Straßenatlas im Web: Google veröffentlicht erste Street-View-Bilder aus Deutschland

Google gibt in Deutschland einen ersten Vorgeschmack auf seinen Online-Straßenatlas Street View. Der Internet-Riese stellt aber nur wenige Bilder ins Internet. So kommen einige Straßenzüge der Gemeinde Oberstaufen im Allgäu ins Netz - der Ort freut sich über den Werbeeffekt.

Google-Logo: Freischaltung in Oberstaufen wird von Festakt begleitet Zur Großansicht
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Google-Logo: Freischaltung in Oberstaufen wird von Festakt begleitet

Augsburg - Der umstrittene Straßenbilderdienst Google Street View geht nach Informationen der "Augsburger Allgemeinen" und der dpa bereits am Dienstag offiziell in Deutschland an den Start. Wie die Zeitung in ihrer Dienstagsausgabe berichtet, soll als erstes der Tourismusort Oberstaufen im Allgäu komplett gezeigt werden. Anders als in vielen Teilen Deutschlands hätten die Bürger der bayerischen Marktgemeinde den Internetdienst von Anfang an begrüßt. In Oberstaufen wird die Freischaltung von Google Street View laut Bürgermeister Walter Grath am Vormittag von einem Festakt begleitet.

"Als die Diskussion losging, war jeder dagegen. Wir sagten uns, wir sehen das anders", sagte Grath der Zeitung. Die Gemeinde hatte ihre offene Haltung zu Google Street View werbewirksam gezeigt, indem sie anlässlich der Fotoaufnahmen eine Torte backen ließ, mit der Aufschrift: "Street View. Willkommen in Oberstaufen." Über das Internet habe sich das Foto der Willkommenstorte rasch verbreitet, sagte Grath. Auch Google selbst sei so auf Oberstaufen aufmerksam geworden und habe den kleinen Ort als Ort für seinen Deutschland-Startschuss gewählt. "Google ist auf uns zugegangen", sagte Grath.

Nach Informationen der "Augsburger Allgemeinen" schaltet Google am Dienstag zudem Bilder von einigen Sehenswürdigkeiten im Bundesgebiet frei, zum Beispiel vom Brandenburger Tor in Berlin und von der Münchener Allianz-Arena. Der Startknopf werde dafür in Oberstaufen gedrückt.

Google Street View ist ein Internetdienst, bei dem sich Nutzer in Fußgängerperspektive durch die Straßen von Städten bewegen und Rundum-Panoramen der Straßenzüge betrachten können. Street View ist bei Datenschützern umstritten, weil es nach deren Ansicht private Details über das Wohnumfeld von Menschen verrät. Bis Jahresende will der Dienst mit Panorama-Ansichten von Straßen der 20 größten Städte Deutschlands aufwarten. Mehr als 244.000 Haushalte in den 20 Städten hatten beantragt, ihre Wohnhäuser in dem Google-Dienst unkenntlich zu machen.

luk/AFP/dpa

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insgesamt 30 Beiträge
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1. ,,,,
mm01 01.11.2010
Zitat von sysopGoogle gibt in Deutschland einen ersten Vorgeschmack auf seinen Online-Straßenatlas Street View. Der Internet-Riese*stellt aber nur wenige Bilder ins Internet. So kommen einige Straßenzüge der Gemeinde Oberstaufen im Allgäu ins Netz - der Ort freut sich über den Werbeeffekt. http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,726626,00.html
Ich freue mich auch. Habe früher schon die Bilder über München (auch mein Gebiet dabei) betrachtet. Finde ich gut und konnte nichts Negatives entdecken.
2. Hier könnte Ihre Werbung stehen.
Daniel FR 02.11.2010
Und wann geht es in den angekündigten 20 deutschen Großstädten los?
3. Einstimmig?
spie_gelein 02.11.2010
Dafür dass die Bürger Street View euphorisch begrüßen sind auf der Schloßstraße aber ziemlich viele Häuser unkenntlich gemacht :D Ich habe nur mal kurz meine Spannerleidenschaft ausgelebt und auf Anhieb die besagten unkenntlich gemachten Häuser gefunden. Das lass ich jetzt mal wertungfrei im Raum stehen.
4. ...
seine_unermesslichkeit 02.11.2010
Ein ganzer Ort widersetzt sich der Anti-Google-street-view-Hysterie. Wie kann das sein? Heerscharen von Einbrecherbanden laufen nun Gefahr, sich in Oberstaufen gegenseitig über den Haufen zu rennen. Viele Einbrecher werden unverrichter Dinge wieder abziehen müssen weil schon alles geklaut. Nicht zu fassen!
5. Sinnlos
DocLovejoy 02.11.2010
Die Leute haben den wirtschaftlichen Vorteil immerhin verstanden. So kann ich mir in Ruhe den Ort anschauen, bevor ich meine Reise dorthin buche. Im Prinzip haben sich doch alle Leute, die widersprochen haben, selbst ins Fleisch geschnitten. 300.000 Widersprüche, das sind vielleicht 200.000 Häuser, die verpixelt werden. Ich wette drum, dass sofort nach dem Start einige Leute Fotos von den verpixelten Häusern machen und die dann hochladen, Panramio sei Dank. Und was hat der Widerspruch dann gebracht? Statt eines 1-2 Jahres alten Foto des Hauses findet sich ein ganz aktuelles Foto im Netz, völlig ohne rechtliche Handhabe. Man kann sicherlich der Überzeugung sein, seine Privatsphäre zu schützen. Bin ich auch ein großer Fan von. Aber sich wegen Jahre alter Fotos aufzuregen, scheint eher ein deutsches Problem zu sein. Es gibt unter den Leuten bestimmt einen Teil, die sehr auf Datenschutz achten. Ich behaupte aber, der Rest rennt mit der Payback Karte zum Tanken, mit der Clubkarte in den Baumarkt und so weiter. So ist zumindest mein Eindruck, wenn ich in diversen Läden an der Kasse stehe.
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Street View - So funktioniert der Widerspruch
Per Online-Formular
Auf der Googles Widerspruchs-Website kann man einen Online-Antrag ausfüllen. Dabei sind die Anschrift zu nennen, das Haus auf einer Google-Maps-Karte zu markieren und ergänzende Angaben zu machen. Google sendet daraufhin einen Bestätigungscode an die angegebene Adresse, den man wiederum online eingeben muss, um seine Identität zu verifizieren.

Dieses Tool lädt allerdings geradezu zu Missbrauch ein. Nicht nur, weil man damit natürlich beliebig viele Anträge auch für Fremde stellen kann. Sondern auch, weil Google ausdrücklich nicht nur die Adresse des jeweiligen Gebäudes für die Zusendung des Codes akzeptiert. Man kann den Code auch an eine andere Adresse senden lassen. Scherzbolde könnten Google auf diese Weise zu einem dramatischen Anstieg der Portokosten verhelfen. Dass sich das allerdings spürbar auf den Jahresgewinn des Konzerns auswirkt, ist zu bezweifeln.
Per Post
Bereits seit April 2009 kann man einen Antrag auf Unkenntlichmachung eines Hauses per Post an die Adresse von Googles Niederlassung in Deutschland schicken. Die lautet:

Google Germany GmbH
Betr. Street View
ABC-Straße 19
20354 Hamburg

Der Antrag sollte neben der genauen Adresse des Hauses auch den Namen des Mieters oder Eigentümers sowie eine grobe Beschreibung der Hausfassade (Farbe, Material, Dachform) enthalten.
Per E-Mail
Man kann den Antrag seit April 2009 auch per E-Mail an die Adresse streetview-deutschland@google.com schicken. Besonders sinnvoll ist dieser Weg aber nicht, da man als Antwort lediglich die Aufforderung erhält, die am Dienstag ins Netz gestellten Online-Formulare zu verwenden.
Per Telefon
Eine Möglichkeit per Telefon Widerspruch gegen eine Präsenz in Street View zu stellen, hat Google nicht vorgesehen.
Fristen
Bereits seit April 2009 nimmt Google Widersprüche per Mail oder Post entgegen. Einwohnern der 20 Städte, die Google zuerst via Street View ins Netz stellt, hat das Unternehmen ein Frist bis zum 15. September 2010, 23:59 Uhr, gesetzt. Alle Widersprüche, die bis zu diesem Zeitpunkt bei Google eingegangen sind, werden bearbeitet, bevor Street View Deutschland online geht.

Widersprüche, die nach dieser Frist eingehen, werden erst nach der Einführung von Street View in das Angebot eingearbeitet. Häuser, die auf diese Weise nachgemeldet werden, sind also vorerst noch online zu sehen.

Am Widerspruchsverfahren kann auch teilnehmen wer in einem Ort wohnt, der noch nicht von Street View erfasst wurde. So kann man schon im Vorfeld icherzustellen, dass sein Haus unkenntlich gemacht wird, sollte die jeweilige Ortschaft zu einem späteren Zeitpunkt in Street View eingebettet werden.
Diese Städte sind zuerst in Street View zu sehen
Zur Einführung von Street View will Google zunächst nur die 20 nach ihrer Bevölkerungszahl größten Städte Deutschllands in den digitalen 3-D-Straßenatlas aufnehmen:

* Berlin
* Bielefeld
* Bochum
* Bonn
* Bremen
* Dortmund
* Dresden
* Duisburg
* Düsseldorf
* Essen
* Frankfurt am Main
* Hamburg
* Hannover
* Köln
* Leipzig
* Mannheim
* München
* Nürnberg
* Stuttgart
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