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Sendungsverfolgung: Deutsche Post erfasst nur Adressen, keine Namen

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Briefzentrum in Mannheim: Post speichert Adresse des Empfängers für drei Tage Zur Großansicht
dpa/dpaweb

Briefzentrum in Mannheim: Post speichert Adresse des Empfängers für drei Tage

In den USA fotografiert die Post Briefumschläge und kann der Polizei sagen, wer wem einen Brief geschickt hat. Auch in Deutschland werden Briefe gescannt. Name und Absender werden aber nicht erfasst - und für den Zugriff brauchen Ermittler einen Gerichtsbeschluss.

Ein ehemaliger FBI-Agent bezeichnet das Spähprogramm als "Informations-Goldgrube": In den USA registriert der staatliche Postdienst den Briefverkehr. So lässt sich nachträglich sagen, wer wem einen Brief geschrieben hat. Die Ermittler müssen die Post nur fragen. Eingeführt wurde die Post-Überwachung nach den Anschlägen vom 11. September.

Auch in Deutschland scannt die Post Briefe. Erfasst werden nach Angaben der Deutschen Post aber nur die Adresse des Empfängers und die Freimachung. Diese Daten werden drei Tage lang gespeichert. Der Name des Empfängers sowie Angaben zum Absender werden demnach nicht erfasst. Der aufgedruckte orangefarbene Barcode auf den Briefen enthält Angaben zur Empfangsadresse. Eine eindeutige Kennung bekommen normale Briefe im Gegensatz zu Einschreiben oder Paketsendungen aber nicht.

Mit Hilfe der drei Tage gespeicherten Daten könne man das Briefzentrum ermitteln, in dem die Adresse erfasst wurde, teilt die Post mit. In Deutschland seien das mehr als 80 Zentren, für den Großraum Hamburg gibt es zum Beispiel zwei solcher Einrichtungen. Damit Ermittler auf diese Daten zugreifen können, brauchen sie einen Gerichtsbeschluss. Das sehe das Postgeheimnis im Grundgesetz so vor, sagt Post-Sprecher Dirk Klasen. Wie oft das vorkommt, konnte er nicht sagen.

Express-Daten in die USA

Das Postgeheimnis stellt aber offenbar eine Hürde für Ermittler dar, die Datensparsamkeit der Post dürfte außerdem dazu führen, dass die Daten nicht von all zu großem Interesse sind. Aber auch Verfassungsschutz, Militärgeheimdienst und Bundesnachrichtendienst können auf Daten zugreifen, wenn es um die Sicherheit der Bundesrepublik geht - Details regelt das Gesetz zur Beschränkung des Brief-, Post- und Fernmeldegeheimnisses.

Bei Sendungen von Deutschland in die USA sieht es mit den Daten etwas anders aus: Zu Testzwecken werden die Daten von Paketsendungen von Geschäftskunden an die International Post Corporation (IPC) in Brüssel übermittelt. Davon erhoffen sich die teilnehmenden Unternehmen, derzeit aus 24 Industriestaaten, nach Angaben der Post einen Vereinfachung der Zollabfertigung. Auf diese Daten hat auch die US-Post Zugriff.

Klasen erklärte dazu: "An die Projektdatenbank der IPC werden rein warenbezogene Daten übermittelt, wie Gewicht und Warenbezeichnung. Personenbezogene Daten gehören nicht dazu." Briefe und Postkarten seien davon nicht betroffen. Nach dem Grenzübertritt in die USA allerdings werden diese von der dortigen Post weitertransportiert - und vermutlich auch erfasst.

Für Express-Sendungen gelten besondere Regeln. Sie werden nicht über das internationale Postsystem übertragen, sondern gelten als Frachtgüter. Die Sendungsdaten, Empfänger, Absender und Inhalt der Sendung, müssen der Grenzbehörde Customs and Border Protection seit 2004 vorab elektronisch übermittelt werden. Geregelt wird das über ein Handelsabkommen, die Öffentlichkeit erfuhr davon erst Jahre später.

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insgesamt 19 Beiträge
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1. Wer soll das denn bitte glauben?!
Mr.Slytherin 08.07.2013
Zitat von sysopdpa/dpawebIn den USA fotografiert die Post Briefumschläge und kann der Polizei sagen, wer wem einen Brief geschickt hat. Auch in Deutschland werden Briefe gescannt. Name und Absender werden aber nicht erfasst - und für den Zugriff brauchen Ermittler einen Gerichtsbeschluss. http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/ueberwachung-deutsche-post-schickt-sendungsdaten-in-die-usa-a-910043.html
Der NAME des Empfängers IST TEIL der ADRESSE!
2. also,
ambulans 08.07.2013
ich würde schleunigst beginnen, in brieftauben zu investieren; die sind jetzt nicht mehr nur die "rennpferde" des kleinen mannes (wie früher), sondern geradezu helden i.s. der persönlichen freiheit von jedermann. allzeit guten flug (und wenig falken unterwegs)!
3.
Hans58 08.07.2013
Zitat von Mr.SlytherinDer NAME des Empfängers IST TEIL der ADRESSE!
http://forum.spiegel.de/f22/neue-snowden-enthuellung-nsa-verbindung-bringt-deutschen-geheimdienst-erklaerungsno-94941-45.html#post13166040
4. Adressstruktur
suchenwi 08.07.2013
Zitat von Mr.SlytherinDer NAME des Empfängers IST TEIL der ADRESSE!
Da ich in der Branche arbeite, kann ich mit Gewissheit sagen: - Bei Privatpersonen gehört der Name nicht zur Adresse. Diese besteht postalisch aus: Straße/Postfach Nr. Postleitzahl Ort - Bei größeren Firmen, die eine eigene Postleitzahl haben, gehört der Firmenname jedoch zur Adresse.
5. Unlogisch und es bleiben auch sonst Zweifel
hostie64 08.07.2013
Ersten ist es unlogisch. Da wir in Deutschland nicht nur in Einfamilienhäusern wohnen gehört zur Adresse auch ein Name. Das ist zwar egal, aber in Einfamilienhäusern brauch man den Namen nicht, hier kann man von Rest der Adresse darauf schliessen. Aber es bleiben auch sonst noch Zweifel. Wo, wie sicher und wie lange werden diese Daten gespeichert? Wer kann darauf zugreifen? Zu den W-Fragen gibt es sicher eine offizielle und eine inoffizielle Antwort. Da bin ich ganz sicher.
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Deutsche Post
Der Konzern
Die Deutsche Post ist mit einem Umsatz von 55,5 Milliarden Euro und mehr als 424.000 Mitarbeitern einer der größten Konzerne der Republik. Das Unternehmen wurde in den neunziger Jahren privatisiert und ging 2000 an die Börse.
Die Geschäftsfelder
Der langjährige Post-Chef Klaus Zumwinkel baute die Deutsche Post durch zahlreiche Zukäufe zum größten Logistik- und Postunternehmen der Welt aus. Zu den wichtigsten Konzernbereichen gehören außer dem deutschen Briefnetz das Express-Geschäft (unter anderem Paket- und Kuriersendungen) und das globale Logistikgeschäft per Schiene, Straße, Luft und See.
Der Chef
Frank Appel ist seit 2008 Vorstandschef der Deutschen Post und damit Nachfolger des in Folge einer Steueraffäre zurückgetretenen Klaus Zumwinkel. Nach dem Studium arbeitete Appel mehrere Jahre bei der Unternehmensberatung McKinsey, bevor er 2000 in den Bonner Post-Tower wechselte.


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