE)
Fakeware, Ransomware
Das Wort setzt sich aus "Fake", also "Fälschung", und "Ware", der Kurzform für Software zusammen: Es geht also um "falsche Software" . Gemeint sind Programme, die vorgeben, eine bestimmte Leistung zu erbringen, in Wahrheit aber etwas ganz anderes tun. Häufigste Form: angebliche IT-Sicherheitsprogramme oder Virenscanner. In ihrer harmlosesten Variante sind sie nutzlos, aber nervig: Sie warnen ständig vor irgendwelchen nicht existenten Viren und versuchen, den PC-Nutzer zu einem Kauf zu bewegen. Als Adware-Programme belästigen sie den Nutzer mit Werbung.

Die perfideste Form aber ist Ransomware : Sie kidnappt den Rechner regelrecht, macht ihn zur Geisel. Sie behindert oder verhindert das normale Arbeiten, lädt Viren aus dem Netz und stellt Forderungen auf eine "Reinigungsgebühr" oder Freigabegebühr, die nichts anderes ist als ein Lösegeld: Erst, wenn man zahlt, kann man mit dem Rechner wieder arbeiten. War 2006/2007 häufig, ist seitdem aber zurückgegangen.
Zero-Day-Exploits
Ein Zero-Day-Exploit nutzt eine Software-Sicherheitslücke bereits an dem Tag aus, an dem das Risiko überhaupt bemerkt wird. Normalerweise liefern sich Hersteller von Schutzsoftware und die Autoren von Schadprogrammen ein Kopf-an-Kopf-Rennen beim Stopfen, Abdichten und Ausnutzen bekanntgewordener Lücken.
Risiko Nummer eins: Nutzer
Das größte Sicherheitsrisiko in der Welt der Computer sitzt vor dem Rechner. Nicht nur mangelnde Disziplin bei nötigen Software-Updates machen den Nutzer gefährlich: Er hat auch eine große Vorliebe für kostenlose Musik aus obskuren Quellen, lustige Datei-Anhänge in E-Mails und eine große Kommunikationsfreude im ach so informellen Plauderraum des Webs. Die meisten Schäden in der IT dürften von Nutzer-Fingern auf Maustasten verursacht werden.
DDoS-Attacken
Sogenannte distribuierte Denial-of-Service-Attacken (DDoS) sind Angriffe, bei denen einzelne Server oder Netzwerke mit einer Flut von Anfragen anderer Rechner so lange überlastet werden, bis sie nicht mehr erreichbar sind. Üblicherweise werden für solche verteilten Attacken heutzutage sogenannte Botnetze verwendet, zusammengeschaltete Rechner, oft Tausende oder gar Zehntausende, die von einem Hacker oder einer Organisation ferngesteuert werden.


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