NSA-Whistleblower Edward Snowdens Vater trifft in Moskau ein

Familienbesuch in Moskau: Der Vater von Edward Snowden ist nach Russland gereist, um sich über die Situation seines Sohnes zu informieren. Er zweifelt daran, dass der ehemalige NSA-Vertragsarbeiter gefahrlos in die USA zurückkehren könne.

Bilder im russischen Fernsehen: Lon Snowden (r.) und der Anwalt Anatoli Kutscherena
AFP

Bilder im russischen Fernsehen: Lon Snowden (r.) und der Anwalt Anatoli Kutscherena


Moskau - Der Vater von Edward Snowden ist am Donnerstag in Russland eingetroffen. Er hoffe auf ein Treffen mit seinem Sohn, sagte Lon Snowden bei einer Pressekonferenz, die das russische Staatsfernsehen direkt übertrug.

Die Fernsehbilder zeigten die Ankunft Lon Snowdens am Donnerstag am Moskauer Scheremetjewo-Flughafen, wo sein Sohn im Sommer mehr als einen Monat lang festgesessen hatte. Begrüßt wurde Lon Snowden vom russischen Rechtsanwalt seines Sohnes, Anatoli Kutscherena.

Sein Sohn sei in Russland frei und sicher, sagte Lon Snowden. Dafür sei er sehr dankbar. Zwar sei er nicht der Sprecher seines Sohnes; allerdings habe er Zweifel, ob Edward Snowden gefahrlos in die USA zurückkehren könne. In seinen Augen sei sein Sohn kein Verräter, sagte Lon Snowden.

"Ich habe wirklich keine Ahnung, was er vorhat"

Am 23. Juni kam der ehemalige Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden aus Hongkong in Moskau an. Sein Reisepass war da bereits ungültig - und er kam nicht weiter. Wochenlang saß er in der Transitzone des Flughafens Scheremetjewo fest. Anfang August schließlich gewährte Russland Edward Snowden für ein Jahr Asyl. Sein genauer Aufenthaltsort ist nicht öffentlich bekannt.

Die USA fordern seine Auslieferung. Sie suchen den Enthüller der US-Ausspähprogramme wegen Geheimnisverrats. Russland lehnt aber eine Abschiebung vehement ab. Im Streit um Snowden hatte US-Präsident Barack Obama Anfang August ein geplantes Treffen mit Kreml-Chef Wladimir Putin abgesagt.

Snowdens Vater sagte, er sei nach Moskau gekommen, um mehr über die derzeitige Situation seines Sohnes zu erfahren. Er wolle mehr über dessen Lebensumstände, Gesundheitszustand und juristische Möglichkeiten wissen. "Wenn sich die Gelegenheit bietet, hoffe ich natürlich, dass ich die Möglichkeit bekomme, meinen Sohn zu sehen. " Seit Monaten habe er keinen Kontakt mit ihm gehabt: "Ich habe wirklich keine Ahnung, was er vorhat."

juh/afp/dpa



insgesamt 21 Beiträge
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gog-magog 10.10.2013
1. Er sollte höchste Vorsicht walten lassen, die Häscher sind direkt hinter ihm!
Zitat von sysopAFPFamilienbesuch in Moskau: Der Vater von Edward Snowden ist nach Russland gereist, um sich über die Situation seines Sohnes zu informieren. Er zweifelt daran, dass der ehemalige NSA-Vertragsarbeiter gefahrlos in die USA zurückkehren könne. http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/whistleblower-vater-von-edward-snowden-trifft-in-moskau-ein-a-927062.html
Man kann nur inständig hoffen, dass der Vater wenigstens kein Handy dabei hat und sich in Moskau komplett neu einkleidet, nachdem er alle Klamotten (und die darin enthaltenen Chips) verbrannt hat. Mit der NSA ist nicht zu spaßen, die zwingen sogar Präsidentenflugzeuge zur Landung.
dergog 10.10.2013
2.
Zeigen sie mir ein Land, das einen in den Augen des Landes, in das er kommt und dort als Geheimnisverräter gesucht wird, nicht sofort bei der Einreise verhaftet würde. Er hat nun mal seinem Land großen Schaden zugefügt und sollte dort vor Gericht Rede und Antwort stehen.Die Befürchtungen, wie es Snowden's Vater äußert sind Fakt. Gehe ich als Insider von Krauss Maffei nach Saudi Arabien, um denen über die Technologie des Leo 2 Unterlagen zu bringen, würde man mich auch im auch so lieben Deutschland nach meiner Rückkehr schon am Flughafen verhaften. Und das mit Recht. Snowden ist gut in Russland aufgehoben.Er sollte sich genau überlegen, nochmals einen Fuß in ein westliches Land zu setzen. Die USA haben einen langen Atem. Und das ist gut so.
BettyB. 10.10.2013
3. Gefahrlose Rückkehr
[Wieso, bitte, sollte er nicht gefahrlos zurückkehren können? Man würde ihn doch erst nach der Rückkehr verhaften und wahrscheinlich lebenslänglich in den Knast schicken?
addit 10.10.2013
4. Alles Gute, Papa Snowden
bring nur die USA nicht auf seine Spur! Sonst bekommst du Ärger!
Atheist_Crusader 10.10.2013
5.
Zitat von sysopAFPFamilienbesuch in Moskau: Der Vater von Edward Snowden ist nach Russland gereist, um sich über die Situation seines Sohnes zu informieren. Er zweifelt daran, dass der ehemalige NSA-Vertragsarbeiter gefahrlos in die USA zurückkehren könne. http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/whistleblower-vater-von-edward-snowden-trifft-in-moskau-ein-a-927062.html
No shit. Nach einer weltumspannenden Hexenjagd und der Aufdeckung immer neuer US-Verbrechen soll er nicht mehr in die Heimat zurückkönnen? Mensch, wer hätte das gedacht? Der Skandal daran ist nur, dass so wenige das als einen Skandal sehen. Würde ihn irgendwer anders als die USA jagen, hätte er sich vor Hilfsangeboten kaum retten können. Und würde er nicht in Russland sitzen, sondern in Panama oder der Schweiz, hätte man ihn schon längst gewaltsam zum Schweigen gebracht. Die Verbrecher versuchen die ganze Welt einzuspannen um Zeugen mundtot zu machen und alle gucken bloß stillschweigend zu und beteuern, dass ihnen die Verbrecher nie etwas getan hätten und dass die Anzeige ja wirklich nicht hätte sein müssen. Erinnert mich an Mafiafilme.
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