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Abschlussbericht zu Verstößen: US-Kartellwächter erhöhen Druck auf Google

Die Federal Trade Commission hat bei ihrer Untersuchung offenbar Kartellverstöße von Google festgestellt. Lenkt der Konzern nicht ein, könnte die Behörde der Regierung eine Klage empfehlen. Ein hochkarätiges Team für die Anklage steht schon bereit.

Google-Logo (Archivbild): Konkurrenz benachteiligt, eigene Dienste bevorzugt? Zur Großansicht
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Google-Logo (Archivbild): Konkurrenz benachteiligt, eigene Dienste bevorzugt?

Mehr als ein Jahr hat die Google-Untersuchung der Federal Trade Commission (FCT) gedauert, nun soll der Abschlussbericht so gut wie fertig sein. Darin könnte der US-Regierung empfohlen werden, Google zu verklagen, berichtet die "New York Times". Die Zeitung beruft sich auf zwei mit der Untersuchung betraute Personen. Der Konzern soll seine eigenen Angebote in den Suchergebnissen bevorzugen.

Der mehr als hundert Seiten lange Bericht liege den fünf obersten Beauftragten der FTC vor, heißt es weiter, er werde allenfalls noch in Details verändert. Stimmen als Nächstes drei der fünf Beauftragten für eine Klage, ergeht eine entsprechende Empfehlung an die Regierung. Bis Ende des Jahres soll die Untersuchung vollständig abgeschlossen sein. Laut "New York Times" könnte Google eine drohende Klage noch mit einem Vergleich abwenden.

Für den Fall, dass es zu einer Klage kommen sollte, hat die FTC vorgesorgt: Bereits im April verpflichtete die Behörde die Staranwältin Beth Wilkinson. Die Juristin hat bereits Pharmagiganten verteidigt und gegen Diktatoren ermittelt. Eine offene Drohung der FTC gegen den Suchkonzern. Vergangene Woche stieß der bekannte Ökonom Richard Gilbert zum Team dazu.

Im Kern geht es wohl um die Frage, ob Google in den Suchergebnissen eigene Dienste bevorzuge und in seinen Angeboten auf unfaire Weise von Konkurrenten gesammelte Informationen verwende. So steht der Vorwurf im Raum, Google nutze Bewertungen von Restaurants oder Geschäften, die auf Seiten wie Yelp oder TripAdvisor gesammelt wurden, in seinem eigenen Angebot Places. Außerdem soll die FTC geprüft haben, inwiefern Google Hersteller von Android-Smartphones von einer Zusammenarbeit mit Konkurrenten abgehalten habe.

In den USA laufen mehr als 60 Prozent der Internetsuchanfragen über Google, in Teilen Europas sind es sogar bis zu 90 Prozent. In diesen Regionen ist Microsofts Suchmaschine Bing die einzig verbliebene relevante Konkurrenz.

Ob der Druck der FTC bereits Wirkung zeigt, ist unklar: Der Suchkonzern wiederholte am Freitag gebetsmühlenartig, man werde alle Fragen der Kartellwächter gerne beantworten.

ore

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insgesamt 12 Beiträge
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    Seite 1    
1. Da ist schon lange etwas ueberfaellig
blob123y 13.10.2012
Zitat von sysopddpDie Federal Trade Commission hat bei ihrer Untersuchung offenbar Kartellverstöße von Google festgestellt. Lenkt der Konzern nicht ein, könnte die Behörde der Regierung eine Klage empfehlen. Ein hochkarätiges Team für die Anklage steht schon bereit. http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/us-kartellwaechter-ftc-bereit-fuer-klage-gegen-google-a-861093.html
seit letztes Jahr werden groessere Firmen wie Amazon, die grossen Travelportale usw. eindeutig bevorzugt und zwar immer auch wenn die manchmal auf der Seite gar nichts stehen haben ausser ein paar links, sind die immer ganz oben. Meist steht dort sowieso nicht interessantes und ist oftmals jahrelang alt. Kleine innovative Firmen haben so wie Google seit etwa einen Jahr opereriert keine Chance mehr nach oben zu kommen, das ist eindeutig manipulativ und sollte nicht sein. Das Resultat ist auch das gegenwaertig die Relevanz der Googlelistings in etwa derer von Altavista vor etwa 10 Jahren entspricht, wer heute objektive Ergebnisse haben will kommt an Bing / Yahoo nicht vorbei.
2. Soll das ein Witz sein?!
mwinter 13.10.2012
Jeder, der eine einzige Google-Anfrage stellt, wird Zeuge dessen, wie Google seine eigenen Dienste schamlos bevorzugt: Maps, News, Google usw. usw. Wenn Google eines gezeigt hat, dann, wie ein Privatunternehmen die gewählten Volksvertreter weltweit an der Nase herumführt!
3. Die nackte Wahrheit
Ghost24 13.10.2012
Die Wahrheit ist, dass hier ein Konkurrent dahinter steckt und seine politischen Kontakte geschickt genutzt hat. Wer dieser Konkurrent ist, muss ich nicht erwähnen, denn bereits der erste Kommentar ist ebenfalls von einem bezahlten Schreiberling. Ich mag google.Klar es ist ebenfalls ein Konzern der Geld verdienen will aber gerade die Suchmaschine ist im Grossen und Ganzen neutral. Wenn ich da an so gewisse andere Suchmaschinen denke....da werden Ergebnisse mit Absicht vorenthalten und Treffer zu eventuell kritischen Newsberichten werden erst gar nicht angezeigt. Bei google finde ich auch google Kritik, dass ist etwas, dass die Konkurrenz zu verhindern weiss. Und noch einen zum Schluss. Google konnte sich durchsetzen, da die Produkte gut sind und nicht weil sie ein Monopol ausnutzen, mit dem sie genug Geld scheffeln um die Politik zu kaufen und die Medien zu bestechen oder zu bedrohen.
4. Guter Weg
kein_gut_mensch 13.10.2012
Zitat von sysopddpDie Federal Trade Commission hat bei ihrer Untersuchung offenbar Kartellverstöße von Google festgestellt. Lenkt der Konzern nicht ein, könnte die Behörde der Regierung eine Klage empfehlen. Ein hochkarätiges Team für die Anklage steht schon bereit. http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/us-kartellwaechter-ftc-bereit-fuer-klage-gegen-google-a-861093.html
Den Weg find ich richtig und ich hoffe das noch mehr folgt. Es gibt zahlose andere Firmen die mit solchen Methoden arbeiten. Bei Apple geht gar nichts ohne das über iTunes alles kontrolliert wird und anschließend die Hand aufgehalten wird. Und das bei einem 65% Marktanteil bei Tablets. Genauso ist es bei den Konsolenherstellern für Videospiele. Die vermarkten auch alles nur über ihre eigenen Shops. Und das ähnlich wie bei Apples Tablet mit einer quasi Monopolstellung. Hier wünsche ich für alle eine Öffnung der Märkte. Die EU sollte auch mal langsam tätig werden.
5.
Mr. Bergstrom 13.10.2012
Zitat von blob123yseit letztes Jahr werden groessere Firmen wie Amazon, die grossen Travelportale usw. eindeutig bevorzugt und zwar immer auch wenn die manchmal auf der Seite gar nichts stehen haben ausser ein paar links, sind die immer ganz oben. Meist steht dort sowieso nicht interessantes und ist oftmals jahrelang alt. Kleine innovative Firmen haben so wie Google seit etwa einen Jahr opereriert keine Chance mehr nach oben zu kommen, das ist eindeutig manipulativ und sollte nicht sein. Das Resultat ist auch das gegenwaertig die Relevanz der Googlelistings in etwa derer von Altavista vor etwa 10 Jahren entspricht, wer heute objektive Ergebnisse haben will kommt an Bing / Yahoo nicht vorbei.
Ich weiß nicht, ob Ihr Posting Satire sein soll, aber zumindest haben Sie den Artikel nicht richtig gelesen. Denn es sind ja gerade die großen Travelportale und andere große Firmen, die bei der FTC Google Vorwürfe machen, dass sie in der Google-Suche benachteiligt werden. Also gerade die Firmen, die Ihrer Ansicht nach eine viel zu hohe Präsenz bei Google haben.
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