Videosperren: Gema schickt YouTube-Klage in die USA

Wie verklagt man YouTube? Die Verwertungsgesellschaft Gema will den Streit um den Wortlaut der Sperrnachricht vor dem Landgericht München klären. Doch die Klage konnte in Deutschland nicht zugestellt werden.

Gema-Logo: YouTube soll Schadenersatz für zwölf Lieder zahlen Zur Großansicht
DPA

Gema-Logo: YouTube soll Schadenersatz für zwölf Lieder zahlen

Düsseldorf - Im Streit mit der Internet-Videoplattform YouTube muss die Verwertungsgesellschaft Gema nun den internationalen Rechtsweg beschreiten. Eine Schadenersatzklage gegen die Google-Tochter, die von der Gema beim Landgericht München eingereicht wurde, konnte in Deutschland nicht zugestellt werden, sagte Gema-Sprecherin Ursula Goebel. "Wir gehen nun davon aus, dass es mehrere Wochen dauert, bis das Dokument in den USA zugestellt werden kann."

Bei der Klage der Gema geht es um die Sperrhinweise von YouTube, die erscheinen, wenn die Videos in Deutschland nicht angeschaut werden dürfen. YouTube-Nutzer in Deutschland sehen dann in der Regel den Hinweis, dass der Clip nicht verfügbar sei, weil die Gema nicht die erforderlichen Rechte eingeräumt habe. Diese Formulierung will sich die Gema nicht länger gefallen lassen, weil sie in der Regel die Sperrung nicht veranlasst habe. Außerdem muss sie jedem automatisch die Rechte der öffentlichen Zugänglichmachung und der Vervielfältigung erteilen, der die vorgesehene Gebühr bezahlt.

Im Streit um eine Vergütung von Musikvideos auf YouTube habe die Gema nur exemplarisch zwölf Titel sperren lassen. In dieser Sache standen sich die Google-Tochter und die Gema in einem Gerichtsverfahren in Hamburg gegenüber. Dort entschied das Landgericht im vergangenen Frühjahr, dass YouTube zwar auf Gema-Aufforderung ausgewählte Videos löschen müsse, aber nicht verpflichtet sei, jeden einzelnen Clip schon beim Hochladen auf Gema-Gebührenpflicht zu überprüfen. Gegen dieses Urteil haben beide Seiten Rechtsmittel eingelegt. Die Verhandlungen zwischen der Gema und YouTube wurden im vergangenen Dezember abgebrochen, die Verwertungsgesellschaft fordert nun 1,6 Millionen Euro Schadenersatz.

Google und die Gema, die in Deutschland die Urheberrechte etwa von Komponisten oder Textautoren vertritt, können sich schon seit 2009 nicht über eine Mindestvergütung für Videos bei YouTube einigen, nachdem ein vorläufiger Vertrag auslief. Das heißt: Google sperrt vorsorglich, um nicht zur Kasse gebeten zu werden.

Der nun auf den Weg gebrachten Klage vorausgegangen war eine Abmahnung. Am Montag hatte eine YouTube-Sprecherin, auf Abmahnung und Klage angesprochen, gesagt: "Wir haben keine Kenntnis von einer diesbezüglichen Abmahnung und können es demnach nicht kommentieren."

ore/dpa

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 48 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. nur zu
DerBlicker 31.01.2013
Soll die GEMA noch ,mehr Geld versenken, die Klage kann sie nicht gewinnen, weil Youtube die Zustellung niemals annehmen wird. Youtube wird sich zurecht auf so eine alberne Klage nicht einlassen. Das wäre ja noch schöner, dass die GEMA bestimmen kann, wie sich Youtube über das unmögliche Verhaltend er GEMA auf ihren Seiten äußert.
2.
niska 31.01.2013
Zitat von sysopWie verklagt man YouTube? Die Verwertungsgesellschaft Gema will den Streit um den Wortlaut der Sperrnachricht vor dem Landgericht München klären. Doch die Klage konnte in Deutschland nicht zugestellt werden. Videosperren: Gema schickt YouTube-Klage in die USA - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/videosperren-gema-schickt-youtube-klage-in-die-usa-a-880832.html)
Hätten sie die Adresse vielleicht einfach kurz googlen sollen...
3. Lächerlich
gerd33 31.01.2013
Zitat von sysopWie verklagt man YouTube? Die Verwertungsgesellschaft Gema will den Streit um den Wortlaut der Sperrnachricht vor dem Landgericht München klären. Doch die Klage konnte in Deutschland nicht zugestellt werden. Videosperren: Gema schickt YouTube-Klage in die USA - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/videosperren-gema-schickt-youtube-klage-in-die-usa-a-880832.html)
Über nen Proxy Surfen, und schon kann man in D das Video ansehen
4.
platzanweiser 31.01.2013
Würde mich freuen, wenn sich die GEMA da eine blutige Nase holt. Die existieren nicht mehr, um die Rechte der Künstler (die nicht einmal mehr ihre eigenen Werke ohne Gebührenzahlung online stellen dürfen (O-Ton Künstler, der sich zum Thema MMO-Game Videos von Fans geäussert hatte)), sondern nur noch zum reinen Selbstzweck. Dieses urzeitliche Relikt gehört eingemottet. Das, was aus deren Handlungen resultiert kann man nur noch als Zensur auffassen und ablehnen. Zudem ist Youtube der falsche Ansprechpartner - das machen die nur, weil es bequemer ist, als Tausende Einzelfälle zu ahnden, wie es eigentlich sein sollte.
5.
sandboxer 31.01.2013
Zitat von niskaHätten sie die Adresse vielleicht einfach kurz googlen sollen...
Und das ergibt dann was? Es gibt keine deutsche Youtube Firma. Die .de Domain verweist auf Google Deutschland, denn die haben eine GmbH hier. Wenn Google das aber nicht annimmt, dann bleibt ja nur noch die Youtube.Inc. in San Bruno. Übrigens auch nicht ungewöhnlich, Klagen international zustellen zu lassen. Dabei geht es nicht um die noch nicht ausverhandelten Tarife sondern um die Tafeln.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Netzwelt
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Netzpolitik
RSS
alles zum Thema Google
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 48 Kommentare

Anzeige
  • Christian Stöcker:
    Spielmacher

    Gespräche mit Pionieren der Gamesbranche.

    Mit Dan Houser ("Grand Theft Auto"), Ken Levine ("Bioshock"), Sid Meier ("Civilization"), Hideo Kojima ("Metal Gear Solid") u.v.A.

    SPIEGEL E-Book; 2,69 Euro.

  • Einfach und bequem: Direkt bei Amazon kaufen.