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Cyber-Security-Woche: So warnt die US-Army vor dem bösen Internet

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Informationsvideo (Screenshot): "Hat das ein Zwölfjähriger gemacht?"

Facebook-Bedrohungen und ein Gefreiter mit einer leeren Disk: Das Internet ist ein böser Ort - glaubt man dem US-Militär. Mit amateurhaften Clips warnen die Streitkräfte ihre Soldaten vor allerlei Gefahren. Das Netz reagiert mit Hohn und Spott.

Washington/Hamburg - Der Oktober steht in den USA ganz im Zeichen der Computersicherheit: Seit 2004 gilt dieser Monat als "National Cyber Security Awareness Month", in dem sich Computernutzer mit der Sicherheit am Rechner und im Netz befassen sollen. Veranstalter dieses Aktionsmonats sind unter anderem das Department of Homeland Security und der National Cyber Security Alliance.

Im Rahmen dessen endete nun die Cyber-Security-Woche beim amerikanischen Militär. In den vergangenen Tagen sollten Soldaten auf Gefahren aufmerksam gemacht werden, die beim Umgang mit Computern und dem Internet lauern - und das sind nach Auffassung der Armee viele: In sozialen Netzwerken und hinter jedem Link lauert die Bedrohung, könnte man meinen, wenn man sich auf der Webseite der Armee über die Aktion informiert. Vor allem Amerika ist demnach sehr gefährdet.

Screenshot der Army-Website: Comics und YouTube-Clips Zur Großansicht

Screenshot der Army-Website: Comics und YouTube-Clips

"Buzzfeed" hat sich auf den Infoseiten umgesehen und neben Cartoons und Texten auch Videoclips gefunden, mit deren Hilfe das Militär seine Soldaten an das Thema Cybersicherheit heranführen will. Sie sind Teil einer ganzen Serie , deren Filme schon länger im Umlauf sind, auch auf YouTube. Nur haben sie bisher nur wenig Beachtung gefunden.

"Peinlich und traurig" seien die Filme

Das ist schade, denn die Clips sind auf wohl kaum intendierte Weise sehenswert: Ein Soldat steht im Kampfanzug samt Helm vor einer Amerikaflagge und erklärt eindringlich, wie gefährlich das Netz ist; zwei Menschen mit russischem Akzent stehen im Halbdunkel vor einer Matrix und versuchen, unbedarfte Soldaten in die Fallen des Internets zu locken; ein Rechner steht unbeobachtet herum, auf dem Bildschirm blinken plötzlich wirre Warnmeldungen. Das alles wirkt amateurhaft.

Entsprechend fällt die Kritik im Netz aus: Die Grafik erinnere an die Zeiten von Clip Art, schreibt "Buzzfeed", außerdem enthielten die Clips rassistische Klischees. Vor allem aber verfehlten sie ihre Wirkung: Obwohl sie zum Teil schon seit Jahren im Netz zu finden seien, hätten sie insgesamt gerade einmal 7000 Klicks eingesammelt, bevor "Buzzfeed" über sie berichtete.

Mittlerweile sind es mehr, die Links machten schnell die Runde - und der Spott folgte. "Peinlich und traurig" seien die Lehrvideos, schreibt etwa das Tech-Blog "Gizmodo". Und auch auf YouTube hagelt es bissige Kommentare. "Danke für den guten Witz", schreibt dort ein Nutzer, unter einem Video steht: "Hat das ein Zwölfjähriger gemacht?"

Bei einem der Werke, die man in der Videosammlung des Militärs findet, könnte einem dieser Gedanke tatsächlich kommen. Es ist umgedichtetes Weihnachtslied mit Texteinblendungen zum Mitsingen. Hochgepitchte Computerstimmen in Chipmunk-Tonlage quäken, welche Risiken im eigenen Netzwerk lauern: Facebook-Freunde, trojanische Pferde, Skript-Kiddies, Spione, Spam, ausländische Agenten, Viagra-Werbung, Schadsoftware - und ein "Gefreiter mit einer leeren Diskette". Das dürfte eine Anspielung auf die Soldatin Chelsea Manning sein, die geheime Daten an WikiLeaks weitergeleitet hat.

Die Weisheiten der Videoserie seien zwar flach, aber nicht falsch, schreibt "Buzzfeed". Vor allem aber seien sie nicht effektiv, wenn so wenig Menschen sie überhaupt ansähen.

Wer sich einmal durch die Filme des YouTube-Accounts von OnCyberPatrol klickt, den dürfte allerdings etwas ganz anderes erschrecken: Wie wenig die Verantwortlichen ihrer Zielgruppe offenbar zutrauen.

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insgesamt 28 Beiträge
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1. naja, vielleicht
sitiwati 20.10.2013
hat die US Army die Filme dem Bildungsniveau ihrer Soldaten angepasst, vor einiger hat sie die Einstellungsbedingungen bildungsmässig nach unten korregiert!
2. Oh mein Gott!
dirk van appeldorn 20.10.2013
Das ist so peinlich, da krieg ich Pickel so gross wie Kürbisse ). Ich habe mich durch die Videos gequält und weiss immer noch nicht ob ich weinen oder lachen soll. Wer behauptet die Filme seien von einem zwölfjährigen gemacht worden, beleidigt den Intellekt und vor allem die Kreativität eines 12jährigen. In den USA geht ja wohl alles schief momentan und wenn man denkt, es könne nicht schlimmer kommen, kreieren die sowas. Was kommt als nächstes? Mickey Mouse warnt vor Al Queida?
3. Immerhin ...
mwroer 20.10.2013
hat Facebook jetzt den entsprechenden Sicherheitsstatus wie Trojaner und Bots :) Meine Güte ist das schlecht gemacht.
4.
leithan 20.10.2013
Trägt die Person auf dem Bild nicht ein Sergeant First Class Abzeichen und wäre damit nicht ein Oberfeldwebel? Ich kann mich ja auch täusch, aber ich meine da drei Winkel und zwei Balken darunter zu erkennen.
5. Intellekt versus Videonachrichten
BeobachterseitlangerZeit 20.10.2013
Es gibt bestimmt einige hochqualifizierte Analysten innerhalb der US Army, die das Niveau der Video- und Tonmitteilungen auf den Intellekt und des wahrscheinlichen Verständnis der Angesprochenen abstimmt.
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Schad- und Spähsoftware
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Trojaner
Wie das Trojanische Pferd in der griechischen Mythologie verbergen Computer-Trojaner ihre eigentliche Aufgabe (und Schädlichkeit!) hinter einer Verkleidung. Meist treten sie als harmlose Software auf: Bildschirmschoner, Videodatei, Zugangsprogramm. Sie werden zum Beispiel als E-Mail-Anhang verbreitet. Wer das Programm startet, setzt damit immer eine verborgene Schadfunktion ein: Meist besteht diese aus der Öffnung einer sogenannten Backdoor , einer Hintertür, die das Computersystem gegenüber dem Internet öffnet und durch die weitere Schadprogramme nachgeladen werden.
Virus
Computerviren befallen vorhandene Dateien auf den Computern ihrer Opfer. Die Wirtsdateien funktionieren – zumindest eine Zeit lang - weiterhin wie zuvor. Denn Viren sollen nicht entdeckt werden. Sie verbreiten sich nicht selbständig, sondern sind darauf angewiesen, dass Computernutzer infizierte Dateien weitergeben, sie per E-Mail verschicken, auf USB-Sticks kopieren oder in Tauschbörsen einstellen. Von den anderen Schad- und Spähprogrammen unterscheidet sich ein Virus allein durch die Verbreitungsmethode. Welche Schäden er anrichtet, hängt allein vom Willen seiner Schöpfer ab.
Rootkit
Das kleine Kompositum führt die Worte "Wurzel" und "Bausatz" zusammen: "Root" ist bei Unix-Systemen der Benutzer mit den Administratorenrechten, der auch in die Tiefen des Systems eingreifen darf. Ein "Kit" ist eine Zusammenstellung von Werkzeugen. Ein Rootkit ist folglich ein Satz von Programmen, die mit vollem Zugriff auf das System eines Computers ausgestattet sind. Das ermöglicht dem Rootkit weitgehende Manipulationen, ohne dass diese beispielsweise von Virenscannern noch wahrgenommen werden können. Entweder das Rootkit enthält Software, die beispielsweise Sicherheitsscanner deaktiviert, oder es baut eine sogenannte Shell auf, die als eine Art Mini-Betriebssystem im Betriebssystem alle verdächtigen Vorgänge vor dem Rechner verbirgt. Das Gros der im Umlauf befindlichen Rootkits wird genutzt, um Trojaner , Viren und andere zusätzliche Schadsoftware über das Internet nachzuladen. Rootkits gehören zu den am schwersten aufspürbaren Kompromittierungen eines Rechners.
Wurm
Computerwürmer sind in der Praxis die getunte, tiefergelegte Variante der Viren und Trojaner. Im strengen Sinn wird mit dem Begriff nur ein Programm beschrieben, das für seine eigene Verbreitung sorgt - und der Programme, die es transportiert. Würmer enthalten als Kern ein Schadprogramm , das beispielsweise durch Initiierung eines eigenen E-Mail-Programms für die Weiterverbreitung von einem befallenen Rechner aus sorgt. Ihr Hauptverbreitungsweg sind folglich die kommunikativen Wege des Webs: E-Mails, Chats, AIMs , P2P-Börsen und andere. In der Praxis werden sie oft als Vehikel für die Verbreitung verschiedener anderer Schadprogramme genutzt.
Drive-by
Unter einem Drive-by versteht man die Beeinflussung eines Rechners oder sogar die Infizierung des PC durch den bloßen Besuch einer verseuchten Web-Seite. Die Methode liegt seit einigen Jahren sehr im Trend: Unter Ausnutzung aktueller Sicherheitslücken in Browsern und unter Einsatz von Scripten nimmt ein auf einer Web-Seite hinterlegter Schadcode Einfluss auf einen Rechner. So werden zum Beispiel Viren verbreitet, Schnüffelprogramme installiert, Browseranfragen zu Web-Seiten umgelenkt, die dafür bezahlen und anderes. Drive-bys sind besonders perfide, weil sie vom PC-Nutzer keine Aktivität (wie das Öffnen einer E-Mail) verlangen, sondern nur Unvorsichtigkeit. Opfer sind zumeist Nutzer, die ihre Software nicht durch regelmäßige Updates aktuell halten - also potenziell so gut wie jeder.
Botnetz
Botnets sind Netzwerke gekidnappter Rechner - den Bots. Mit Hilfe von Trojaner-Programmen, die sie beispielsweise durch manipulierte Web-Seiten oder fingierte E-Mails auf die Rechner einschleusen, erlangen die Botnet-Betreiber Zugriff auf die fremden PC und können sie via Web steuern. Solche Botnets zu vermieten, kann ein einträgliches Geschäft sein. Die Zombiearmeen werden unter anderem genutzt, um millionenfache Spam-Mails zu versenden, durch eine Vielzahl gleichzeitiger Anfragen Web-Seiten in die Knie zu zwingen oder in großem Stile Passwörter abzugrasen. (mehr bei SPIEGEL ONLINE)
Fakeware, Ransomware
Das Wort setzt sich aus "Fake", also "Fälschung", und "Ware", der Kurzform für Software zusammen: Es geht also um "falsche Software" . Gemeint sind Programme, die vorgeben, eine bestimmte Leistung zu erbringen, in Wahrheit aber etwas ganz anderes tun. Häufigste Form: angebliche IT-Sicherheitsprogramme oder Virenscanner. In ihrer harmlosesten Variante sind sie nutzlos, aber nervig: Sie warnen ständig vor irgendwelchen nicht existenten Viren und versuchen, den PC-Nutzer zu einem Kauf zu bewegen. Als Adware-Programme belästigen sie den Nutzer mit Werbung.

Die perfideste Form aber ist Ransomware : Sie kidnappt den Rechner regelrecht, macht ihn zur Geisel. Sie behindert oder verhindert das normale Arbeiten, lädt Viren aus dem Netz und stellt Forderungen auf eine "Reinigungsgebühr" oder Freigabegebühr, die nichts anderes ist als ein Lösegeld: Erst, wenn man zahlt, kann man mit dem Rechner wieder arbeiten. War 2006/2007 häufig, ist seitdem aber zurückgegangen.
Zero-Day-Exploits
Ein Zero-Day-Exploit nutzt eine Software-Sicherheitslücke bereits an dem Tag aus, an dem das Risiko überhaupt bemerkt wird. Normalerweise liefern sich Hersteller von Schutzsoftware und die Autoren von Schadprogrammen ein Kopf-an-Kopf-Rennen beim Stopfen, Abdichten und Ausnutzen bekanntgewordener Lücken.
Risiko Nummer eins: Nutzer
Das größte Sicherheitsrisiko in der Welt der Computer sitzt vor dem Rechner. Nicht nur mangelnde Disziplin bei nötigen Software-Updates machen den Nutzer gefährlich: Er hat auch eine große Vorliebe für kostenlose Musik aus obskuren Quellen, lustige Datei-Anhänge in E-Mails und eine große Kommunikationsfreude im ach so informellen Plauderraum des Webs. Die meisten Schäden in der IT dürften von Nutzer-Fingern auf Maustasten verursacht werden.
DDoS-Attacken
Sogenannte distribuierte Denial-of-Service-Attacken (DDoS) sind Angriffe, bei denen einzelne Server oder Netzwerke mit einer Flut von Anfragen anderer Rechner so lange überlastet werden, bis sie nicht mehr erreichbar sind. Üblicherweise werden für solche verteilten Attacken heutzutage sogenannte Botnetze verwendet, zusammengeschaltete Rechner, oft Tausende oder gar Zehntausende, die von einem Hacker oder einer Organisation ferngesteuert werden.


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