Vermutlicher Hackerangriff Hauptbahnhof in Washington zeigt Porno

Auf einem Werbebildschirm am Washingtoner Hauptbahnhof lief drei Minuten lang ein Porno - mitten in der Rushhour. Wahrscheinlich hatten sich Hacker Zugriff zum System verschafft.


Hunderttausende fahren täglich durch den Hauptbahnhof in der US-Metropole Washington D.C. Hunderttausende warten an den Gleisen auf ihre Züge und starren gedankenverloren auf die großen Werbebildschirme, die überall in der Union Station aufgehängt sind. Am Montagabend dürften sich dabei so einige erschrocken haben.

Denn auf einem Bildschirm in der Haupthalle des Bahnhofs wurde auf einmal statt der üblichen Werbeclips ein Porno abgespielt.

Etwa drei Minuten lang seien pornografische Clips gesendet worden, die wahrscheinlich von der Website PornHub stammten, berichtet die "Washington Post". Eine Frau habe den Vorfall gefilmt und das Video über soziale Medien verbreitet. Inzwischen sei es gelöscht worden.

Nachdem einige Menschen empört, andere kichernd auf das Video reagiert hätten, sei ein Bahnhofsmitarbeiter herbeigeeilt und habe den Bildschirm abgeschaltet, heißt es in dem Zeitungsbericht.

"Ich war ziemlich sprachlos", erzählt die Frau, die das Video der Panne aufgenommen hat. "Ich konnte nicht glauben, dass das in der Öffentlichkeit passiert, vor allem nicht während der Rushhour." Es sei ein richtiger Porno gewesen, der da auf dem riesigen Bildschirm zu sehen war.

Die Geschäftsführerin der Union Station versicherte der "Washington Post", dass man den Vorfall untersuche und sicherstelle, dass so etwas nicht noch einmal passieren könne.

Die Werbebildschirme wurden erst vor Kurzen im Rahmen einer Renovierung des Hauptbahnhofs installiert. Normalerweise zeigen sie eine Reihe von vorprogrammierten Werbeclips oder ein Verzeichnis der Geschäfte in der Union Station.

kry

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insgesamt 14 Beiträge
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sraab 18.05.2017
1. Es bedarf des richtigen Anlasses
Erpresser Software auf solchen Bildschirmen - und die Risikoabwägung sagt: Imageschaden ist nicht besonders hoch, Kostenaufwand zur dauerhaften Fehlervermeidung (Modernisierung der Betriebsysteme) zu hoch... Jetzt, mit Porno-Filmen (also eigentlich das harmlosere) haben wir eine Change, dass Security (zumindest bei der Branche) ernst genommen wird. Denn durch so einen Film, entstehet einen höherer Imageschaden als durch einen Hackangriff. Beides aufgrund der schwachen IT Security Leistungen. Aber erst das Zweite könnte die Unternehmensführung überzeugen, Gelder freizusetzen, um tatsächlich "dauerhaft" das Problem zu lösen.
mcpoel 18.05.2017
2. Es hätte schlimmer kommen können- oder auch nicht
Hier würde man sagen: "Es hätte schlimmer kommen können", wenn keine Daten gestohlen, brutale Gewaltszenen gezeigt oder das System beschädigt wurde. In den USA wäre das vermutlich weniger schlimm. Facebook löscht Nacktheit ja auch viel schneller als Gewalt oder Hetze.
liquimoly 18.05.2017
3. In bester Gesellschaft ...
Dasselbe passierte unlängst im Robinson Club Esquinzo Playa auf Fuerteventura. Noch gerade übertrug der werbefinanzierte Privatsender Sport1 eine Tennisbegegnung eines GrandSlam-Turniers, als die Programmchefs um 0:00 Uhr auf Dauerwerbesendung '0190/xxxyyy Ruf mich an' mit Peitschenknall umschalteten. Hunderte Familien mit ihren Kindern mussten minutenlang in die Abgründe unserer Gesellschaft starren, bis ein beherzter Kellner die Gerätestecker zog.
weiter_denken 18.05.2017
4. Alternative
zum üblicherweise laufenden Kommerzkino. Aber natürlich eine blöde Aktion. Waren bestimmt auch Kinder da. Sonst wäre es ein lustiger Angriff auf die US-amerikanische Prüderie gewesen.
fatherted98 18.05.2017
5. naja...
...besser ein hübscher Porno als Aufnahmen von irgendwelchen IS Greultaten oder die alten Videos aus Abu Graib...die Aufmerksamkeit der Passanten war auf jeden Fall gegeben.
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