"Wall Street Journal" Google erwägt angeblich, Yahoo zu kaufen

Es wäre eine Elefantenhochzeit: Dem "Wall Street Journal" zufolge prüft der Suchmaschinenkonzern Google Möglichkeiten, Yahoo zu übernehmen. Doch es gibt noch einen zweiten Interessenten - Microsoft. In dem Wettstreit geht es nicht zuletzt um die Vorherrschaft auf dem Suchmaschinenmarkt.

Yahoo-Zentrale im kalifornischen Sunnyvale: Konzern in der Krise
AP

Yahoo-Zentrale im kalifornischen Sunnyvale: Konzern in der Krise


New York - Dem Zeitungsbericht zufolge hat Google zwei Private-Equity-Unternehmen kontaktiert, um über die Finanzierung eines solchen Kaufs zu beraten. Die Gespräche seien noch in einem sehr frühen Stadium, und es sei gut möglich, dass Google nie ein offizielles Angebot machen werde, so das "Wall Street Journal". Welche Firmen genau involviert sind, wurde nicht mitgeteilt.

Das Kaufinteresse dürfte viel mit Googles Rivalen Microsoft zu tun haben. Auch der Windows-Konzern erwägt, in Yahoo zu investieren. Dem "Wall Street Journal" zufolge geht es allerdings nicht um einen Komplettkauf, sondern um eine größere Beteiligung, die Microsoft mehr Kontrolle über Yahoo verschaffen, gleichzeitig aber die Risiken des Windows-Konzerns minimieren würde.

Schon jetzt kooperieren die beiden Unternehmen bei der Web-Suche - alle Yahoo-Suchanfragen laufen über Microsofts Suchmaschine Bing. Die Verträge sind auf zehn Jahre befristet. Eine Kooperation in Sachen Suche zwischen Yahoo und Google war im Jahr 2008 an kartellrechtlichen Bedenken gescheitert.

Yahoo ist schon seit Jahren für einen Verkauf im Gespräch. Anfang 2008 hatte Microsoft mehr als 30 Dollar pro Yahoo-Aktie geboten. Derzeit sind Yahoo-Aktien um die zwölf Euro pro Stück wert. Nach dem Scheitern der Übernahme stürzte die Yahoo-Aktie tief ab, zahlreiche Manager und Entwickler verließen das Unternehmen, der Internet-Pionier steckt mittlerweile seit Jahren in einer tiefen Krise.

Das Unternehmen hat bei einigen Produkten wie seinem E-Mail-Dienst zwar bis zu 700 Millionen Nutzer - es gelingt Yahoo aber bisher nicht, die hohen Nutzerzahlen in ansehnliche Werbeeinnahmen umzuwandeln. Zuletzt litt die Firma im Kampf um Werbe-Dollars immer mehr unter der starken Konkurrenz von Google und Facebook. Insbesondere im Markt für Display-Anzeigen verdient Yahoo nach Analysten-Einschätzungen derzeit zu wenig mit seinem Inventar.

Mitbegründer Jerry Yang hatte die Konzernspitze nach dem gescheiterten Kauf durch Microsoft für Carol Bartz frei gemacht, die das gesamte Management umkrempelte. Im September 2011 feuerte der Yahoo-Aufsichtsrat Bartz - seitdem kursieren erneut Verkaufsgerüchte.

cis



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insgesamt 3 Beiträge
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BlakesWort 24.10.2011
1. Wollen und können sind zwei paar Schuhe
Google könnte eine ganze Reihe von Unternehmen kaufen, an der Liquidität dürfte es nicht scheitern. (2010 ca. 8,5 Milliarden Gewinn; Tendenz weiter steigend.) Aber was sagt die Kartellbehörde zu solchen Plänen?
HappyLuckyStrike 24.10.2011
2. Schon wieder ?
Das war doch neulich erst ? Klar, wenn es Yahoo nicht mehr gibt, haben die Gutmenschen von Google nur noch Bing als "Gegner", das muß ja im Interesse der Menschheit sein... dann können sie 5 Dollar am Tag verlangen, damit man auch nur gelistet wird, und 5000 für Seite eins... Ich drücke Microsoft alle Daumen, denn meine Einserseiten sind zahlreich. Noch besser wäre es, ein europäisches Konsortium würde Yahoo kaufen, oder die Chinamänner... aber das läßt ja die dösige US-Regierung nicht zu.
SchneiderG 24.10.2011
3. .
Zitat von BlakesWortGoogle könnte eine ganze Reihe von Unternehmen kaufen, an der Liquidität dürfte es nicht scheitern. (2010 ca. 8,5 Milliarden Gewinn; Tendenz weiter steigend.) Aber was sagt die Kartellbehörde zu solchen Plänen?
Da würde ich mir keine Sorgen machen. Jerry Yang (Mit-Gründer von Yahoo) wird mit Hilfe von China Investoren (vermutlich auch mit Geldern der KP-Regierung) Yahoo in den sicheren Hafen Chinas bringen, um Google zu ärgern und deren Macht zu reduzieren, wenn nicht sogar zubrechen. Die KPCh ist wie ein Kleinkind nachtragend bis zum geht nicht mehr und wird Google nie verzeihen, daß diese sich geweigert haben für die KP zu spionieren.
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