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Twitter und die Trolle: Wer ständig beleidigt, wird ausgesperrt

Härteres Vorgehen gegen Trolle: Twitter hat ein Maßnahmenpaket vorgestellt Zur Großansicht
Corbis

Härteres Vorgehen gegen Trolle: Twitter hat ein Maßnahmenpaket vorgestellt

Twitter sagt den Dauerpöblern den Kampf an: Mit neuen Maßnahmen will der Kurznachrichtendienst die Zahl der Fake-Profile und Schmäh-Tweets reduzieren. In manchen Fällen sollen Handynummern gesammelt werden.

Wer ständig andere Nutzer beleidigt, dem wird es künftig erschwert, Twitter überhaupt zu nutzen. Der Kurznachrichtendienst will ab sofort die E-Mail-Adressen und Telefonnummern derjenigen Nutzer, die dauerhaft Hass-Tweets veröffentlichen, sammeln und auf eine interne schwarze Liste setzen.

Eine Twitter-Sperre soll laut des Tech-Blogs "The Verge" so ablaufen: Nutzer melden beleidigende und belästigende Tweets wie gewohnt über den entsprechenden Button. Wird ein Account öfter gemeldet, wird der Nutzer dazu aufgefordert, sich über seine E-Mail-Adresse zu identifizieren. Werden mehrere Schmäh-Accounts mit derselben E-Mail-Adresse in Verbindung gebracht, wird diese Adresse für weitere Registrierungen gesperrt.

Ähnlich läuft es mit der Handynummer. Wer allzu häufig Nutzer beleidigt, wird von Twitter irgendwann aufgefordert, seine Nummer zu hinterlegen. Und sollte er weiterhin Hasstiraden veröffentlichen, lässt sich auch die Handynummer dauerhaft nicht mehr für die Twitter-Anmeldung nutzen.

Die schwarze Liste mit den Nummern und E-Mail-Adressen sei aber nur ein Teil der Maßnahmen, schreibt Twitter-Vizechefin Tina Bhatnagar. So könnten Nutzer das Unternehmen nun auch direkt auf Fake-Accounts und die Verbreitung privater und vertraulicher Informationen hinweisen.

Im Dezember hatte Twitter angekündigt, neue Maßnahmen gegen die Verbreitung von Hasstiraden und Schmähungen zu ergreifen. Seither habe das Unternehmen fünf Mal so viele Nutzerhinweise erhalten wie vorher, erklärte Bhatnagar. Die Zahl der Mitarbeiter, die sich um problematische Beiträge kümmern, sei verdreifacht worden.

Der Kurzbotschaftendienst hatte zuletzt immer weniger neue Nutzer hinzugewinnen können. Während Twitter im dritten Quartal 2014 noch 13 Millionen neue Mitglieder anlocken konnte, waren es im vierten Quartal nur vier Millionen. Insgesamt nutzten Ende vergangenen Jahres 288 Millionen Menschen den Dienst. Das Unternehmen schreibt nach wie vor rote Zahlen.

kbl/dpa

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