In einem offenen Brief wenden sich 51 Autoren der mit Fernsehgebühren bezahlten Krimireihe "Tatort" an die Grünen, die Piratenpartei, die Linke und die "liebe Netzgemeinde". Mit dem Schreiben beziehen sie in der zunehmend hitzig geführten Diskussion um eine Reform des Urheberrechts Stellung.
Die Drehbuchschreiber, darunter durchaus prominente Autoren wie Felix Huby und Michael Gutmann ("Crazy", "23", "Lichter"), warnen vor einer Schwächung der Urheberrechte und fürchten eine Aufwertung der "Umsonstkultur", die angeblich den Rang eines Grundrechts bekommen soll. Die nachhaltige Produktion "qualitativ hochwertiger Kunst und Kultur" könne aber "nicht amateurhaft, also wie Wikipedia organisiert werden".
Kürzere Schutzfristen - derzeit können die Nachfahren von Urhebern bis 70 Jahre nach dessen Tod die Rechte wahrnehmen - bezeichnen sie als Symbolpolitik, weil sich die "vermeintlich unschuldigen User" nur die "allerallerneuesten Filme, Musiken, Bücher, Fotos und Designs" illegal herunterladen würden.
Sie betonen das "Grundrecht auf geistiges Eigentum" und werfen den Grünen vor, "von Google alimentierte Initiativen" vorzuschicken, um dieses in Frage zu stellen. Urheberrechte seien aber "ultimativ verbrieft", dass diese zur Disposition stünden, sei eine "Lebenslüge der Netzgemeinde", schreiben die Autoren. Und weiter: Die "selbsternannten Digital Natives" hätten nie direkt mit betroffenen Urhebern gesprochen.
Sie fordern, "Missbrauchskontrollen bei Providern und Usern" nicht als "Untergang des Abendlandes" anzuprangern. Google, YouTube und "die anderen Internetserviceprovider" würden sich "dumm und dämlich" verdienen, indem sie "illegale Kontakte" an Angebote wie Kino.to, Megaupload oder The Pirate Bay vermitteln würden. Die "Tatort"-Autoren weisen darauf hin, dass Bürger sich auch bei der Suche nach Steuersündern und Schwarzfahrern Einschränkungen ihrer Rechte gefallen lassen müssten.
Rechteverwerter fordern von Internet-Providern eine Kontrolle von Inhalten, um illegale Kopien einzudämmen. Die Provider weisen eine Rolle als Hilfsheriff jedoch zurück und wollen nicht in den Datenverkehr ihrer Kunden eingreifen, um diese anschließend abmahnen zu können.
Mitglieder der Piratenpartei weisen unterdessen darauf hin, dass ihre Vorschläge zur Reform des Urheberrechts von Urhebern erarbeitet wurden - also mit Vertretern jener Gruppe, mit denen den "Tatort"-Autoren zufolge nicht gesprochen wurde.
ore
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