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Erstes Urteil: Microsoft muss US-Ermittlern Daten aus Europa herausgeben

Microsoft-Logo: US-Regierung verlangt Zugriff auf im Ausland gespeicherte Daten Zur Großansicht
DPA

Microsoft-Logo: US-Regierung verlangt Zugriff auf im Ausland gespeicherte Daten

Ein Gericht in New York hat Microsoft zur Herausgabe von Daten verurteilt, die nicht in den USA gespeichert sind. Der Konzern hatte sich gegen einen Durchsuchungsbeschluss gewehrt. Allerdings ist das Urteil noch nicht rechtskräftig.

Wohnungen im Ausland können US-Ermittler nicht durchsuchen, bei E-Mail-Konten soll das anders sein: Der amerikanische Konzern Microsoft muss die Daten eines Nutzers herausgeben, auch wenn diese gar nicht in den USA gespeichert sind. Das hat ein Bundesgericht in New York am Donnerstag entschieden. Es sei eine Frage der Kontrolle der Information, nicht des Speicherorts, so die Richterin Loretta Preska.

Weil es um eine grundsätzliche Entscheidung geht, hat Preska das Urteil zunächst ausgesetzt. Microsoft kann die Entscheidung vor dem zuständigen Berufungsgericht anfechten - und wird das eigenem Bekunden zufolge auch tun. Der Chefjustiziar des Unternehmens, Brad Smith, sagte dem "Wall Street Journal" zufolge: Wir werden zügig Berufung einlegen und uns weiterhin dafür einsetzten, dass E-Mail in den USA und überall auf der Welt starken Datenschutz verdient."

Im fraglichen Fall geht es um Daten, die auf Servern in Irland gespeichert sind. Microsoft hatte argumentiert, dass die US-Regierung keinen Zugriff auf E-Mails haben sollte, die in Übersee gespeichert sind. Dafür seien die dortigen Behörden zuständig. Der Konzern hatte deswegen Widerspruch gegen einen entsprechenden Durchsuchungsbeschluss eingelegt.

Nachdem dieser abgewiesen worden war, zog Microsoft vor Gericht. Andere Firmen, darunter Verizon, AT&T, Apple und Cisco, hatten Microsoft dabei unterstützt. Die Unternehmen fürchten, dass ihnen mit dem weitreichenden Zugriff von US-Ermittlern das Milliardengeschäft mit dem Cloud-Computing vermiest werden könnte.

Welche Ermittlungsbehörde welche Daten genau haben will, ist nicht öffentlich bekannt. Die Akten dazu sind Verschlusssache.

Update (01.08.2014, 10.54): Wir haben dem obigen Artikel eine Stellungnahme von Microsofts Chefjustiziar Brad Smith hinzugefügt.

ore/Reuters

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insgesamt 38 Beiträge
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    Seite 1    
1. Tja
schmusel 31.07.2014
Da können wir alle Microsoft und anderen Konzernen nur die Daumen drücken, dass sie sich durchsetzen können - ist schliesslich auch in unserem Interesse... Und wenn nicht, und falls dann eines Tages mal die Umsätze von US-Konzernen einbrechen, weil der Rest der Welt endlich aufgewacht ist, dann wandern die Firmen vielleicht ja sogar aus. ;-)
2. US-Cloud = geklaut
tangoman 31.07.2014
Wenn dieses Urteil Bestand hat, sind sämtliche von US-Firmen angeboten Cloud Lösungen tot. welche außer amerikanische Firma würde denn Ihre Daten eine Lösung anbieten, von der sie befürchten muss, dass der amerikanische Staat und die amerikanischen Geheimdienste jederzeit Ihre Daten abgreifen können. Aktiengesellschaften, welche eine solche Lösung einführen,wenn sich sogar strafbar machen. Sie würden damit wissentlich Ihrer Firma schaden. Ich finde Dieses Urteil gut, denn es eröffnet europäischen Hostern ungeahnte Möglichkeiten.
3. Man kann.....
fort-perfect 31.07.2014
Zitat von sysopDPAEin Gericht in New York hat Microsoft zur Herausgabe von Daten verurteilt, die nicht in den USA gespeichert sind. Der Konzern hatte sich gegen einen Durchsuchungsbeschluss gewehrt. Allerdings ist das Urteil noch nicht rechtskräftig. http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/urteil-microsoft-muss-us-ermittlern-daten-aus-europa-geben-a-983921.html
Man kann es nur wie ein Mantra wiederholen..... keine Daten unverschlüsselt speichern, möglichst keine "Cloud" nutzen und wenn, dann nur von europäischen Dienstleistern betriebene Cloudangebote, die auf europäischen Servern gehostet werden.... und nochmals, alle Daten, sowohl lokal als auch in der Cloud, müssen verschlüsselt werden....
4. Danke, Microsoft!
spon_1201580 31.07.2014
Ihr macht es zwar aus finanziellen und nicht aus moralischen Gründen - aber ihr macht das Richtige!
5. Tja, war eigentlich ab zu sehen...
mtk8 31.07.2014
Und immer alles schön in der Cloud abspeichern...., das dürfte der Todesstoß für diese Technik sein, zumindest in Deutschland und für die MS-Cloud.
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