Sicherheitslücken Massive Hackerangriffe auf türkische Internetserver

Seit mehreren Tagen werden türkische Internetserver von Hackern lahmgelegt. Wer dabei wen angreift und warum, ist noch unklar. Kommunikationsminister Yildirim beklagt "unzureichende" Sicherheitsmaßnahmen.


Cyberangriffe auf Internetserver geben in der Türkei Anlass zu Spekulationen: Seit Tagen kommen offenbar massive Angriffe von Hackern, die Internetseiten lahmlegen. Wie die türkische Domainverwaltung Nic.tr vermutet, gehen die Angriffe von "organisierten Quellen" im Ausland aus.

Nach Angaben aus Finanzkreisen war auch das Online-Banking mehrerer Banken betroffen. Über zwei Wochen wurden laut "Hürriyet Daily News" Accounts angegriffen, sodass der Zugang für die Kunden versperrt gewesen sei. "Sie sind nicht in die Banken-Systeme eingedrungen", zitiert "Hürriyet" einen Banker. "Um es einfach auszudrücken, sie haben die Türschwelle erreicht, aber sie sind nicht eingetreten." Demnach gebe es keine Sicherheitsrisiken.

Der türkische Kommunikationsminister Binali Yildirim sprach hingegen von einer "ernsten" Attacke. Er forderte eine Verschärfung der "unzureichenden" Sicherheitsmaßnahmen.

Türkische Medien spekulieren darüber, ob Russland hinter den Cyberangriffen stecken könnte. Die Beziehungen zwischen Moskau und Ankara sind derzeit angespannt. Die türkische Luftwaffe hatte einen russischen Kampfjet abgeschossen. Seitdem hat Russland im syrisch-türkischen Grenzgebiet Sanktionen gegen die Türkei verhängt.

Laut türkischen Medien könnte aber auch die Hackergruppe Anonymous hinter den Angriffen stecken. Sie hatte demnach mit Cyberattacken gegen die Türkei gedroht, um sie für die vermeintliche Unterstützung der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) zu bestrafen. Die Netzaktivisten drohten mit weiteren Angriffen.

vek/AFP



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