Transparenzbericht: Google meldet Zunahme behördlicher Löschgesuche

Google: Der Konzern beklagt, dass Regierungen immer häufiger in seine Dienste eingreifen Zur Großansicht
AFP

Google: Der Konzern beklagt, dass Regierungen immer häufiger in seine Dienste eingreifen

Erneut hat Google Zahlen dazu veröffentlicht, wie oft Regierungsstellen Daten aus seinen Angeboten entfernen lassen wollen. Demnach hat die Zahl der Löschanfragen durch Regierungsstellen zugenommen. Viele Anfragen kommen aus Deutschland.

Löschanfragen von Behörden und Gerichten gegen Inhalte auf Google-Diensten haben erneut zugenommen. Das geht aus dem jüngsten Bericht hervor, den der Internetkonzern am Donnerstag veröffentlicht hat. Die von Google als Transparenzbericht bezeichnete Auflistung enthält eben Informationen zu Löschgesuchen auch Details zu Anfragen von Behörden nach Nutzerdaten. Demnach stellen Deutsche Behörden vergleichsweise häufig solche Anfragen.

Im Berichtszeitraum von Juli bis Dezember 2012 hätten das Unternehmen weltweit 2285 Löschanfragen von Regierungsstellen erreicht, teilt Google mit. Das ist eine Zunahme von 26,2 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2012. "Es wird immer deutlicher, dass das Ausmaß von Versuchen seitens Regierungen, Inhalte auf Google-Diensten zu zensieren, zunimmt", schreibt die Chefin von Googles Rechtsabteilung, Susan Infantino, in einem Blogeintrag zu den Zahlen. In mehreren Ländern seien Anfragen eingegangen, kritische Beiträge über Politiker und Amtsträger zu entfernen.

Die Löschanfragen aus Deutschland sind zwar insgesamt zurückgegangen, aber das Land liegt dennoch auf Platz drei der Rangliste, hinter Brasilien und den USA. 192 gerichtliche Verfügungen habe Google von deutschen Stellen erhalten, hinzu kommen 39 Ersuchen von Polizeibehörden. Google gab jeweils über 70 Prozent der deutschen Gesuche nach. Die weitaus meisten Löschgesuche bezogen sich auf Verletzungen des Persönlichkeitsrechts. Jugendschutz.net, das im Auftrag der Jugendministerien Online-Angebote auf die Einhaltung von Jugendschutzbestimmungen überprüft, bemängelte mehrere YouTube-Videos, deren Sichtbarkeit für Nutzer in Deutschland teilweise eingeschränkt wurde.

Die Anfragen nach Nutzerdaten stiegen nur leicht an: 21.389 Gesuche zählte Google in den letzten sechs Monaten 2012. In diesen Fällen fordern Ermittlungsbehörden von Google Einblicke in Nutzerdaten. Auch hier steht Deutschland mit 1550 Gesuchen auf einem der vordere Plätze, hinter den USA (mehr als 8400 Gesuche), Indien (2400) und Frankreich (1600). Bei 42 Prozent der Anfragen aus Deutschland gab Google zumindest einige Nutzerdaten heraus. Weltweit war das in zwei Drittel der Fälle so.

Anfragen von Rechteinhabern, Links aufgrund von angeblichen Urheberrechtsverletzungen aus der Google-Trefferliste zu entfernen, stagnierten zuletzt. Rechteinhaber wollten allein im März 2013 20 Millionen Links aus den Suchergebnissen streichen lassen.

jnb

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1. Das böse Internet
wastl300 27.04.2013
tun einfach nicht das was die Politik will. Kritik an Personen des eigenen Klientel ist immer unerwünscht. Rechteinhaber wollten allein im März 2013 20 Millionen Links aus den Suchergebnissen streichen lassen. Die Häufigkeit überrascht schon. Rechteinhaber are watching you.
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