Südkorea Betreiber von Atomkraftwerken meldet Datendiebstahl

Unbekannte konnten Baupläne und Daten von Mitarbeitern in Südkoreas Atomkraftwerken kopieren. Kritische Systeme sollen nicht betroffen sein. Jetzt laufen Übungen zur Abwehr von Cyber-Attacken.

Übungen zur Cyberabwehr: Reaktoren Shin-Kori 3 und 4 in Südkorea
AFP

Übungen zur Cyberabwehr: Reaktoren Shin-Kori 3 und 4 in Südkorea


Seoul - Nach der Enthüllung geschützter Informationen über zwei südkoreanische Atomreaktoren im Internet hat der Betreiber zweitägige Übungen zur Abwehr von Cyber-Attacken begonnen. Die Übungen würden an vier von 23 Reaktorstandorten im Land durchgeführt, teilte eine Sprecherin der staatlichen Firma Korea Hydro and Nuclear Power (KHNP) am Montag mit.

Das Unternehmen bekräftigte, dass die Veröffentlichungen keine kritischen Systeme von Atomanlagen beträfen. Die Staatsanwaltschaft ermittle in der Angelegenheit. Wie Reuters berichtet, gibt es offenbar eine erste Spur. Südkorea steht an fünfter Stelle der weltweit größten Reaktorbetreiber.

Ein Hacker hatte die Informationen seit Mitte Dezember auf Twitter veröffentlicht und mit der Offenlegung weiterer Datensätze gedroht, sollten die Behörden bestimmte Atomanlagen nicht bis Weihnachten schließen. Er gab sich als Leiter einer Anti-Atom-Gruppe auf Hawaii aus. Neben Details über Kühlsysteme, Grundrisse, Betriebsanleitungen sowie anderen Informationen gelangten auch persönliche Angaben über KHNP-Beschäftigte in die Öffentlichkeit.

Die Angst vor Cyber-Attacken von außen sitzt in dem stark vernetzten Südkorea besonders tief. In den vergangenen Jahren wurde Nordkorea für mehrere Attacken auf Internetseiten von Behörden und Unternehmen verantwortlich gemacht. Pjöngjang hat die Vorwürfe stets bestritten. US-Präsident Barack Obama macht Nordkorea aktuell für einen Hackerangriff auf Sony Pictures verantwortlich.

ore/dpa

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insgesamt 7 Beiträge
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Seite 1
killhill 22.12.2014
1.
Die zweitägige Übung is ja wohl eher eine Alibi Veranstaltung. Was soll das denn bringen?
opinio... 22.12.2014
2. Datensätze strahlen nicht,
dennoch sind diese Vorfälle ernst zu nehmen. Allein die wirtschaftlichen Schäden können enorm sein.
vantast64 22.12.2014
3. So gut geschützt kann es nicht sein,
wenn die Anlagen am Internet hängen. Die billige Lösung der Fernwartung am Internet erweist sich als eine teure Einsparung.Aber Erfahrung macht klug, vielleicht sogar in der Atomindustrie.
GoaSkin 22.12.2014
4. ganz einfache Lösung: Offline-Systeme
Man sollte sich einmal überlegen, ob jeder Rechner überhaupt am Netz hängen muss oder ob so mancher Rechner mit sensiblen Daten auf eine physikalische Netzwerkverbindung bis zum Internet-Gateway auch verzichten kann. Es muss doch nicht alles, was einen LAN-Anschluss hat, über fünf Ecken im Internet hängen.
hahewo 22.12.2014
5. Datenklau
Solch hochsensibele Daten könnte man ja auch auf eine Stand-alone-Computer packen. Wie auch immer, aus Schaden wird man, hoffentlich klug. Deutsche Industrie und Bundesministerien fragen. Die waren auch eine ganze Zeit von diesem Vernetzungswahn befallen.
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