Internetkriminalität Teenager soll Webseite von Sigmar Gabriel lahmgelegt haben

Mitte Januar wurden mehrere Webseiten von SPD- und CDU-Politikern lahmgelegt - nun hat die Staatsanwaltschaft Frankfurt die Wohnung eines Verdächtigen durchsucht. Er ist 17 Jahre alt.

Tastatur: Mithilfe eines Botnetzes wurden die Seiten der Politiker lahmgelegt
DPA

Tastatur: Mithilfe eines Botnetzes wurden die Seiten der Politiker lahmgelegt


Ermittler der Staatsanwaltschaft Frankfurt haben einen Jugendlichen aufgespürt, der Mitte Januar mutmaßlich mehrere Internetseiten von Spitzenpolitikern und Parteien lahmgelegt hat. Die Attacke galt den Netzauftritten von SPD und CDU sowie den Seiten von SPD-Chef Sigmar Gabriel und SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi.

Die hessische Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT), die zur Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt zählt, bestätigte, dass sie am Mittwoch die Wohnung eines Verdächtigen in Gießen durchsucht hat. Dabei habe man "umfangreiches Beweismaterial" sichergestellt.

Der Beschuldigte sei 17 Jahre alt und habe für seine Attacken auf die Politikerseiten ein Botnetz genutzt. Vorwiegend abends und an Wochenenden wurden die Seiten mit Massenanfragen überschwemmt und so zeitweilig blockiert.

Angriff aus Wut auf die Vorratsdatenspeicherung

Bislang werden dem Verdächtigen offenbar nur die genannten vier Cyberattacken vorgeworfen. Im Januar waren auch die Internetauftritte der Bundesregierung, der Bundeskanzlerin und mehrerer Minister, darunter Familienministerin Manuela Schwesig und Innenminister Thomas de Maizière, von ähnlichen Angriffen betroffen. Regierungssprecher Steffen Seibert sprach seinerzeit von einem "schweren Angriff". Die Staatsanwaltschaft teilte mit, dass man bisher keine Erkenntnisse habe, ob der verdächtige Teenager auch diese Taten begangen haben könnte.

Sicherheitsexperten waren im Januar zunächst von einer Attacke russischer Hacker ausgegangen. Kurz darauf tat sich jedoch ein anonymer Sicherheitsspezialist in sozialen Netzwerken damit hervor, die Seiten blockiert zu haben. In einem Bekennerschreiben nennt er seinen Zorn über die geplante Vorratsdatenspeicherung als ein Motiv: "Durch solche Maßnahmen wird man immer enger in einen Käfig gesperrt."

ama/kn

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insgesamt 26 Beiträge
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hirzer68 16.04.2015
1. es ist einfach gut
wenn so einem 17-jährigen Kriminellen das Handwerk gelegt wird und angemessen bestraft wird. So einem Kriminellen müssen frühzeitig die Konsequenzen aufgezeigt werden. So etwas haette auch beispielgebende Wirkung für andere Figuren seinesgleichen.
SarahMue 16.04.2015
2. 1-2-3...
...bis uns Gabriel erzählt "Mit der Vorratsdatenspeicherung wäre das nieeee passiert" und "Das Internet darf kein rechtsfreier Raum sein"... Was der Jugendliche getan hat, ist quasi eine digitale Sitzblockade und kein "schwerer Angriff". Um auf die drohende, unakzeptable Massenüberwachung aufmerksam zu machen hat er sich einen guten Weg ausgesucht. Ich schließe mich Sascha Lobo an: Schreibt noch heute eurem Abgeordneten, dass ihr diesen Mist nicht akzeptiert. Am besten eine Email ein Fax und ein Brief. Kostet fast nichts und hinterlässt einen bleibenden Eindruck. Mal sehen wie lange es dauert bis Gabriels Seite wieder blockiert wird...
teekesselchen 16.04.2015
3.
Die Polizei hat einen 17-jährigen gefunden? Wie konnten die Polizei denn ohne Vorratsdatenspeicherung denn die IP Adresse dem Jugendlichen zuordnen? Das geht doch gar nicht, deswegen brauchen wir doch die Vorratsdatenspeicherung wieder! Absolut unglaubwürdig das Ganze!
luciusvoldemort 16.04.2015
4. Ich habe noch Hoffnung!
Hoffnung, das wenigstens für die 17 jährigen IT kein Neuland ist. Es sollte viel öfters geschehen um diese Politikignoranten darauf hinzuweisen, das dort noch Menschen sind, die sie normalerweise vertreten sollen. Schade ist nur, das ich das nicht kann, denn könnte ich es, Gabriel und viele andere bekämen von mir tausende mails gegen TTIP und die Vorratsdatenspeicherung. Es wird Zeit, dass sich die Regierung ein neues Volk wählt, oder das Volk endlich Möglichkeiten der Volksabstimmung bekommt z.B. zu den obigen Themen.
pike3000 16.04.2015
5. es haben wohl 98% aller 17
jährigen mehr Ahnung von Internet und IT Sicherheit als die Politik. In Prag hab ich in jedem Taxi free wifi.... in Amsterdam ist jedes 2. Taxi ein Tesla Elektroauto mit einer Mittelkonsole die ein einziger großer TouchScreen ist...... Bei uns kann man froh sein wenn man im Taxi elektrische Fensterheber findet.....
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