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Schutz der Infrastruktur: USA und China planen Vertrag gegen Cyberattacken

Die USA und China wollen ihre Kraftwerke und Krankenhäuser vor gegenseitigen Cyberangriffen schützen. Ein entsprechender Vertrag soll laut "New York Times" in wenigen Tagen stehen.

Xi Jinping (l.) und Barack Obama (r.) (2014): USA und China wollen sich vor Cyberangriffen schützen Zur Großansicht
DPA

Xi Jinping (l.) und Barack Obama (r.) (2014): USA und China wollen sich vor Cyberangriffen schützen

Die USA und China verhandeln über einen Vertrag zum Schutz vor Cyberangriffen der Gegenseite auf wichtige Teile der Infrastruktur. Wie die "New York Times" berichtet, sollen sich darin beide Staaten dazu verpflichten, nicht als Erste mit solchen Attacken die Infrastruktur lahmzulegen.

Ziel sei es, eine entsprechende Vereinbarung bekannt geben zu können, wenn der chinesische Präsident Xi Jinping am kommenden Donnerstag zu einem Staatsbesuch nach Washington kommt. Die Zeitung berief sich dabei auf Angaben von Regierungsbeamten, die an den Verhandlungen beteiligt sind. US-Präsident Barack Obama hatte bereits angekündigt, dass das Thema Cybersicherheit ein Schwerpunkt der Gespräche mit Xi werde.

Ein Ziel der USA ist dem Bericht zufolge, dass China zumindest einen Verhaltenskodex akzeptiert, der kürzlich von einer Uno-Arbeitsgruppe erstellt wurde. Dieser sieht unter anderem vor, dass kein Staat Cyberattacken auf die Infrastruktur eines anderen Landes in Friedenszeiten zulassen darf.

Den Informationen zufolge wäre es der erste Vertrag dieser Art weltweit. Bei der angestrebten Vereinbarung gehe es um den Schutz vor Cyberattacken auf Kraftwerke, Bankensysteme, Mobiltelefon-Netzwerke und Krankenhäuser, heißt es weiter.

Vor den meisten Attacken, die Washington China in der jüngsten Zeit angelastet hat, würde der Vertrag aber nicht schützen. Dazu gehörten etwa militärische Industriespionage oder der chinesischen Hackern zugeschriebene massive Angriff auf Dateien der US-Personalverwaltung im vergangenen Jahr. Die Vorwürfe der USA gegen China haben die Beziehungen beider Staaten zuletzt belastet. China weist die Anschuldigungen zurück.

abl/dpa/Reuters

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insgesamt 26 Beiträge
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1. Wichtig und wichtiger
Bueckstueck 20.09.2015
Mit den "vertrauenswürdigen" Chinesen machen die Amis solche vitalen Verträge, mit den gehorsamen Deutschen reichts nicht mal zu einem "no spy"-Abkommen... Köstlich!
2. Was soll man dazu noch sagen...
antelatis 20.09.2015
"Vor den meisten Attacken, die Washington China in der jüngsten Zeit angelastet hat, würde der Vertrag aber nicht schützen...Die Vorwürfe der USA gegen China haben die Beziehungen beider Staaten zuletzt belastet. China weist die Anschuldigungen zurück." Es reichen schon Vermutungen aus, damit die Amerikaner druck bei den Chinesen machen. Bei uns cyberspionieren die Amis ganz offen und da wird gar nichts gemacht...
3. Da werden die Russen aber eifersüchtig
wolle0601 20.09.2015
dabei hieß es doch mal, daß russische Hacker so gut sind. Herr Putin, tun Sie was, um die Ehre der russischen Nation zu wahren!
4. Ein Papier soll den Cyberkrieg eingrenzen?
eule_neu 20.09.2015
Papier ist geduldig und im Ernstfall drohender Auseinandersetzungen wertlos. Der Versuch beider Länder, das staatliche veranlasste Hackerunwesen davon abzuhalten, wichtige Infrastrurobjekte auszuforschen, um im Ernstfall zu wissen, wie man diese Objekte ausschaltet, ist zum Scheitern verurteilt. Es würde ja bedeuten, dass die NSA sowie die militärischen Cyberkrieger ihre Strategien umschreiben müssten, sozusagen es weiße Flecken geben würde. Das ist kaum vorstellbar. Was soll das Abkommen dann bedeuten? Höchstens als Beleg, dass China und die USA miteinander reden über Cyberprobleme und zur Beruhigung für die jeweiligen Bürger. Jedenfalls ist der vertrag real für den Papierkorb ...
5. Sehr witzig
makl98 20.09.2015
Der Artikel tut gerade so, als seien die Chinesen die bösen Angreifer und die USA die armen Opfer. Gegen das, was die USA jedoch in Sachen Cyberwar, Industriespionage, und feindlichen Cyberabgriffen durchführen (und auch nach Unterzeichnung eines anderslautenden Abkommens weiter durchführen werden), sind die Aktionen Chinas der reinste Kindergarten.
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