Wie genau die Internetanbieter in den USA das Netz künftig von Urheberrechtsverletzungen frei halten sollen, ist noch umstritten. Das Pipa-Gesetz beispielsweise sah in seiner bis Montag dieser Woche vorgeschlagenen Form sogenannte DNS-Filter vor: Die Internetanbieter würden dazu verpflichtet, beanstandete ausländische Seiten über eine Manipulation des Domain Name System des Internets für ihre Nutzer unerreichbar zu machen. Das Domain Name System übersetzt kryptische IP-Nummern in konkrete Internetadressen wie spiegel.de. Ein DNS-Filter würde diese Übersetzung blockieren. Ähnliches sah das in Deutschland gescheiterte Zugangserschwerungsgesetz gegen Kinderpornografie vor. Diese Lösung bringt zwei fundamentale Probleme mit sich: Einerseits lassen sich DNS-Filter mit Leichtigkeit umgehen - man muss nur die numerische IP-Adresse kennen. Andererseits würden sie ein derzeit in Planung befindliches Sicherheitsprotokoll namens DNSSEC unbrauchbar machen, das illegale Rechner-Entführungen wie die durch den Trojaner DNS-Changer künftig unmöglich machen soll.
Ein Team von renommierten Experten für Netzwerk-Sicherheit warnte schon im vergangenen Jahr, die DNS-Filter würden "sehr ernste technische und Sicherheitsbedenken mit sich bringen". Mittlerweile haben sowohl der Republikaner Lamar Smith, Vater von Sopa, als auch der Demokrat Patrick Leahy, Vater von Pipa, angekündigt, die DNS-Filter aus ihren Entwürfen zu nehmen. Wodurch sie aber ersetzt werden sollen, ist völlig unklar.
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