Cyber-Sicherheit USA und China wollen regelmäßig über Hacker-Angriffe reden

Die US-Regierung ist wegen einer Vielzahl von Hacker-Angriffen auf Firmen und Behörden alarmiert, hinter vielen Attacken vermutet sie China. Nun wollen beide Länder sich regelmäßig zu Gesprächen über Cyber-Sicherheit und Spionage treffen. Es dürfte einiges zu besprechen geben.

Soldat der U.S. Air Force (Symbolbild): Computernetze unter Dauerbeschuss
REUTERS

Soldat der U.S. Air Force (Symbolbild): Computernetze unter Dauerbeschuss


Washington - Die USA und China haben beschlossen, zukünftig auf hoher Ebene regelmäßig Gespräche über Cyber-Sicherheit und Industriespionage zu führen. Das berichtet die "New York Times". Demnach sollen die Gespräche im Juli beginnen. Es sei ein erster diplomatischer Versuch, die Spannungen zwischen beiden Ländern abzubauen.

Wichtigstes Anliegen sei zunächst der Diebstahl geistigen Eigentums durch Cyber-Angriffe, schreibt die "New York Times". Ein Regierungsbeamter sagte der Zeitung, bei den Gesprächen gehe es darum, einige Spielregeln zu verabreden. Bereits vor einem Jahr hatten die Außenminister der beiden Länder vereinbart, beim Thema Netzsicherheit künftig enger zusammenzuarbeiten.

Die Gespräche sind offenbar ein weiterer Versuch, den Krieg im Netz auch dort zu belassen. Die USA sehen sich von Hacker-Angriffen derart bedroht, dass sie im Extremfall mit herkömmlichen militärischen Angriffen reagieren wollen. In den Gesprächen könnten die beiden Länder klarmachen, wann ein Kriegsgrund vorliegt und inwiefern Staaten für die Aktionen von Hackern verantwortlich gemacht werden können.

Krieg mit Bits und Bytes

Die USA machen China für Hacker-Angriffe auf Unternehmen und staatliche Stellen verantwortlich. Die Regierung in Washington vermutet, dass die chinesische Führung hinter den Cyber-Angriffen steckt. Das Militär in dem Land hat eine entsprechende Truppe aufgebaut, die Einheit 61398. Die eindeutige Zuschreibung von Hacker-Angriffen gelingt jedoch kaum. China wiederum weist die Anschuldigungen zurück und erklärt, selbst Opfer von Hackern zu sein.

Am Samstag hatte US-Verteidigungsminister Chuck Hagel Kritik an China geäußert. Das Land stecke hinter einer langen Kette von Cyber-Spionage und Hacker-Angriffen auf US-Einrichtungen, sagte Hagel auf einer Sicherheitskonferenz in Singapur. Die chinesischen Cyber-Attacken würden zu einem ernsten militärischen Anliegen. Man müsse das dringend und einvernehmlich klären, hatte Hagel betont.

Am kommenden Freitag treffen US-Präsident Barack Obama und der chinesische Präsident Xi Jinping zu einem informellen Gipfeltreffen in Rancho Mirage in Kalifornien zusammen. Dort werden Hacker-Angriffe laut "New York Times" ein zentrales Thema sein - neben dem Atomkonflikt mit Nordkorea.

ore/dpa

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insgesamt 6 Beiträge
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Seite 1
b5200 02.06.2013
1. ist schon lustig...
... das der eine weltweite Cyberkrieger (USA) den anderen Cyberkrieger (China) der Spionage bezichtigt. So, die USA wollen notfalls auf Hackerangriffe militaerisch reagieren? Wird die EU das auch tun, wenn wieder mal ein (Industrie) Spionagefall der USA auffliegt? Ach so, das ist dann ja wieder alles im Namen des 'Kampfes gegen den Terror', dann ist das ja ok.
derandersdenkende 02.06.2013
2. Es ist nichts dagegen einzuwenden,
Zitat von sysopREUTERSDie US-Regierung ist wegen einer Vielzahl von Hackerangriffen auf Firmen und Behörden alarmiert, hinter vielen Attacken vermutet sie China. Nun wollen beide Länder sich regelmäßig zu Gesprächen über Cybersicherheit und Spionage treffen. Es dürfte einiges zu besprechen geben. http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/usa-und-china-wollen-regelmaessig-ueber-hackerangriffe-reden-a-903288.html
wenn sich beide Seiten auf gleichberechtigter Ebene über die gegenseitige Spionage informieren. Dies wird zwar der ideologischen Begleitmusik keinen Abbruch tun, könnte aber, wenn tatsächlich von Gegenseitigkeit ausgegangen werden sollte, zumindest eine Vermittlung und Entgegennahme der Ansichten beider Seiten zur Folge haben. Wir werden dies zwar kaum erfahren und dies scheint mir auch nicht der Zweck der kolportierten Meldung zu sein, im Prinzip geht es da nur um antichinesische Stimmungsmache, aber die Handelnden können zumindest mal ihre Stimmungslage abgleichen.
anonym187 02.06.2013
3. alles nur große Töne
die die Usa sich von geben, die Usa kann sich nicht mal ein Handelskrieg mit China leisten und andersrum China auch! Bevor hier mit aller Macht versucht ein Krieg anzuzetteln, sollte man lieber über die staatliche Hilfe und Manipulation der Währung und mancher Unternehmenbranche!
Lemmi42 02.06.2013
4. Dem Irak schickte man
Bomben und Raketen,obwohl sie nicht getan hatten,mit China muß man reden, ist das nicht seltsam ?
tilly-d 03.06.2013
5. Prävention
Die Cyberspionage Chinas dient sicher auch seiner Selbstverteidigung. Genaue Kenntnisse der gegnerischen Militärtechnologien ermöglicht erst die eigenen gezielten Abwehrtechnologien zu entwickeln. Somit ist die Cyberspionage auch als Präventivmassnahme zu verstehen. Wie oft war China früher vom Westen angegriffen worden? ... Israel darf (mit US-Zustimmung) ja auch präventiv andere Länder angreifen, sowohl militärisch als auch mit geheimen Mordkommandos und mit Cyberangriffe wie z.Bsp. mit Stuxnet und DQ (Duqu).
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