Filesharing: US-Regierung hält 222.000-Dollar-Strafe für angemessen

Sind 222.000 Dollar Strafe für das Teilen von zwei Dutzend Liedern im Internet angemessen? Eine US-Bürgerin will sich wegen der Höhe des Betrags beim Supreme Court beschweren. Die Regierung hält die Beschwerde für unnötig.

Supreme Court (Archivbild): Soll Höhe von Filesharing-Strafe prüfen Zur Großansicht
REUTERS

Supreme Court (Archivbild): Soll Höhe von Filesharing-Strafe prüfen

Die US-Regierung hat den Supreme Court in einem Schreiben aufgefordert, eine Beschwerde wegen einer hohen Geldstrafe für Filesharing zurückzuweisen. Das berichtet "Wired". Der Anwalt von Jammie Thomas-Rasset hatte die Beschwerde im Dezember eingereicht. Thomas-Rasset hatte 24 urheberrechtlich geschützte Lieder über die mittlerweile eingestellte Tauschbörse Kazaa heruntergeladen und damit, zumindest theoretisch, auch anderen Teilnehmern zur Verfügung gestellt.

Sechs Musikfirmen hatten deswegen geklagt. In mehreren Verfahren wurde Thomas-Rasset zu Geldstrafen verurteilt. Zwischenzeitlich sollte die Strafe sogar 1,92 Millionen Dollar betragen. Nun sind es, wie schon beim ersten Prozess im Oktober 2007, insgesamt 222.000 Dollar. Die Grundlage des Urteils will er vor dem Verfassungsgericht anfechten: Strafen von bis zu 150.000 Dollar je Copyright-Verstoß seien unverhältnismäßig, so sein Argument.

Normalerweise, berichtet "Wired", würden die Filesharing-Verfahren in den USA außergerichtlich gegen Zahlung von einigen tausend Dollar beigelegt. Thomas-Rasset ging jedoch vor Gericht. Die US-Regierung erklärt am Montag in ihrer Stellungnahme, die Gerichte hätten sich sehr wohl mit der Verhältnismäßigkeit der Strafe auseinandergesetzt und ja auch die Strafe von 1,92 Millionen revidiert. Es gebe deshalb keinen Grund zur Beschwerde.

Dass der Supreme Court den Fall annimmt, ist ohnehin nicht sicher. Auch Joel Tenenbaum, der für das Teilen von 31 Liedern zur Zahlung von 675.000 Dollar verurteilt worden war, hatte sich mit einer Beschwerden an den Supreme Court gewandt. Die wurde von den Richtern abgewiesen.

ore

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 30 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Die Freihandelszone
raumbefeuchter 13.02.2013
Die US-EU Freihandelszone mit ihren abstrusen Auswirkungen kommt.
2. Völlig bekloppt !
iffel1 13.02.2013
Egal, wie gut die 24 Lieder waren, 222.000 US DOllar sind die nicht wert, auch nicht, wenn die 222.000 Mal runtergeladen wurden. Und die Strafe bekommen ja wohl nicht sie Musiker ausgezahlt, oder ? Also was soll das ? Abschreckung ?
3. fortschrittliches amerika
ickunddu 13.02.2013
wie soll ein normalverdiener denn diese summen bezahlen? da wird man ja weniger bestraft wenn man ein musikgeschäft ausraubt und den kassierer dabei erschießt!
4. Staatlicher Terrorismus
a.vomberg 13.02.2013
um den Menschen Gehorsam im Internet beizubringen.
5. Rechtsstaat?
ex_Kamikaze 13.02.2013
Die Legislative fordert die Judikative auf..... Was wird hier gespielt?
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Netzwelt
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Netzpolitik
RSS
alles zum Thema Filesharing
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 30 Kommentare

Anzeige
  • Christian Stöcker:
    Spielmacher

    Gespräche mit Pionieren der Gamesbranche.

    Mit Dan Houser ("Grand Theft Auto"), Ken Levine ("Bioshock"), Sid Meier ("Civilization"), Hideo Kojima ("Metal Gear Solid") u.v.a.

    SPIEGEL E-Book; 2,69 Euro.

  • Einfach und bequem: Direkt bei Amazon kaufen.