"The Interview" Sony veröffentlicht Nordkorea-Komödie online

Jetzt also doch: Sony hat "The Interview" zum Streamen ins Netz gestellt. Zuvor hatten rund 200 US-Kinos angekündigt, die umstrittene Nordkorea-Komödie trotz Terrordrohungen zu zeigen.


Washington - Schon vor einer Woche will sich die Firma Sony an mehrere Firmen gewandt haben, um die Nordkorea-Satire "The Interview" online verfügbar zu machen. Wie nun bekannt wurde, hat es geklappt: Seit Mittwochabend ist der Film via YouTube Movies, Xbox Video, Google Play und der separaten Sony-Webseite www.seetheinterview.com zu sehen. Er kostet 5,99 Dollar. In Europa ist der Film derzeit jedoch nicht zu sehen: Er muss mit einer US-Kreditkarte bezahlt werden und erfordert zudem beim Abruf eine US-amerikanische IP-Adresse.

"Nach allem, was passiert ist, haben wir uns vor allem mit den Auswirkungen auf die Sicherheit beschäftigt", schrieb Googles Chefanwalt David Drummond im offiziellen Blog des Unternehmen. "Aber nachdem Sony und Google über alles diskutiert hatten, sind sie sich einig geworden, dass wir nicht am Rand sitzen und einer Handvoll Menschen die Entscheidung darüber überlassen dürfen, was in anderen Ländern die Grenzen der freien Rede sind."

Nach einer Hacker-Attacke auf Sony Pictures und Terrordrohungenhatte das Filmstudio es zunächst den Kinobetreibern überlassen, ob sie den Film zeigen wollen. Weil die meisten Kinoketten absprangen, sagte Sony die Premiere ab. Die Entscheidung war unter anderem von US-Präsident Barack Obama kritisiert worden: "Wir können nicht in einer Gesellschaft leben, in der irgendein Diktator irgendwo anfängt, in den USA Zensur auszuüben", sagte er.

Doch insgesamt hatten sich dann doch mehr als 200 US-Kinos - vor allem unabhängige Kinos und Programmkinos - dafür entschieden, den Film am ersten Weihnachtstag zu zeigen. Die Komödie mit Seth Rogen und James Franco handelt von einem fiktiven Attentatsversuch auf Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un. Für den Angriff auf Sony macht die US-Bundespolizei Nordkorea verantwortlich. Die Führung in Pjöngjang bestreitet dies.

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aar/Reuters/AP

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