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Verlegerstreit: Google wirft belgische Zeitungen aus dem Suchindex

Belgische Verleger lassen Google die Erfassung ihrer Texte durch Google News verbieten. Daraufhin wirft der Suchmaschinenbetreiber die Titel aus seiner Suche - zum Ärger der Zeitungsmacher.

Google News Belgien: Verlegerverband wehrt sich gegen die Nachrichten-Sammlung Zur Großansicht

Google News Belgien: Verlegerverband wehrt sich gegen die Nachrichten-Sammlung

Köln - Wer bei Google nach dem Web-Auftritt einer französischsprachigen Zeitung aus Belgien sucht, erhält eine unschuldige, weiße Seite. Der Grund dafür ist nicht etwa, dass die entsprechenden Web-Präsenzen verschwunden wäre - vielmehr hat Google sie seit dem vergangenen Freitag aus seinem Suchindex entfernt.

Die Auslistung von belgischen Nachrichtenseiten markiert den zwischenzeitlichen Endpunkt einer Auseinandersetzung, die der französischsprachige Verlegerverband Copiepresse mit dem Suchmaschinenbetreiber seit 2006 ausficht. In einer Klage bestritt der Verband Googles Recht, Zeitungsartikel in der Nachrichtenübersicht Google News zu veröffentlichen. Mit diesen Gratis-Links würde Google unrechtmäßig Geld verdienen.

Ein Gericht verurteilte Google daraufhin zu einer Strafzahlung von 25.000 Euro für jeden Artikel, der noch im Google-News-Angebot erscheinen würde. Der Spruch wurde vor wenigen Wochen von der Berufungsinstanz bestätigt, wie AP meldet. Daraufhin sperrte Google nun die Online-Auftritte der betroffenen Zeitungen für seinen Suchindex. Sofort erhoben sich Klagen, Google würde die belgischen Titel "boykottieren".

Davon könne keine Rede sein, so Google-Sprecher William Echiskson: "Wir würden uns sehr freuen, Copiepresse wieder aufzunehmen, wenn sie uns ihren Wunsch mitteilen, in der Google Suche aufzutauchen, und auf potentielle Strafmaßnahmen verzichten."

Die Konsequenzen ihres juristischen Sieges scheinen machen Zeitungsmachern erst jetzt klar zu werden. So beeilte sich die in Belgien vielgelesene "La Libre Belgique", auf den Unterschied zwischen Google News und der allgemeinen Suchfunktion hinzuweisen. Gegen das dortige Erscheinen von Zeitungsinhalten hätten die Verlage nichts einzuwenden. Lediglich die Erfassung durch Google Nachrichtendienst werde abgelehnt.

meu

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1. Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte,
SpieFo, 18.07.2011
dann ist er somit erbracht: Google hat inzwischen so viel Macht gewonnen, daß - ganz im Sinne der chinesischen Zensurpolitik - Mißliebiges aus dem Suchindex ausgeschlossen wird. Nicht "werden kann", das was und ist immer möglich. Inzwischen ist es doch offensichtlich, wie abhängig jeder Geschäftstreibende von Google ist, ob er will oder nicht. Google , "no evil"?. "Störe meine Geschäfte nicht", das ist "no evil". Alderle!
2. Sehr schön, ...
Glasperlenspiel, 18.07.2011
Zitat von sysopBelgische Verleger lassen Google die Erfassung ihrer Texte durch Google News verbieten. Daraufhin wirft der Suchmaschinenbetreiber die Titel aus seiner Suche -*zum Ärger der Zeitungsmacher. http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,774970,00.html
... dass Google für die Zeitungsverlage - auch in anderen Ländern Europas - quasi eine "Erziehung am Objekt" veranstaltet. Zu behaupten, dass Google News die Werbeerlöse abgreift, nicht aber die Zeitungen, auf die von dort verlinkt wird, ist ja noch nie vernünftig belegt worden.
3. 3,2,1...
Gani, 18.07.2011
Und los geht die Flut der Google Basher die nicht über die Headline hinaus gelesen haben und Missbrauch seitens Google wittern - dabei wird im Artikel erklärt warum Google ansich richtig handelt und eine Lösung anbietet.
4. Absolut korrektes Verhalten
Greed 18.07.2011
Die Verlage hatten kein Interesse an einer Zusammenarbeit mit Google sondern wollten lediglich die für sie positiven Dinge mitnehmen. Das letztlich auch durch Links in den G.News Klicks auf die entsprechenden Seiten entfallen haben sie wohl vergessen und bekommen nun die verschärfte Antwort.
5. Soo schlimm scheint es doch nicht zu sein, sie sind doch da
SpieFo, 18.07.2011
Ich war wohl etwas vorschnell, in diesem konkreten Fall. Die Gefahr sehe ich trotzdem. Aber was soll die Suchalgorithmus "site" in SPON: http://www.google.be/search?q=site%3A.lesoir.be Versteh ich nicht. Ganz normale Suche geht doch: http://www.google.be/search?hl=de&q=lesoir.be+Newspaper&btnG=Suche oder auch so(indirekt) http://www.google.de/search?hl=de&source=hp&biw=959&bih=524&q=Le+Soir+Zeitung&btnG=Google-Suche Die Zeitung ist ja nicht vom Radar verschwunden.
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Zum Autor
Richard Meusers sitzt im Garten und sieht seinen Blumen beim Wachsen zu. Ansonsten hat er ein Auge auf Digitales und Mediales.

Marktanteile der Tech-Riesen
Suchmaschinen (Desktop)
Google 75,68%
Baidu 11,95%
Yahoo 5,92%
Bing 4,24%
Stand: Februar 2012, Quelle: Net Applications
Suchmaschinen (Mobil)
Google 88,35%
Yahoo 6,63%
Baidu 3,34%
Bing 1,08%
Stand: Februar 2012, Quelle: Net Applications
Browser (Desktop)
Microsoft Internet Explorer 58,35%
Firefox 23,72%
Chrome (Google) 11,50%
Safari (Apple) 4,15%
*weltweiter Marktanteil, erhoben auf der Webbrowser-Angabe, Stand: Januar 2012, Quelle: Net Applications
Browser (Mobil)
Safari (Apple) 54,03%
Opera Mini 21,42%
Android Browser 12,74%
Symbian 6,89%
*weltweiter Marktanteil, erhoben auf der Webbrowser-Angabe, Stand: Januar 2012, Quelle: Net Applications
Betriebssysteme (Desktop)
Windows 91,92%
Mac 6,92%
Linux 1,16%
*weltweit, erhoben auf der Webbrowser-Angabe zum user-agent Stand: Februar 2012, Quelle: Net Applications
Betriebssysteme (Mobil)
Android (Google) 49,7
iOS (Apple) 30,1
Symbian 6,9
RIM 2,1
Nokia 1,8
andere 9,4
Marktanteil an Smartphone-Betriebsystemen im März 2011 in Deutschland (%). Quelle: InMob Mobile Insights, Basis der Auswertung sind 518,7 Millionen inMobi-Werbeeinblendungen auf Mobilgeräten in Deutschland im März 2011 und 470,3 Millionen Werbeeinblendungen im Januar
Werbung
Umsatz gesamt* Umsatz Google* Anteil Google (in %)
Internet 72,842 36,531 50,15
Magazine 43,122 0
TV 184,29 0
Zeitungen 91,495 0
gesamt 458,385 36,531 7,97
*Werbeumsätze 2011, weltweit in Mrd. Dollar, veröffentlicht von ZenithOptimedia 15. März 2012, Googles Werbeumsatz im Jahr 2011
Webnutzer
Angebot Unique Visitors (Mio.) Ø-Stunden
Webnutzer gesamt 366,8 26,75
Google 333,4 3.,14
Microsoft 270,8 3,22
Facebook 240,0 5,43
Wikimedia 161,3 0,22
Yahoo 141,0 1,23
eBay 107,6 0,99
Amazon 91,4 0,27
Top 30 Online Portale in Europa nach Gesamtzahl der Unique Visitors. Mai 2011, Internetnutzer in Europa, Alter 15+, Zuhause und am Arbeitsplatz; Quelle: comScore Media Metrix
Google
Der Konzern
Reuters
Google wurde 1998 von den Studenten Sergey Brin und Larry Page gegründet und ging ein Jahr später online. 2010 machte die Firma mit ihren rund 20.000 Angestellten einen Umsatz von mehr als 29 Milliarden Dollar. Unterm Strich blieben davon 8,5 Milliarden Dollar als Gewinn übrig. Die dominierende Stellung im Markt für Online-Werbung sorgt für ein attraktives Geschäftsmodell, birgt aber auch die Gefahr der extremen Abhängigkeit von nur einer Ertragsquelle. Immerhin 96 Prozent der Einnahmen erzielte Google im vergangenen Jahr mit Werbung.
Die Geschäftsfelder
Google hat im Laufe der Jahre zahlreiche Unternehmen übernommen - so etwa 2006 die Videoplattform YouTube und 2007 den Online-Vermarkter Doubleclick. Gleichzeitig hat die Firma ihre Geschäftstätigkeit auch selbst ausgebaut, zum Beispiel mit dem Dienst Google Street View oder dem E-Mail-Anbieter Google Mail.

Produkte, die Google nie veröffentlichen wollte

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