Geheimdienst-Überwachung Ein deutsches Unternehmen erfährt, dass es gehackt wurde

Das deutsche Unternehmen Stellar bringt das Internet via Satellit in entlegene Gegenden. Snowden-Dokumente zeigen, dass der britische Geheimdienst GCHQ das Rechnernetz der Firma gehackt hat. Stellar-Mitarbeiter reagieren schockiert.

DER SPIEGEL

Das Unternehmen Stellar in Hürth bei Köln versorgt entlegene Regionen auf der Welt mit Internetzugängen. "Die Welt ist unser Markt", lautet der Slogan des Unternehmens. Typische Kunden von Unternehmen wie Stellar sind etwa Ölbohrplattformen, Diamantenminen oder die Außenstellen internationaler Unternehmen an Orten mit sonst schlechter Internetanbindung. Dazu werden Satelliten und gewaltige Antennen benutzt. Letztere kann man beispielsweise bei Stellar in Hürth aus der Nähe betrachten.

Dass Stellar ein Angriffsziel des britischen Geheimdienstes GCHQ ist, hatte der SPIEGEL bereits im März berichtet. Der Name des Unternehmens und die Namen und E-Mail-Adressen von 16 Angestellten tauchten in einem GCHQ-Dokument auf, das der SPIEGEL dank Edward Snowden einsehen konnte. Nun hat SPIEGEL-Redakteur Marcel Rosenbach Stellar in Hürth besucht und dem IT-Chef des Unternehmens Ali Fares sowie dem Firmenchef Christian Steffen Einblick in das GCHQ-Dokument gewährt.

Wie die beiden reagieren, als ihnen die Tragweite der Geheimdienst-Infiltration ihres eigenen Netzwerkes klar wird, zeigt unser Video. Gedreht haben den kurzen Film Katy Scoggin und Laura Poitras. Mehr über den Fall Stellar und die Tatsache, dass GCHQ und NSA offenbar auch die Netze der Deutschen Telekom und Netcologne angezapft haben, lesen Sie im aktuellen SPIEGEL.

cis



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insgesamt 63 Beiträge
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Hulda 14.09.2014
1. Unsinn
"Stellar-Mitarbeiter reagieren schockiert" Kein Mensch ist heute noch geshockt darüber, dass die Daten-Krake NSA mit Hilfe des BND überall in Deutschand zugreift. Mit ausdrücklicher Billigung der Bundesregierung, die sich durch die Totalüberwachung der Bürger offenbar Machtsicherung verspricht. Merkel: "Nicht alles was schlecht an der Stasi".
Immanuel_Goldstein 14.09.2014
2.
Hat Stellar Strafanzeige gestellt?
südwest3 14.09.2014
3. es ist unglaublich...
der brit. Geheimdienst GCHQ spioniert in EU-Mitgliedsländern wie Deutschland. Zum Donner - wozu haben wir eine EU, wenn diese nicht in der Lage ist, solche Unverschämtheiten von Mitglieds-Partnerländern zu unterbinden?
mwroer 14.09.2014
4. Mir wird übel ...
wenn ich sehe das ein Kunde 'Horizon' als Admin-Login 'h0riz0n' benutzt. Es ist doch kein Wunder wenn Dienste wie die NSA es so einfach haben. Das ist kein Passwort, das ist eine Einladung. Passworte auf einer solche Ebene haben bestimmten Grundregeln zu folgen - und es gibt keine Entschuldigung für einen Admin so einen Bockmist zu verzapfen. Das die NSA ein krimineller Verein ist, hat das Video soweit notwendig allerdings auch hinreichend bewiesen. Wer klagt als erster und ... wo :) ?
halsbeißer 14.09.2014
5. Wirklich schockierend
fände ich allerdings auch, wenn die Firma wirklich einen so wichtigen Server nur mit einem nicht einmal achtstelligen Passwort gesichert hat: im Video sieht man das geknackte Passwort "h0r1z0n". Da ist ja mein Heimrouter besser gesichert mit 16 Stellen und 256-bit Verschlüsselung.
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