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Staatstrojaner: DigiTask wehrt sich gegen Inkompetenz-Vorwurf

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Wer ist schuld am Staatstrojaner-Fiasko? Mit hoher Wahrscheinlichkeit wurde das Spähprogramm von der Firma DigiTask entwickelt. Die Verantwortung, sagt man dort, liege jedoch bei den Behörden. Sie müssten die juristischen Rahmenbedingungen prüfen.

DigiTask-Zentrale: Die hessische Firma liefert Ermittlern Überwachungssoftware Zur Großansicht
dapd

DigiTask-Zentrale: Die hessische Firma liefert Ermittlern Überwachungssoftware

Erschüttert sei man über derartige Anfängerfehler, schreiben die Experten des Chaos Computer Club (CCC) in ihrer Analyse eines Staatstrojaners. Entwickelt hat den vom CCC untersuchten Trojaner mit hoher Wahrscheinlichkeit die hessische Firma DigiTask. Für das Unternehmen spricht der Anwalt Winfried Seibert. Er sagt, die Firma gehe davon aus, dass es sich bei der vom CCC untersuchten Software um ein Programm handelt, das DigiTask im November 2008 an das bayerische Landeskriminalamt geliefert habe.

DigiTask wehrt sich damit auch gegen Vorwürfe, man habe schlampige Arbeit abgeliefert. Seibert sagt: "Die Software wurde vor fast drei Jahren geliefert - das sind in der IT-Branche Lichtjahre. Es ist durchaus möglich, dass im November 2008 gelieferte Software heute nicht mehr den Sicherheitsanforderungen entspricht." DigiTask überarbeite seine Software regelmäßig. Das Unternehmen geht davon aus, dass in den aktuellen Versionen die vom CCC kritisierten Probleme behoben sind.

DigiTask: Behörden sind für den Einsatz allein verantwortlich

Seibert schiebt damit den Ermittlungsbehörden den schwarzen Peter zu. Sie entschieden, ob Software aktualisiert werde: "Ohne einen Auftrag der Kunden kann DigiTask nicht neue Versionen ausliefern."

Auch die Verantwortung dafür, dass die eingesetzte Software mit den juristischen Vorgaben übereinstimmt, sieht DigiTask bei den Ermittlungsbehörden. Das Unternehmen liefere den Behörden nur diejenigen Komponenten mit, die in der Anforderung verlangt werden. Ein Gericht entscheidet von Fall zu Fall, welche Daten die Ermittler erfassen dürfen. Auf Basis dieser Beschlüsse bestellen Ermittlungsbehörden dann eine spezielle Software für jeden Einzelfall bei DigiTask. Anwalt Seibert: "Die Behörden versichern, dass diese Anforderung dem richterlichen Beschluss entspricht. DigiTask kann und darf das nicht überprüfen - ein Unternehmen darf nicht wissen, wer mit den gelieferten Werkzeugen warum überwacht wird."

Der Chaos Computer Club kritisiert, dass die Möglichkeiten des von ihm untersuchten Staatstrojaners über das rechtlich Zulässige hinausgehen:

"So kann der Trojaner über das Netz weitere Programme nachladen und ferngesteuert zur Ausführung bringen. Eine Erweiterbarkeit auf die volle Funktionalität des Bundestrojaners - also das Durchsuchen, Schreiben, Lesen sowie Manipulieren von Dateien - ist von Anfang an vorgesehen."

Dafür, dass solche Software nicht eingesetzt wird, müssen auch die Bundesländer sorgen - so die Ansicht von Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU). Laut " FAZ" hat er die Bundesländer aufgefordert, "den Einsatz von Ermittlungssoftware zu unterbinden, die geeignet ist, rechtswidrige Durchsuchungen von Computern Tatverdächtiger zu ermöglichen".

Welche Behörden hatten Überwachungssoftware von DigiTask im Einsatz? Das Unternehmen liefert nach eigenen Angaben in die Niederlande, nach Österreich, in die Schweiz und in Deutschland an "Ermittlungsbehörden auf Landes- und Bundesebene". Dazu gehört auf jeden Fall das bayerische Landeskriminalamt - hier hat DigiTask einen entsprechenden Auftrag bestätigt.

BKA bestellt für Rheinland-Pfalz Schnüffelsoftware

Bei anderen Behörden ist andere Schnüffelsoftware im Einsatz als der vom CCC untersuchte Staatstrojaner, den DigiTask wahrscheinlich Ende 2008 nach Bayern lieferte. So verlautet aus Berliner Sicherheitskreisen, dass das Bundeskriminalamt ebenfalls Software des Unternehmens DigiTask einsetzt - allerdings in modifizierter Version. Experten hätten die auch von Bayern eingesetzte Version begutachtet und für zu weitgehend befunden. DigiTask habe seine Software nach den Vorgaben von BKA und Bundesinnenministerium angepasst.

Deshalb ist unklar, ob die in anderen Bundesländern eingesetzten Staatstrojaner auch die vom CCC kritisierten Funktionen enthalten.

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insgesamt 106 Beiträge
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1. Na so was
jujo 12.10.2011
Jetzt hat der Betrogene also selber Schuld, das er sich hat betrügen lassen!
2. Lachnummern … keiner ist Schuld …
wika 12.10.2011
Dafür gibt es jetzt schon den richtigen Spott: *„Neues Bundestrojaner 3.0 Konzept soll Flop wettmachen“* … Link (http://qpress.de/2011/10/11/neues-bundestrojaner-3-0-konzept-soll-flop-wettmachen/), also freuen sie sich auf den neuen Bundestrojaner 3.0 und den Mehrwert der da geboten wird. Ab 2012 zum kostenlosen Download bundesweit, nicht nur für Verbrecher … (°!°)
3. Alte Version?
Chrysop, 12.10.2011
Die schlampige bzw. laienhafte Programmierung der Software, die dem dummen deutschen Steuerzahler für Millionen in Rechnung gestellt wurde, hat noch nie dem Stand der Technik entsprochen, selbst wenn sie vor zehn Jahren programmiert worden wäre und schon gar nicht im Jahre 2008. Jeder der etwas Ahnung von der Materie hat, wird das bestätigen können. DigiTask lügt zum Selbstschutz hier alle Bürger an, die üblicherweise von Netzwerksicherheit, Kryptografie und Programmierung wenig Ahnung haben. Unsignierte Kommandos, zwar eine Verschlüsselungs- aber keine Entschlüsselungsroutine eingebaut und vieles mehr... das alles ist größter Software Murks, begabte Schüler der Mittelstufe haben da mehr drauf als DigiMurks.
4. .
takeo_ischi 12.10.2011
Zitat von sysopWer ist schuld am Staatstrojaner-Fiasko? Mit hoher Wahrscheinlichkeit wurde das Spähprogramm von der Firma DigiTask entwickelt.*Die Verantwortung, sagt man dort,*liege jedoch bei den Behörden.*Die hätten merken müssen, dass die Software längst veraltet war. http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,791251,00.html
Ja, nee ist klaa. Vor drei Jahren haben noch alle schlampig gecodet... Und vor drei Jahren war es noch üblich und supisicher überall die selben Passwörter zu verwenden... Das Programm war auch vor 3 Jahren schon überteuerter Müll. Warum waren denn die illegalen Zusatzfunktionen zwar schlampig, aber absichtlich versteckt worden und nicht entfernt? Das zeigt doch ganz klar, dass auch DigiTask bescheid wusste, dass da was nicht legal ablaufen sollte. Den Schwarzen Peter werden die zurecht nicht mehr los. Wobei, mit Geldkoffer klappts vielleicht nochmal...
5. Was ist das hier wieder für ein Kindergarten?
n.holgerson 12.10.2011
Sind selbst die einfachsten Zusammenhänge nicht verständlich? Wenn die Polizei eine bestimmte Art von Waffe bestellt, dann ist doch auch der Waffenhersteller nicht verantwortlich, wie und wann die Polizei diese Waffe einsetzt. Aber selbst die simpelsten Zusammenhänge scheinen meinen Vorschreibern zu viel zu sein. Peinlich!
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Schad- und Spähsoftware
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Trojaner
Wie das Trojanische Pferd in der griechischen Mythologie verbergen Computer-Trojaner ihre eigentliche Aufgabe (und Schädlichkeit!) hinter einer Verkleidung. Meist treten sie als harmlose Software auf: Bildschirmschoner, Videodatei, Zugangsprogramm. Sie werden zum Beispiel als E-Mail-Anhang verbreitet. Wer das Programm startet, setzt damit immer eine verborgene Schadfunktion ein: Meist besteht diese aus der Öffnung einer sogenannten Backdoor , einer Hintertür, die das Computersystem gegenüber dem Internet öffnet und durch die weitere Schadprogramme nachgeladen werden.
Virus
Computerviren befallen vorhandene Dateien auf den Computern ihrer Opfer. Die Wirtsdateien funktionieren – zumindest eine Zeit lang - weiterhin wie zuvor. Denn Viren sollen nicht entdeckt werden. Sie verbreiten sich nicht selbständig, sondern sind darauf angewiesen, dass Computernutzer infizierte Dateien weitergeben, sie per E-Mail verschicken, auf USB-Sticks kopieren oder in Tauschbörsen einstellen. Von den anderen Schad- und Spähprogrammen unterscheidet sich ein Virus allein durch die Verbreitungsmethode. Welche Schäden er anrichtet, hängt allein vom Willen seiner Schöpfer ab.
Rootkit
Das kleine Kompositum führt die Worte "Wurzel" und "Bausatz" zusammen: "Root" ist bei Unix-Systemen der Benutzer mit den Administratorenrechten, der auch in die Tiefen des Systems eingreifen darf. Ein "Kit" ist eine Zusammenstellung von Werkzeugen. Ein Rootkit ist folglich ein Satz von Programmen, die mit vollem Zugriff auf das System eines Computers ausgestattet sind. Das ermöglicht dem Rootkit weitgehende Manipulationen, ohne dass diese beispielsweise von Virenscannern noch wahrgenommen werden können. Entweder das Rootkit enthält Software, die beispielsweise Sicherheitsscanner deaktiviert, oder es baut eine sogenannte Shell auf, die als eine Art Mini-Betriebssystem im Betriebssystem alle verdächtigen Vorgänge vor dem Rechner verbirgt. Das Gros der im Umlauf befindlichen Rootkits wird genutzt, um Trojaner , Viren und andere zusätzliche Schadsoftware über das Internet nachzuladen. Rootkits gehören zu den am schwersten aufspürbaren Kompromittierungen eines Rechners.
Wurm
Computerwürmer sind in der Praxis die getunte, tiefergelegte Variante der Viren und Trojaner. Im strengen Sinn wird mit dem Begriff nur ein Programm beschrieben, das für seine eigene Verbreitung sorgt - und der Programme, die es transportiert. Würmer enthalten als Kern ein Schadprogramm , das beispielsweise durch Initiierung eines eigenen E-Mail-Programms für die Weiterverbreitung von einem befallenen Rechner aus sorgt. Ihr Hauptverbreitungsweg sind folglich die kommunikativen Wege des Webs: E-Mails, Chats, AIMs , P2P-Börsen und andere. In der Praxis werden sie oft als Vehikel für die Verbreitung verschiedener anderer Schadprogramme genutzt.
Drive-by
Unter einem Drive-by versteht man die Beeinflussung eines Rechners oder sogar die Infizierung des PC durch den bloßen Besuch einer verseuchten Web-Seite. Die Methode liegt seit einigen Jahren sehr im Trend: Unter Ausnutzung aktueller Sicherheitslücken in Browsern und unter Einsatz von Scripten nimmt ein auf einer Web-Seite hinterlegter Schadcode Einfluss auf einen Rechner. So werden zum Beispiel Viren verbreitet, Schnüffelprogramme installiert, Browseranfragen zu Web-Seiten umgelenkt, die dafür bezahlen und anderes. Drive-bys sind besonders perfide, weil sie vom PC-Nutzer keine Aktivität (wie das Öffnen einer E-Mail) verlangen, sondern nur Unvorsichtigkeit. Opfer sind zumeist Nutzer, die ihre Software nicht durch regelmäßige Updates aktuell halten - also potenziell so gut wie jeder.
Botnetz
Botnets sind Netzwerke gekidnappter Rechner - den Bots. Mit Hilfe von Trojaner-Programmen, die sie beispielsweise durch manipulierte Web-Seiten oder fingierte E-Mails auf die Rechner einschleusen, erlangen die Botnet-Betreiber Zugriff auf die fremden PC und können sie via Web steuern. Solche Botnets zu vermieten, kann ein einträgliches Geschäft sein. Die Zombiearmeen werden unter anderem genutzt, um millionenfache Spam-Mails zu versenden, durch eine Vielzahl gleichzeitiger Anfragen Web-Seiten in die Knie zu zwingen oder in großem Stile Passwörter abzugrasen. (mehr bei SPIEGEL ONLINE)
Fakeware, Ransomware
Das Wort setzt sich aus "Fake", also "Fälschung", und "Ware", der Kurzform für Software zusammen: Es geht also um "falsche Software" . Gemeint sind Programme, die vorgeben, eine bestimmte Leistung zu erbringen, in Wahrheit aber etwas ganz anderes tun. Häufigste Form: angebliche IT-Sicherheitsprogramme oder Virenscanner. In ihrer harmlosesten Variante sind sie nutzlos, aber nervig: Sie warnen ständig vor irgendwelchen nicht existenten Viren und versuchen, den PC-Nutzer zu einem Kauf zu bewegen. Als Adware-Programme belästigen sie den Nutzer mit Werbung.

Die perfideste Form aber ist Ransomware : Sie kidnappt den Rechner regelrecht, macht ihn zur Geisel. Sie behindert oder verhindert das normale Arbeiten, lädt Viren aus dem Netz und stellt Forderungen auf eine "Reinigungsgebühr" oder Freigabegebühr, die nichts anderes ist als ein Lösegeld: Erst, wenn man zahlt, kann man mit dem Rechner wieder arbeiten. War 2006/2007 häufig, ist seitdem aber zurückgegangen.
Zero-Day-Exploits
Ein Zero-Day-Exploit nutzt eine Software-Sicherheitslücke bereits an dem Tag aus, an dem das Risiko überhaupt bemerkt wird. Normalerweise liefern sich Hersteller von Schutzsoftware und die Autoren von Schadprogrammen ein Kopf-an-Kopf-Rennen beim Stopfen, Abdichten und Ausnutzen bekanntgewordener Lücken.
Risiko Nummer eins: Nutzer
Das größte Sicherheitsrisiko in der Welt der Computer sitzt vor dem Rechner. Nicht nur mangelnde Disziplin bei nötigen Software-Updates machen den Nutzer gefährlich: Er hat auch eine große Vorliebe für kostenlose Musik aus obskuren Quellen, lustige Datei-Anhänge in E-Mails und eine große Kommunikationsfreude im ach so informellen Plauderraum des Webs. Die meisten Schäden in der IT dürften von Nutzer-Fingern auf Maustasten verursacht werden.
DDoS-Attacken
Sogenannte distribuierte Denial-of-Service-Attacken (DDoS) sind Angriffe, bei denen einzelne Server oder Netzwerke mit einer Flut von Anfragen anderer Rechner so lange überlastet werden, bis sie nicht mehr erreichbar sind. Üblicherweise werden für solche verteilten Attacken heutzutage sogenannte Botnetze verwendet, zusammengeschaltete Rechner, oft Tausende oder gar Zehntausende, die von einem Hacker oder einer Organisation ferngesteuert werden.


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