Betrugsmasche mit teuren Rückrufen Wenn die 00261 nur einmal klingelt

Sie haben einen Anruf von jemandem mit einer Vorwahl wie 00261 und 00231 verpasst? Dann will Sie vermutlich jemand abzocken. Die Bundesnetzagentur schafft Abhilfe - und sammelt Fälle.

Frau mit Smartphone (Symbolbild)
DPA

Frau mit Smartphone (Symbolbild)


Zum Schutz vor teuren Handy-Kostenfallen führt die Bundesnetzagentur bei bestimmten internationalen Vorwahlen die Pflicht zur kostenlosen Preisansage wieder ein. Dies gilt für 56 Länder, deren internationale Ländervorwahl bei einem schnellen Blick aufs Display leicht mit einer deutschen Ortsvorwahl verwechselt werden könnte. Ein Beispiel ist der Behörde zufolge Madagaskar, dessen Vorwahl 00261 man auf den ersten Blick für die von Koblenz halten könnte: 0261. Ähnliches gilt für Serbien und Rostock (00381 und 0381) sowie für Liberia und Dortmund (00231 und 0231).

Neu ist der Ansatz der Netzagentur nicht. Eine zunächst auf ein Jahr befristete Verpflichtung zur Preisansage bei internationalen Vorwahlen mit Verwechslungsgefahr war zum 31. Dezember 2018 ausgelaufen.

Allein im Januar 2019 sind danach allerdings 14.000 Beschwerden von Verbrauchern zu sogenannten Ping-Anrufen bei der Netzagentur eingegangen - der Behörde zufolge ein neuer Rekord. Vor diesem Hintergrund werde die Preisansage nun erneut angeordnet. Sie muss von den Mobilfunknetzbetreibern und Mobilfunkanbietern bis spätestens 1. März 2019 umgesetzt werden.

Die Bundesnetzagentur rät Handynutzern davon ab, verdächtige Rufnummern zurückzurufen, wenn kein Anruf aus dem jeweiligen Land erwartet wird.

Ping-Anrufe sind ein Problem

Bei sogenannten Ping-Anrufen klingelt das Handy nur kurz, danach wird sofort aufgelegt. Ziel der Anrufer ist es, einen kostenpflichtigen Rückruf zu provozieren und den Mobilfunkkunden lange in der Leitung zu halten, um von den generierten Verbindungsentgelten zu profitieren.

"Preistransparenz schützt Verbraucher am besten vor unbedachten Rückrufen", sagt Netzagentur-Chef Jochen Homann. "Rufen die getäuschten Verbraucher zurück, können sie das Gespräch abbrechen, ohne dass Kosten entstehen."

Wenn Sie kürzlich einen Ping-Anruf erhalten haben und helfen wollen, andere Handynutzer vor Kostenfallen zu schützen, können Sie ihn hier der Netzagentur melden.

mbö/dpa



insgesamt 40 Beiträge
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Seite 1
gammoncrack 08.02.2019
1. Ich habe ein grundsätzliches Prinzip:
Erkenne ich eine unbekannte im Display, Festnetz oder Mobil, die ich nicht angenommen habe, wird diese als erstes gegoogled. Und natürlich würde man dann entsprechende Hinweise erhalten, eben auch, in welches Land diese Vorwahl führt. Einfach ungeprüft zurückrufen sollten für niemanden eine Option sein. Gut, dass Spon mal wieder auf dieses Thema eingeht.
rolforolfo 08.02.2019
2. Danke Bundesnetzagentur
Klasse - die Bundesnetzagentur hat also gewartet bis 14.000 Leute sich beschwert haben, um die alte Sicherung wieder einzubauen. Wahrscheinlich wurden zehn mal so viele Leute geschädigt. Sie wussten also um die Gefahr und haben "den Hund nur mal eben laufen lassen um zu sehen, ob er beisst oder mittlerweile zahm geworden ist". Ooooh - er beisst! Okay, wir nehmen ihn dann doch wieder an die Leine.
frenchie3 08.02.2019
3. Mir auch schon passiert
Gerade im Auto klingelt es, ich gehe nicht ran, natürlich nicht aufgepasst wie oft es klingelte. Kurz darauf eine Nummer mit 09... auf dem Display was hier einer Internetbox entspricht die einige meiner Freunde haben. Nach vier Worten hatte ich mitbekommen was los war, aufgelegt und schon waren 1,49 auf dem Zähler. Seitdem nur noch Rückruf bei Nummern die im Handy gespeichert sind.
mpg27 08.02.2019
4. Wer profitiert davon?
Das verdienen doch nur TelKos dran?
oldman2016 08.02.2019
5. Schande über deutsche Behörden
Zitat "Preistransparenz schützt Verbraucher am besten vor unbedachten Rückrufen",. Dem kann ich nur zustimmen. Aber warum wurde denn die Kostanansage überhaupt abgeschafft. Nur weil in meinem Wohnviertel im letzten kein Einbruch stattgefunden hat baue ich doch nicht das Haustürschloss aus. Kann man den Verantwortlichen in der Bundesnetzagentur nicht von seinem Posten entfernen und ihn nach Madgaskar schicken.
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