Umstrittener Identitäts-Cookie Facebook rechtfertigt seine Datensammelei

Facebook: Die Firma speichert auf Rechnern von Nicht-Mitgliedern Identifikations-Dateien
REUTERS

Facebook: Die Firma speichert auf Rechnern von Nicht-Mitgliedern Identifikations-Dateien

5. Teil: Was passiert nach dem Login?


Facebook betont, dass die Informationen über die Nutzung von Dritt-Seiten, die mit dem Datr-Cookie verknüpft sind, niemals einem Facebook-Konto zugeordnet werden. Die Informationen über das Surfverhalten eines Datr-Cookies würden nur verwendet, um festzustellen, wie vertrauenswürdig ein Browser ist, wenn ein Nutzer sich bei Facebook registrieren will.

Bei eingeloggten Nutzern wertet Facebooks Sicherheitssystem nach Angaben des Technik-Chefs Bejar nicht Informationen über Besuche auf Drittseiten aus. Bejar: "Wir werten nur das Verhalten auf Facebook aus." Dauerhaft speichere Facebook bei eingeloggten Nutzern von Dritt-Seiten nur Likes, Empfehlungen und Kommentare in Verbindung mit ihrem Konto.

Die Kernfrage ist, ob Facebook die ID-Cookies setzen und auswerten muss, um Sicherheit zu gewährleisten. Das deutsche Telemediengesetz erlaubt es Anbietern, personenbezogene Daten eines Nutzers ohne Widerspruchsmöglichkeit zu erheben und verwenden, wenn dies "erforderlich ist", um die Inanspruchnahme des Dienstes zu ermöglichen.

Bejars Darstellung zufolge ist es das: "Wenn wir Datr-Cookies mit eindeutigen IDs nicht mehr platzieren dürften, würde es unsere Möglichkeiten beeinträchtigen, Nutzer zu schützen. Wir könnten Rechner nicht identifizieren. Delta könnte ohne Datr-Cookie nicht 600.000 missbräuchliche Login-Versuche verhindern."



Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 27 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
charles&charles 29.11.2011
1. Der böse Riese war mal so klein...
Ich finde es ist extrem wenn man sich die Entwicklung von Facebook ansieht. Vor ein paar Jahren noch war Facebook winzig , hatte kaum genug Serverkapazität um den Feed länger als eine Woche zurück anzuzeigen und war voll mit nutzlosen Gadgets. Ganz witzig anzuschauen - die Evolution von Facebook in Bildern: http://www.newsgrape.com/a/die-evolution-von-facebook-in-bildern/ Jetzt haben wir hier eine Supermacht, die Daten über uns sammelt wie andere Briefmarken und zu Spottpreisen verkauft. Interessant finde ich in dieser Diskussion auch, dass noch vor 2 Jahren alle darüber geschrieben haben wie "böse" Google ist - ich weiß noch, die Buchgeschäfte waren voll mit solchen Titeln und jeder hat darüber geschrieben. Jetzt hat sich dieselbe Diskussion auf Facebook fokussiert und Google ist aus der Rolle des "bösen allwissenden Internetriesen" draußen, zumindest in den Medien. Da kann sich Google bei Facebook eigentlich nur bedanken.
TeslaTraX 29.11.2011
2. Is ja ein Witz
"Nutzer können die Cookies auch jeden Tag löschen oder gar nicht erst zulassen. Dann funktioniert Facebook weiterhin, es ist nur etwas umständlicher." Das funktioniert mal gar nicht wenn Cookies nicht erlaubt sind. Deswegen benutze ich es auch nicht mehr .... da stand nur: Cookies müssten aktiviert sein, kein link zu einer passage wie es ohne geht....
klein_mo 29.11.2011
3. Ganz alter Hut!
Also mal ehrlich, wer weiß, wie Cookies funktionieren, der kannte diesen Mechanismus schon lange. Löscht einfach mal alle Cookie und surft dann im Web, aber nicht auf Gesichtsbuch. Dann schaut nochmal in die Cookie-Liste. Da steht dann garantiert ein Cookie von denen drin. Wenn die sagen, das wird nicht verknüpft, dann kann ich nur lachen. Das soll heißen, dass halt getrennte Tabellen geführt werden, die aber auf Befehl zusammengeführt werden können. Die beste Möglichkeit ist, Session-Cookies zu aktivieren. Da hat man keine Probleme und nach jedem Start ist der Rest weg. Aber Achtung: Browser können auch anhand sonstiger Informationen getrackt werden (siehe http://panopticlick.eff.org/ und http://ip-check.info/). Deaktiveiren von Cookies ist demnach nicht gut, weil dadurch der Finger-Print besser identifiziert werden kann (seltene Eigenschaft = bessere Identifikation). Auch wichtig ist den ganzen Crap von Plugins zu löschen, weil diese den Finger-Print "explodieren" lassen. I. d. R. bracht man kein einziges Plugin.
MKasp 29.11.2011
4. Der Bürger in der Klemme ...
... der Sicherheitsbedenken des Staates (Vorratsdatenspeicherung soll wieder kommen) und jetzt auch jeweils angeblich um Sicherheit "besorgter" Datenkraken. Das ergibt einen Datenbrei der innerhalb weniger Wochen des Surfens mehr über Sie aussagt, als Sie selber über sich wissen. Wenn die Datenkraken nicht dumm sind, können Sie mithilfe von Datenaggregation per Knopfdruck viel über eine einzelne Person herausfinden. Auch über Nichtmitglieder. Viel mehr als es das Bundesverfassungsgericht für richtig und wichtig hält, um eine Atmosphäre aufrechtzuerhalten, die für "eine unbefangene Wahrnehmung der Grundrechte" (insbesondere: Recht auf freie Meinungsäußerung, aber auch Recht auf informationelle Selbstbestimmung) notwendig ist. Meine Meinung. Aber kaum ein Kraut ist gegen den hemmungslosen Konsum- und Klickwunsch von BILD- und facebookern gewachsen. Gedankenlosigkeit lässt sich nicht verbieten. Die Ernte fahren die Datenkraken ein, die Folgen trägt die Gesellschaft (mehr brave Bürger, kaum mehr Widerspruch gegen Datenkraken, keiner traut sich mehr, auch kein Politiker - denn Wissen = Daten ist Macht).
dutchinnz 29.11.2011
5. Was soll
das ganze Gelaber über nicht-bestehende Sicherheit und Anonymität denn? Ganz einfach nicht bei Facebook anmelden, facebook.com in der HOSTS-Datei umleiten und nach Browsergebrauch alle cookies löschen und das Problem gibt es nicht. Und wenn einer sich dann doch wegen fehlender reellen Freunden ein Facebook-Konto anlegt, dann soll er auch nicht klagen über was FB mit seinen Privatangaben macht; ihm ist sowieso im intellektuellen Bereich nicht zu helfen.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.