Netzwerkprotokoll: Experten warnen vor großen Sicherheitslücken

Internetrouter (Symbolbild): Bestimmte Router sollen anfällig für Sicherheitslücken sein Zur Großansicht
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Internetrouter (Symbolbild): Bestimmte Router sollen anfällig für Sicherheitslücken sein

Viele Millionen Nutzer sollen betroffen sein: Eine Sicherheitsfirma warnt vor kritischen Lücken bei Hunderten Internetroutern, Netzwerkfestplatten und Überwachungskameras. Angreifer könnten in lokale Netzwerke eindringen.

Mit Hilfe von Universal Plug and Play (UPnP) können sich Geräte in einem Netzwerk automatisch miteinander verbinden, ohne dass die Nutzer noch etwas tun müssen. Das praktische Protokoll ist bei vielen Internetroutern, Druckern, Netzwerkfestplatten und Überwachungskameras standardmäßig aktiviert - und es soll gravierende Sicherheitslücken haben. Die US-Sicherheitsfirma Rapid7 warnt, Tausende Produkte von Hunderten Herstellern seien betroffen.

In einem Whitepaper beschreiben die Forscher drei Angriffsmethoden auf eine bestimmte Implementierung von UPnP. Besonders heikel sind die Lücken bei betroffenen Routern, die direkt mit dem Internet verbunden sind. Diese lassen sich von außen übernehmen, warnen die Forscher. Allein 40 bis 50 Millionen Router wollen die Experten ausgemacht haben, die mindestens einer der drei Angriffsmethoden zum Opfer fallen könnten.

Forscher raten zum Aktualisieren

Nun müssten die Gerätehersteller Updates bereitstellen. Die Sicherheitslücken, die im vergangenen Jahr entdeckt wurden, sind in einer am Dienstag veröffentlichten Version von Libupnp behoben. Es werde aber noch lange dauern, bis alle Hersteller von Programmen und Geräten die neue Version einsetzten, schreiben die Forscher in einem Blogeintrag. Bei Produkten, die nicht mehr verkauft werden, könnten dringend gebotene Updates ganz ausbleiben.

Noch eine Warnung geben die Forscher aus: Weitere Lücken in einer anderen verbreiteten UPnP-Software, genannt MiniUPnP, seien zwar vor zwei Jahren behoben worden. Auf mehr als 300 Geräten kämen aber weiterhin veraltete, anfällige Versionen der Software zum Einsatz.

Rapid7 empfiehlt nun Nutzern, Firmen und Providern dringend, UPnP-fähige Geräte vom Internet abzukoppeln. Das Unternehmen aus Boston kümmert sich seit vier Jahren um die Netzwerk-Analysesoftware Metasploit, deren Entwickler HD Moore für Rapid7 arbeitet. Gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters sagte er, es handele sich bei dem gefundenen Bug um den am weitesten verbreiteten, den er je gesehen habe. Ein anderer Sicherheitsexperte, Chris Wysopal vom US-Unternehmen Veracode, teilt diese Einschätzung: "Das fällt auf jeden Fall in die Kategorie 'beängstigend'."

Rapid7 hat eigenen Angaben zufolge Hersteller vorab informiert. Auf der Liste der betroffenen Geräte sind bekannte Marken wie Belkin, D-Link, Linksys und Netgear. Gegenüber Reuters nahmen die Unternehmen zunächst keine Stellung. Das beim Heimatschutzministerium angesiedelte US-Cert veröffentlichte unterdessen eine offizielle Warnung.

Ob auch deutsche Kunden betroffen sind, die von ihren Providern mit einem Router ausgestattet werden, ist bislang unklar. Entsprechende Anfragen bei Telekom, Vodafone und Kabel Deutschland blieben bis zu Veröffentlichung dieses Artikels unbeantwortet.

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insgesamt 51 Beiträge
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1. Router als Spionagewerkzeug Nr.1
verhetzungsschutz 29.01.2013
Zitat von sysopViele Millionen Nutzer sollen betroffen sein: Eine Sicherheitsfirma warnt vor kritischen Lücken in Hunderten Internetroutern, Netzwerkfestplatten und Überwachungskameras. Angreifer könnten in lokale Netzwerke eindringen. UPnP: Experten warnen vor Sicherheitslücken in Routern - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/upnp-experten-warnen-vor-sicherheitsluecken-in-routern-a-880365.html)
Als ich vor etwa einem Jahr ein Speedport-Routermodell der deutschen Telekom sicherheitshalber updaten lies, war weder eine Sichheitslücke bekannt noch der Router überhaupt UpnP-fähig. Nach dem Update jedoch war durch Analyse-Tools feststellbar, daß der Router ohne vorherigen Hinweis oder eine gezielte Freischaltung dieser Funktion plötzlich UPnP-Funktionalität anbot. Natürlich gab es zum Update keinerlei Dokumentation, vielleicht weil der Telekom-Normalkunde ja seine Unmündigkeit automatisch installieren lässt. Wahrscheinlich aus demselben Grund gab es auch keine Option, UPnP abzuschalten. Aufgrund vielfältiger spezieller Erfahrungen mit den Callcentertechnik-"Profis" der Telekom habe ich auf stundenlange Klärungsversuche in sinnlosen Warteschleifen gleich verzichtet und den Router entsorgt. Wahrscheinlich hätte ich, wie viele andere, auch schon den Anbieter entsorgt, wenn ich nicht auch schon bei anderen Anbietern grob fahrlässige Router-Hardware mit einer darauf installierten, geheimen "Hintertür" erhalten hätte...
2. Netgear
Haliotis 29.01.2013
Hab mich gerade mal auf unserem Netgear-Router eingeloggt und im Menü tatsächlich UPnP entdeckt, dort habe ich nun das Häkchen vor "UPnP aktivieren" entfernt. Reicht das schon?
3. Thema
Alkyone 29.01.2013
Zitat von HaliotisHab mich gerade mal auf unserem Netgear-Router eingeloggt und im Menü tatsächlich UPnP entdeckt, dort habe ich nun das Häkchen vor "UPnP aktivieren" entfernt. Reicht das schon?
Sollte genügen. Wenn der Dienst nicht aktiv ist, dann gibt es auch keine automatische Portkonfiguration. Wenn Sie schon dabei sind, dann ändern Sie die Zugangsdaten des Routers. Schalten Sie WPS aus (reaver lässt grüßen) SSID des Wlans und Wlan Key sollten auch geändert werden. Hauptsache keine Werkseinstellungen!
4.
rulamann 29.01.2013
Zitat von sysopViele Millionen Nutzer sollen betroffen sein: Eine Sicherheitsfirma warnt vor kritischen Lücken in Hunderten Internetroutern, Netzwerkfestplatten und Überwachungskameras. Angreifer könnten in lokale Netzwerke eindringen. UPnP: Experten warnen vor Sicherheitslücken in Routern - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/upnp-experten-warnen-vor-sicherheitsluecken-in-routern-a-880365.html)
Und was ist mit den überteuerten Kästchen aus Berlin die von ca. 80% genutzt werden? Nix oder was?
5.
rulamann 29.01.2013
btw gibt es einen Unterschied zwischen Upnp Status-infos und der upnp-portkonfiguration? Statusinfos über upnp kann man anlassen afaik.
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Schad- und Spähsoftware
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Trojaner
Wie das Trojanische Pferd in der griechischen Mythologie verbergen Computer-Trojaner ihre eigentliche Aufgabe (und Schädlichkeit!) hinter einer Verkleidung. Meist treten sie als harmlose Software auf: Bildschirmschoner, Videodatei, Zugangsprogramm. Sie werden zum Beispiel als E-Mail-Anhang verbreitet. Wer das Programm startet, setzt damit immer eine verborgene Schadfunktion ein: Meist besteht diese aus der Öffnung einer sogenannten Backdoor , einer Hintertür, die das Computersystem gegenüber dem Internet öffnet und durch die weitere Schadprogramme nachgeladen werden.
Virus
Computerviren befallen vorhandene Dateien auf den Computern ihrer Opfer. Die Wirtsdateien funktionieren – zumindest eine Zeit lang - weiterhin wie zuvor. Denn Viren sollen nicht entdeckt werden. Sie verbreiten sich nicht selbständig, sondern sind darauf angewiesen, dass Computernutzer infizierte Dateien weitergeben, sie per E-Mail verschicken, auf USB-Sticks kopieren oder in Tauschbörsen einstellen. Von den anderen Schad- und Spähprogrammen unterscheidet sich ein Virus allein durch die Verbreitungsmethode. Welche Schäden er anrichtet, hängt allein vom Willen seiner Schöpfer ab.
Rootkit
Das kleine Kompositum führt die Worte "Wurzel" und "Bausatz" zusammen: "Root" ist bei Unix-Systemen der Benutzer mit den Administratorenrechten, der auch in die Tiefen des Systems eingreifen darf. Ein "Kit" ist eine Zusammenstellung von Werkzeugen. Ein Rootkit ist folglich ein Satz von Programmen, die mit vollem Zugriff auf das System eines Computers ausgestattet sind. Das ermöglicht dem Rootkit weitgehende Manipulationen, ohne dass diese beispielsweise von Virenscannern noch wahrgenommen werden können. Entweder das Rootkit enthält Software, die beispielsweise Sicherheitsscanner deaktiviert, oder es baut eine sogenannte Shell auf, die als eine Art Mini-Betriebssystem im Betriebssystem alle verdächtigen Vorgänge vor dem Rechner verbirgt. Das Gros der im Umlauf befindlichen Rootkits wird genutzt, um Trojaner , Viren und andere zusätzliche Schadsoftware über das Internet nachzuladen. Rootkits gehören zu den am schwersten aufspürbaren Kompromittierungen eines Rechners.
Wurm
Computerwürmer sind in der Praxis die getunte, tiefergelegte Variante der Viren und Trojaner. Im strengen Sinn wird mit dem Begriff nur ein Programm beschrieben, das für seine eigene Verbreitung sorgt - und der Programme, die es transportiert. Würmer enthalten als Kern ein Schadprogramm , das beispielsweise durch Initiierung eines eigenen E-Mail-Programms für die Weiterverbreitung von einem befallenen Rechner aus sorgt. Ihr Hauptverbreitungsweg sind folglich die kommunikativen Wege des Webs: E-Mails, Chats, AIMs , P2P-Börsen und andere. In der Praxis werden sie oft als Vehikel für die Verbreitung verschiedener anderer Schadprogramme genutzt.
Drive-by
Unter einem Drive-by versteht man die Beeinflussung eines Rechners oder sogar die Infizierung des PC durch den bloßen Besuch einer verseuchten Web-Seite. Die Methode liegt seit einigen Jahren sehr im Trend: Unter Ausnutzung aktueller Sicherheitslücken in Browsern und unter Einsatz von Scripten nimmt ein auf einer Web-Seite hinterlegter Schadcode Einfluss auf einen Rechner. So werden zum Beispiel Viren verbreitet, Schnüffelprogramme installiert, Browseranfragen zu Web-Seiten umgelenkt, die dafür bezahlen und anderes. Drive-bys sind besonders perfide, weil sie vom PC-Nutzer keine Aktivität (wie das Öffnen einer E-Mail) verlangen, sondern nur Unvorsichtigkeit. Opfer sind zumeist Nutzer, die ihre Software nicht durch regelmäßige Updates aktuell halten - also potentiell so gut wie jeder.
Botnetz
Botnets sind Netzwerke gekidnappter Rechner - den Bots. Mit Hilfe von Trojaner-Programmen, die sie beispielsweise durch manipulierte Web-Seiten oder fingierte E-Mails auf die Rechner einschleusen, erlangen die Botnet-Betreiber Zugriff auf die fremden PC und können sie via Web steuern. Solche Botnets zu vermieten, kann ein einträgliches Geschäft sein. Die Zombiearmeen werden unter anderem genutzt, um millionenfache Spam-Mails zu versenden, durch eine Vielzahl gleichzeitiger Anfragen Web-Seiten in die Knie zu zwingen oder in großem Stile Passwörter abzugrasen. (mehr bei SPIEGEL ONLINE)
Fakeware, Ransomware
Das Wort setzt sich aus "Fake", also "Fälschung", und "Ware", der Kurzform für Software zusammen: Es geht also um "falsche Software" . Gemeint sind Programme, die vorgeben, eine bestimmte Leistung zu erbringen, in Wahrheit aber etwas ganz anderes tun. Häufigste Form: angebliche IT-Sicherheitsprogramme oder Virenscanner. In ihrer harmlosesten Variante sind sie nutzlos, aber nervig: Sie warnen ständig vor irgendwelchen nicht existenten Viren und versuchen, den PC-Nutzer zu einem Kauf zu bewegen. Als Adware-Programme belästigen sie den Nutzer mit Werbung.

Die perfideste Form aber ist Ransomware : Sie kidnappt den Rechner regelrecht, macht ihn zur Geisel. Sie behindert oder verhindert das normale Arbeiten, lädt Viren aus dem Netz und stellt Forderungen auf eine "Reinigungsgebühr" oder Freigabegebühr, die nichts anderes ist als ein Lösegeld: Erst, wenn man zahlt, kann man mit dem Rechner wieder arbeiten. War 2006/2007 häufig, ist seitdem aber zurückgegangen.
Zero-Day-Exploits
Ein Zero-Day-Exploit nutzt eine Software-Sicherheitslücke bereits an dem Tag aus, an dem das Risiko überhaupt bemerkt wird. Normalerweise liefern sich Hersteller von Schutzsoftware und die Autoren von Schadprogrammen ein Kopf-an-Kopf-Rennen beim Stopfen, Abdichten und Ausnutzen bekanntgewordener Lücken.
Risiko Nummer eins: Nutzer
Das größte Sicherheitsrisiko in der Welt der Computer sitzt vor dem Rechner. Nicht nur mangelnde Disziplin bei nötigen Software-Updates machen den Nutzer gefährlich: Er hat auch eine große Vorliebe für kostenlose Musik aus obskuren Quellen, lustige Datei-Anhänge in E-Mails und eine große Kommunikationsfreude im ach so informellen Plauderraum des Webs. Die meisten Schäden in der IT dürften von Nutzer-Fingern auf Maustasten verursacht werden.
DDoS-Attacken
Sogenannte distribuierte Denial-of-Service-Attacken (DDoS) sind Angriffe, bei denen einzelne Server oder Netzwerke mit einer Flut von Anfragen anderer Rechner so lange überlastet werden, bis sie nicht mehr erreichbar sind. Üblicherweise werden für solche verteilten Attacken heutzutage sogenannte Botnetze verwendet, zusammengeschaltete Rechner, oft Tausende oder gar Zehntausende, die von einem Hacker oder einer Organisation ferngesteuert werden.


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