CIA-Chef John Brennan WikiLeaks veröffentlicht angeblich gehackte E-Mails

Die Onlineplattform WikiLeaks hat Dokumente veröffentlicht, die angeblich von einem privaten E-Mail-Konto des CIA-Chefs John Brennan stammen. Ein junger Hacker hatte behauptet, sich Zugang verschafft zu haben. Es geht unter anderem um Folter und Iran.

CIA-Chef Brennen: "Eine Attacke, wie sie jeden hätte treffen können"
REUTERS

CIA-Chef Brennen: "Eine Attacke, wie sie jeden hätte treffen können"


Schon am Mittag hatte WikiLeaks via Twitter eine neue Veröffentlichung angekündigt, dieses Mal sollte es um den E-Mail-Account des CIA-Chefs John Brennan gehen. Wenige Stunden später war es dann soweit: Die "CIA-Mails" gingen online.

Die sechs Dokumente stammen den Angaben zufolge von einem Hacker, der behauptet hatte, sich Zugang zum E-Mail-Konto verschafft zu haben. Unter den Schriftstücken befinden sich laut WikiLeaks unter anderem ein Fragebogen, den Brennan zu seiner Person bei der Übernahme seines Amtes ausfüllen musste, aber auch ein Brief eines Senators zu fragwürdigen Verhörmethoden der US-Geheimdienste.

Die CIA erklärte in einer Stellungnahme, "das Anzapfen der E-Mails der Familie Brennan ist eine Straftat". Es gebe keine Anzeichen dafür, dass es sich bei irgendeinem der Dokumente um geheime Informationen gehandelt habe. "Es ist eine Attacke, wie sie jeden hätte treffen können und sie sollte verurteilt, nicht gefördert werden."

Vor wenigen Tagen hatte ein junger Hacker anonym erklärt, sich per Social Engineering Zugang zu einem AOL-E-Mail-Account von Brennan verschafft zu haben. Er bezeichnete sich gegenüber der "New York Post" als einen Schüler, der die Außenpolitik der US-Regierung sehr kritisch sehe. Das FBI und der Secret Service gehen den Behauptungen nach.

Dokumente über Folter und Iran

WikiLeaks veröffentlichte nun unter anderem einen Brief des früheren Senators Christopher Bond an weitere Mitglieder des Geheimdienstausschusses, datiert ist er auf den 7. Mai 2008. Bond spricht sich dafür aus, künftig nur noch explizit verbotene Verhörmethoden wie etwa Waterboarding oder Stromstöße aufzulisten und nicht die ausdrücklich in einem Handbuch des Militärs erlaubten Methoden als Maßstab zu nehmen. Dies würde die Geheimdienste in die Lage versetzen, neue Methoden zu entwickeln, die "dennoch mit dem Gesetz übereinstimmen", heißt es in dem einseitigen Brief.

Auch eine Empfehlung der CIA zum Umgang mit Iran ist unter den Papieren, die WikiLeaks veröffentlichte. Das Land sei geostrategisch "von enormer Bedeutung" und die USA hätten gar keine andere Wahl, als mit Teheran auszukommen - egal, welche Regierung dort gerade an der Macht sei.

Die Dokumente stammen aus der Zeit, bevor Brennan CIA-Chef wurde. Seinen Amtseid legte er im März 2013 ab. Nach seinem Studium hatte er bereits viele Jahre für den Auslandsgeheimdienst gearbeitet, zwischenzeitlich war er in die Privatwirtschaft gewechselt. WikiLeaks kündigte an, in den kommenden Tagen weitere Mails zu veröffentlichen:

aar/dpa/AP



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