Hamburg - Auf 148 Seiten haben die Vereinten Nationen die Sicherheit im Netz analysiert und zahlreiche Handlungsvorschläge gemacht, wie bestehenden und wachsenden Problemen beizukommen sei. Für die Untersuchung, deren Ergebnisse am Montag in Wien vorgestellt wurden, nahm das Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) terroristische Online-Aktivitäten unter die Lupe. Das wenig überraschende Ergebnis: Auch Terroristen instrumentalisieren reichweitenstarke Seiten wie Facebook.
Während sich Propaganda früher nur langsam verbreitete, machen es soziale Netzwerke heute einfacher. Dort sowie in Chatrooms und Foren würden Inhalte verbreitet und Mitglieder akquiriert. Neben Facebook, Twitter und YouTube kritisiert der Report auch den Filesharing-Dienst Rapidshare sowie grundsätzlich den Index von Suchmaschinen, der es ermögliche, "terroristische Inhalte" leichter zu finden.
"CNet" greift einen bedenklichen Aspekt aus dem Dokument heraus: Die Uno deute darin an, dass Instant-Message- und Voice-Over-IP-Provider wie Skype zum Beispiel Chatprotokolle speichern sollten, um die Verfolgung terroristischer Aktivität im Netz zu vereinfachen.
Virtuelle Trainingslager und Online-Kampfsimulatoren
Laut der österreichischen Nachrichtenagentur APA hat der Präsident des deutschen Verfassungsschutzes, Hans-Georg Maaßen, "offensive nachrichtendienstliche Arbeit" gefordert, um den terroristischen Gefahren aus dem Netz vorzubeugen. Zur Vorstellung des Uno-Berichts habe er auf die verschiedenen Wege hingewiesen, auf denen Terroristen das Internet nutzen: etwa auf virtuelle Trainingslager oder Online-Kampfsimulatoren.
In dem Report (PDF-Datei) macht die Uno entsprechend deutlich, wie wichtig wegen der steigenden Gefahren eine gute nationale Gesetzgebung zu diesen Themen als Basis für grenzübergreifende Ermittlungen sei. Dieses Jahr war in den USA zum Beispiel der Cybersecurity Act, der in diese Richtung gehen sollte, gescheitert. Solche und ähnliche Gesetze müssten durchgebracht werden, fordert die Uno. Darüber hinaus fordert die Uno eine zentrale, gut ausgestattete Behörde, die bei solchen Ermittlungen ins Spiel kommt.
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