Mohammed-Karikaturen: "Charlie Hebdo" nach Netzangriff wieder online

In gedruckter Form ist das französische Satiremagazin "Charlie Hebdo" vergriffen, im Netz aber wieder erreichbar. Nach einer Attacke sind dort wieder einige der umstrittenen Mohammed-Karikaturen aus dem Heft zu sehen.

Redaktion von "Charlie Hebdo": Gedruckt vergriffen, im Netz wieder erreichbar Zur Großansicht
AFP

Redaktion von "Charlie Hebdo": Gedruckt vergriffen, im Netz wieder erreichbar

Paris - Die Website des französischen Satireblatts "Charlie Hebdo" ist im Netz wieder erreichbar - zumindest einigermaßen. Die aktuelle Ausgabe und auch einige der Mohammed-Karikaturen waren am Donnerstag wieder über das Netz zu finden. Allerdings gab es beim Surfen auf der Seite immer wieder einzelne Fehlermeldungen.

Unbekannte hatten die Seite am Mittwoch gemeinsam lahmgelegt, nachdem die Zeitung teils derbe islamkritische Zeichnungen veröffentlichte, die sich auf den Schmähfilm "Die Unschuld der Muslime" bezogen. Damit hatte "Charlie Hebdo" für Empörung und internationales Aufsehen gesorgt.

Die Sprecherin der Satirezeitung, Valérie Manteau, stellte klar, dass die Ursache des Zusammenbruchs der Internetseite kein einzelner Hackerangriff gewesen sei. Vielmehr habe es "Zehntausende Aufrufe" der Website gegeben mit dem Ziel, diese zu blockieren. "Charlie Hebdo" werde deswegen Anzeige erstatten, sagte Manteau. Zuvor hatte die Satirezeitung bereits Anzeige wegen eines mutmaßlichen Hackerangriffs erstattet.

Die umstrittene aktuelle Ausgabe der satirischen Wochenzeitung ist gefürchtet, gehasst und begehrt: Die 75.000 gedruckten Exemplare waren schnell vergriffen, am Freitag will das Magazin mit einer Neuauflage von 95.000 an den Kiosken in Frankreich sein. Aus Angst vor gewaltsamen Protesten hatte die Regierung in Paris daraufhin verstärkte Sicherheitsvorkehrungen für französische Einrichtungen angeordnet.

Entgegen dieser Befürchtungen gab es in Frankreich in der Nacht keine besonderen Vorkommnisse wegen der Karikaturen. Allerdings sollen zahlreiche französische Einrichtungen im Ausland vor den Freitagsgebeten sicherheitshalber geschlossen werden. Betroffen sind Botschaften, Konsulate und Schulen in rund 20 Ländern.

juh/afp/dpa

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