Freihandelsabkommen TTIP WikiLeaks lockt Whistleblower mit Geld

WikiLeaks will das umstrittene Freihandelsabkommen TTIP öffentlich machen. Die Plattform lockt Insider mit 100.000 Euro Belohnung, das Geld wird per Crowdfunding gesammelt. Zu den ersten Unterstützern zählt Yanis Varoufakis.

WikiLeaks-Gründer Julian Assange (Archivbild): Crowdfunding zum Bezahlen von TTIP-Informanten
REUTERS

WikiLeaks-Gründer Julian Assange (Archivbild): Crowdfunding zum Bezahlen von TTIP-Informanten


WikiLeaks will Insider neuerdings auch mit Geld motivieren, der Enthüllungsplattform Geheimdokumente zuzuspielen. Am Mittwoch hat die Organisation auf ihrer Website ein Crowdfunding gestartet, über das 100.000 Euro zweckbezogene Spenden gesammelt werden sollen. Das Geld soll als Belohnung eingesetzt werden, wenn jemand der Plattform Details zum Freihandelsabkommens TTIP zur Verfügung stellt.

Im Erklärtext zum Crowdfunding kritisiert WikiLeaks, dass die Öffentlichkeit bislang keinen Einblick in das Abkommen bekommen hat. Über TTIP, das die Plattform als "Europas meistgesuchtes Geheimnis" inszeniert, sei weniger bekannt als über andere Vereinbarungen wie TISA und TPP.

Stand Mittwochvormittag steht WikiLeaks' Spendenzähler bei rund 41.000 Dollar. In einer Pressemitteilung heißt es, zu den ersten Unterstützern des Crowdfundings zählen der ehemalige griechische Finanzminister Yanis Varoufakis ebenso wie der durch seine Aufarbeitung der Snowden-Dokumente bekannte Journalist Glenn Greenwald.

Es ist das zweite Mal, dass WikiLeaks per Crowdfunding eine Belohnung zusammenbekommen will: Schon beim Freihandelsabkommen Trans-Pacific Partnership (TPP) hatte die Plattform auf der Suche nach noch fehlenden Kapiteln zum Spenden aufgerufen. Das im Juni gesetzte Ziel in Höhe von 100.000 Dollar ist mittlerweile erreicht worden, mehr als 1700 Unterstützer brachten den Spendenzähler Stand Mittwochmorgen auf knapp über 104.000 Dollar.

Update, 12. August: Alle Zahlen im Artikel sind jetzt auf den Stand vom Mittwochmorgen gebracht worden.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels hieß es, WikiLeaks habe für TTP-Insider 100.000 Euro sammeln wollen. Tatsächlich waren es 100.000 Dollar. Wir haben den Fehler korrigiert und bitten, ihn zu entschuldigen.

mbö



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insgesamt 96 Beiträge
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Seite 1
AllesKlar2014 11.08.2015
1. Crowdfunding um eine Info aus Brüssel zu erhalten?!..
dafür würde ich mich als Politiker in Berlin in Grund und Boden schämen und für die Geheiminhalte als Volksverrat gleich mit...
werner.szymzek 11.08.2015
2. eine hervorragende Idee
Kann man irgendwo spenden?
mfgkw 11.08.2015
3. Die Geheimniskrämerei...
... reicht mir schon, um sicher zu sein, daß es nicht um mein Wohl geht.
Tiberias 11.08.2015
4. Entsetzlich...
...dass eine Leaks-Plattform Geld von Bürgern sammeln muss, damit ILLEGAL Informationen über ein zwischen DEMOKRATISCHEN Staaten geplantes Handelsabkommen besorgt werden können. Wenn es USA und EU ernst nehmen würden mit der Demokratie und der darin eigentlich selbstverständlichen Transparenz, wären solche Verrenkungen überhaupt nicht notwendig. TTIP ist wohl vielen Bürgern genau wegen der betriebenen Geheimniskrämerei so unheimlich. Da es um Handelsbelange geht und um keine sicherheitskritischen Geheimdienstinformationen, bleibt dem normalen Bürger nur die Vermutung übrig, dass hier eine große Schweinerei hinter verschlossenen Türen vorbereitet wird...
Der Achtsame 11.08.2015
5. Uns Allen, die wir als Bürger ernst genommen werden wollen,
und das werden wir von unseren amtierenden Politikern nicht, sie behandeln uns wie unmündige Kinder, TTIP wird hinter verschlossenen Türen weitest gehend verhandelt, unabhängige Schiedsgerichten drohen legitimierte Gerichte auszuhebeln usw...u.s.f....wir müssen uns gegen den schon lange begonnenen Ausverkauf und Niedergang der Demokratie zur wehr setzen.... WikiLeaks ist ein Produkt genau dieser Entwicklung. Weiter so.....
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