Guantanamo Bay: Militärstützpunkt schaltet W-Lan aus

Zellentrakt im Gefangenenlager Guantanamo: Vorsichtsmaßnahme gegen Cyber-Attacken Zur Großansicht
REUTERS

Zellentrakt im Gefangenenlager Guantanamo: Vorsichtsmaßnahme gegen Cyber-Attacken

Vorsichtsmaßnahme gegen Cyber-Attacken: Laut der Nachrichtenagentur AP verzichtet die US-Militärbasis Guantanamo Bay derzeit auf ihre W-Lan-Dienste. Unter dem Banner des Hackerkollektivs Anonymous wurde Anfang Mai zu Protesten gegen das dortige Gefangenenlager aufgerufen.

Guantanamo Bay - Die US-Militärbasis Guantanamo Bay hat derzeit ihre drahtlosen Netzwerke ausgeschaltet, berichtet die Nachrichtenagentur AP. Nach Angaben eines Sprechers des Gefangenenlagers soll auf Militärcomputern außerdem der Zugang zu sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter blockiert sein. Die Einschränkungen werden als Vorsichtsmaßnahme gegen Cyber-Attacken dargestellt, Störungen seien bislang keine bekannt.

Im Netz kursieren momentan diverse Aufrufe, sich mit den Gefangenen des Lagers Guantanamo Bay zu solidarisieren, oft unter dem Banner von Anonymous. Auf Twitter beispielsweise existiert der Account "Operation Guantanamo", der Guantanamo-kritische Beiträge retweetet. Mit #OpGTMO haben die Proteste einen eigenen Hashtag.

Anfang Mai hatte unter anderem "Anon Insiders" eine Pressemitteilung veröffentlicht, die zu Protestaktionen vom 17. bis 19. Mai aufrief. Als geeignetes Mittel wurde darin etwa das sogenannte E-Mail-Bombing vorgeschlagen, das massenhafte Verschicken von Nachrichten an dieselbe Adresse. "Guantanamo Bay ist ein fortlaufendes Kriegsverbrechen", heißt es in der Pressemitteilung, "Anonymous wird diese Gräueltat nicht länger zulassen."

Der "Miami Herald" berichtet, dass es am Stützpunkt Guantanamo Bay normalerweise an mehreren Orten W-Lan-Angebote gibt, beispielsweise in einem Café, einer Bibliothek und an einer Bowlingbahn.

Anders als in Guantanamo Bay stationierte Soldaten haben die Insassen des Gefangenenlagers keinen Internetzugang. Ein Großteil von ihnen ist seit Monaten im Hungerstreik: Nach Militärangaben protestieren derzeit 103 der 166 Gefangenen auf diese Art gegen ihre Inhaftierung.

mbö

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insgesamt 8 Beiträge
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campl3r 21.05.2013
hungerstreik ist doch gut. muss man selber nichtmehr so aktiv foltern
2. Menschenunwürdig
syntax35 21.05.2013
Dieser rechtsfreie Raum gehört geschlossen !
3. Denken wir mit liebevollen Gedanken
Tacheles Von Überblick 21.05.2013
. an die Menschen dort, denn: Gedanken sind Kräfte!
4. Ist es wirklich ...
ugt 21.05.2013
... was uns erzählt wird? Oder ist es vielleicht nicht doch die Angst, dass mal wieder von Folter, Leichenschändung und anderen Verbrechen gegen die Menschlichkeit um die Welt gehen?? Sind doch die Kriegsverbrechen der US-Soldaten nur rausgekommen, weil diese ihre "Erfolge" bei Twitter und Youtube gepostet haben. Angst brauchen US-Soldaten ja nicht haben, weil sie ja nicht wegen Kriegsverbrechen angeklagt werden. Und im aller schlimmsten Fall ein paar Tage Hausarrest bekommen. So gesehen bin ich schon wegen nicht gemachter Hausaufgaben schlimmer bestraft worden.
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drosan 21.05.2013
Allein die Tatsache, dass die zuständigen Personen Anonymous-Drohungen ernst nehmen, zeigt doch, welche Spezialisten da arbeiten.
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Zum Autor
  • Natalie Stosiek
    Markus Böhm schreibt von München aus am liebsten über Medien und die Menschen dahinter. Als "Kioskforscher" setzt er sich voller ungesunder Begeisterung bloggend mit Zeitschriften auseinander.

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