Cyberwar USA rüsten Verbündete gegen Hackerattacken aus Iran auf

Washington nimmt iranische Hacker ins Visier: Laut "New York Times" unterstützen die USA ihre Partner im Nahen Osten mit Hardware, Software und Trainingsprogrammen. Obamas Regierung will auch nordkoreanische Hacker in Schach halten.

Ein Mann vor Computerbildschirmen: Die USA im digitalen Abwehrkampf
DPA

Ein Mann vor Computerbildschirmen: Die USA im digitalen Abwehrkampf


Washington - Die Angst vor Cyberangriffen beherrscht die Politik von US-Präsident Barack Obama: Wie die "New York Times" berichtet, verstärkt Washington seine Sicherheitsmaßnahmen auch im Ausland. Ziel der USA sei es, Verbündete gegen Hackerattacken aus Iran und Nordkorea zu schützen.

Washington hat der Zeitung zufolge deshalb als Teil des digitalen Abwehrkampfes damit begonnen, Länder im Nahen Osten zu helfen, sich besser gegen Cyberangriffe zu wehren. Das Pentagon erstelle derzeit Vorschläge für hochentwickelte Hardware und Software, die zur Verteidigung von Computernetzwerken geeignet sind. Diese sollen an die Partner des Persischen Golfs verkauft werden - so wie die USA bisher Kampfflugzeuge und Raketen an ihre arabischen Verbündeten geliefert haben.

Zudem würden, wie das Blatt weiter berichtet, spezielle Trainingsprogramme konzipiert. Mit deren Hilfe sollen Militärs und Sicherheitskräfte in Computersicherheit unterrichtet werden. Auch mit privaten Unternehmen soll zusammengearbeitet werden.

So wie heutzutage das Pentagon Seemanöver im Persischen Golf in der Straße von Hormus abhalte, würden künftige Übungen simulierte Cyberangriffe einschließen, erklärten US-Beamte. Ziel sei es, dass die Streitkräfte der USA und ihrer Verbündeten Attacken unter Druck übten.

Hackerattacken gegen Ölproduzenten und Banken

Welche Staaten Washington unterstützt, wollten die US-Behörden offiziell nicht sagen. Jedoch gebe es Hinweise, sagten Vertreter, dass es die Länder seien, die am aktivsten iranischen Waffenlieferungen verfolgten, sie in Häfen aufbrächten und den USA Geheimdienstinformationen über iranische Aktivitäten zukommen ließen.

Auf diesem Gebiet sind besonders Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain aktiv. Im vergangenen Jahr war laut US-Berichten Saudi Aramco, der größte Ölproduzent des Landes, Ziel eines Hackerangriffs geworden. Dabei seien 30.000 Computer des staatlichen Unternehmens betroffen gewesen, die Produktion sei aber nicht lahmgelegt worden. Die US-Behörden beschuldigten später Teheran, Urheber der Attacke gewesen zu sein.

In Asien fürchteten vor allem Südkorea und Japan Cyberangriffe aus Nordkorea. Im Frühjahr waren mehrere Medien und Banken betroffen gewesen - einige Finanzinstitute konnten tagelang nicht richtig arbeiten. Hier sollen die Hacks aus Nordkorea gekommen sein.

Arbeiten Teheran und Pjöngjang zusammen?

Geheimdienste in den USA und Israel beobachten nach Angaben der "Washington Post" seit längerem, dass Teheran bei der Entwicklung seiner Cyberwaffen fortschreite. Diese seien mittlerweile in der Lage, Netzwerke zu zerstören. Ein ehemaliger hochrangiger amerikanischer militärischer Befehlshaber sagte dem Blatt: "Die Geschwindigkeit, mit der sie ihre Fähigkeiten ausgebaut haben, hat alle erschreckt."

Ob Iran und Nordkorea zusammenarbeiten, um Hackerattacken zu entwickeln, ist unklar. Israelische Vertreter behaupten, dafür gebe es Belege. Die USA widersprechen jedoch dieser Darstellung. Seit Jahren arbeiten Teheran und Pjöngjang nach Informationen der Geheimdienste bereits beim Bau von Raketen zusammen.

Die US-Regierung steht zur Zeit massiv unter Druck, weil der Geheimdienst nach Medienberichten massenhaft Nutzerdaten von großen Internetdiensten wie Google, Facebook, Microsoft, Apple oder Yahoo abgreift, um Terroristen auf die Spur zu kommen.

Die Unternehmen bestreiten, den Behörden im Rahmen des Programms mit dem Namen Prism einen direkten Zugang zu ihren Systemen zu gewähren. US-Geheimdienstchef James Clapper beklagte die Enthüllungen: Diese seien "leichtfertig" und durchsetzt mit "bedeutenden Fehldarstellungen".

heb/dpa

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insgesamt 66 Beiträge
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Seite 1
immernachdenklicher 09.06.2013
1. jeder Blödie muß es wissen
Zitat von sysopDPAWashington nimmt iranische Hacker ins Visier: Laut "New York Times" unterstützen die USA ihre Partner im Nahen Osten mit Hardware, Software und Trainingsprogrammen. Obamas Regierung will auch nordkoreanische Hacker in Schach halten. http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/usa-ruesten-verbuendete-gegen-cyberattacken-aus-iran-auf-a-904594.html
Benutzt Du meine Software, ding dong, hab ich ein Türchen ;-)) Und das kriegst du nicht zu.
Infared83 09.06.2013
2. ...
Zitat von sysopDPAWashington nimmt iranische Hacker ins Visier: Laut "New York Times" unterstützen die USA ihre Partner im Nahen Osten mit Hardware, Software und Trainingsprogrammen. Obamas Regierung will auch nordkoreanische Hacker in Schach halten. http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/usa-ruesten-verbuendete-gegen-cyberattacken-aus-iran-auf-a-904594.html
Phahaha. Komisch, dass es immer die gleichen von den USA auserkorenen Schurkenstaaten sind, die wirklich an an jedem verbrecherischen Plan zusammenarbeiten. Ist denn die USA nicht der größte Cyberspion der Welt? Aber richtig gut, dass die jetzt viele andere Länder mit Anti Spy-Software ausrüsten. So kann man gleich ein paar Hintertürchen einbauen, um ganz einfach selbst bisschen rumschnüffeln.
copperfish 09.06.2013
3. wieso
Zitat von sysopDPAWashington nimmt iranische Hacker ins Visier: Laut "New York Times" unterstützen die USA ihre Partner im Nahen Osten mit Hardware, Software und Trainingsprogrammen. Obamas Regierung will auch nordkoreanische Hacker in Schach halten. http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/usa-ruesten-verbuendete-gegen-cyberattacken-aus-iran-auf-a-904594.html
Wieso nur hab ich das Gefühl, dass es den Amis eher daran liegt, ihre "Verbündeten", die ja nach US-Lesart die künftigen Feinde sein werden, in Schach zu halten, oder besser gesagt zu kontrollieren?
Izmi 09.06.2013
4. Antispionage
Zitat von sysopDPAWashington nimmt iranische Hacker ins Visier: Laut "New York Times" unterstützen die USA ihre Partner im Nahen Osten mit Hardware, Software und Trainingsprogrammen. Obamas Regierung will auch nordkoreanische Hacker in Schach halten. http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/usa-ruesten-verbuendete-gegen-cyberattacken-aus-iran-auf-a-904594.html
Ich bin nun wirklich kein Internet-Spezialist. Aber wenn geschrieben steht, dass von den USA die Länder unterstützt würden, "...die am aktivsten (die) iranischen Waffenlieferungen verfolgten, sie in Häfen aufbrächten und den USA Geheimdienstinformationen über iranische Aktivitäten zukommen ließen...", heißt das doch eigentlich, diese Länder beobachten selbst intensiv fremde Vorgänge - und machen die dann auch vor fremden Computern halt? Könnte es sein, dass diese neue Software im Gegenteil das umgekehrte Ziel verfolgt? Statt zu schützen selbst zu spionieren?
zemyrakx 09.06.2013
5. USA und Cyberspione
Ich denke das die USA selbst das WWW im Würgegriff hat und ständig alle Länder sowieso Internetnutzer ausspioniert.
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