WikiLeaks-Attacken: Der Stärkere legt nach

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Die Hackerangriffe von WikiLeaks-Gegnern und -Sympathisanten eskalieren. Das Netz erlebt eine Welle digitaler Selbstjustiz, die der Meinungsfreiheit schadet - denn die Logik dahinter ist so simpel wie gefährlich: Wer die stärkste Technik hat, dominiert den Diskurs.

Australische Demonstration für WikiLeaks: Aufstand in Assanges Namen Zur Großansicht
AFP

Australische Demonstration für WikiLeaks: Aufstand in Assanges Namen

"So was kommt von so was."
Erfreuter Twitter-Nutzer über die Angriffe auf die Seiten von Mastercard, Visa, PayPal und anderen Firmen, die WikiLeaks ihre Dienstleistungen verweigern

Ein Zitat, das die Geschichte eines Cyber-Konflikts erzählt, der sich in den vergangenen vier Tagen zugespitzt hat. Eine Geschichte von Angriffen und Gegenangriffen, von Aktionen und Racheaktionen.

Seit WikiLeaks vor eineinhalb Wochen die ersten US-Botschaftsdepeschen veröffentlicht hat, haben Gegner die Internetseite der Enthüllungsplattform abzuschießen versucht. Distributed-Denial-of-Service-Attacken (DDoS) heißt die Angriffstechnik, bei der Server mit Anfragen überflutet werden, so dass sie kollabieren. Doch seit diesem Dienstag, an dem WikiLeaks-Gründer Julian Assange in London verhaftet wurde, nutzen Sympathisanten der Plattform dieselbe Methode - in viel größerem Ausmaß. Sie zwingen die Online-Auftritte von Weltunternehmen wie Mastercard, Visa und Paypal in die Knie, die WikiLeaks ihre Dienstleistungen versagt hatten.

"So was kommt von so was" - der Spruch erfasst den gemeinsamen Nenner der Angriffe von beiden Seiten. Er offenbart eine bedenkliche Logik der Aktivisten. Wenn Protest im Netz diesem Satz folgt, gilt das Recht des technisch Stärkeren.

Das heißt, der Stärkere gewinnt.

Die Demo-Drohnen übernehmen den Kampf

Mit Gewalt werden Gegner ausgeschaltet. Zwar richteten sich die Attacken nur gegen die öffentlich zugänglichen Web-Seiten der Firmen, nicht gegen ihre kritische Infrastruktur wie die Systeme zur Zahlungsabwicklung. Das macht die Sache aber nicht besser. Aus dem Netz gefegt wurde zum Beispiel das öffentliche Blog von PayPal, indem ein Manager erklärte, warum man nicht mehr für WikiLeaks arbeitet.

Man mag anderer Meinung sein - aber warum darf PayPal sein Recht auf Feigheit nicht verteidigen?

Noch bedenklicher ist die Organisationsform der Attacken. Beteiligte an den DDoS-Attacken schätzen die Teilnehmerzahl auf mehrere tausend Personen weltweit. Wie viele es auch genau waren, fest steht: Vergleichsweise wenig Menschen haben hier dank der richtigen Software so viel Schaden wie eine enorme Menschenmenge entfaltet. Sie haben weltweit Server abgeschossen, weil ein Programm das Schadenspotential ihrer Seitenaufrufe technisch vervielfacht hat - LOIC ("Low Orbit Ion Cannon") heißt es. Wer es installiert, kann selbst Attacken auf Server ausführen. Oder dies einem Koordinierungsserver der Aktivisten überlassen, was viele getan haben dürften.

Im Klartext: Die Protestierer schließen sich damit freiwillig zu einem Botnet zusammen. Also zu einem Rechnernetz, das Schaden anrichtet - das kennt man sonst von illegal auf Computer eingeschleusten Trojanern.

Diese Protestform unterscheidet sich in drei wesentlichen Punkten von Online- oder Offline-Demonstrationen, wie man sie bisher kennt:

  • Die Technik ist wichtiger als der Mensch. Bei den Online-Protesten gegen die Vorratsdatenspeicherung in Deutschland haben viele Blogger kritische Banner auf ihren Seiten eingebunden. Beeindruckend war an dieser Demonstration die Vielfalt - mal entdeckte man auf einer Seite ein Protest-Eselsohr, mal eine Trauerverhüllung. Besucher der Seiten wussten: Hier spricht sich ein Mensch gegen das geplante Schnüffelgesetz aus. Ein Mensch tritt für etwas ein. So funktionieren Demonstrationen - offline und online. Die WikiLeaks-Racheaktionen hingegen haben funktioniert, weil wenige Menschen das maximale Schadenspotential ihrer Rechner ausreizen. Aufmerksamkeit bekommt die technische Leistung. Nicht die Person.
  • Nur die Schädigung des Opfers bringt Aufmerksamkeit. Welche Seite war wie lange nicht erreichbar? Das ist die zentrale Frage bei den WikiLeaks-Racheaktionen - und als Botschaft ist das etwas dürftig. Die US-Bürgerrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation (EFF) kommentierte: "The answer to bad speech is more speech". Frei übersetzt: Die Reaktion auf negative Äußerungen muss mehr Kommunikation sein. Nicht das Abschießen von Web-Seiten, nicht Selbstjustiz, sollte das heißen.
  • Das Prinzip Drohnen statt Demonstranten. Wer das Angriffswerkzeug LOIC lädt und im Automatikmodus laufen lässt, gibt die Kontrolle über sein Handeln ab, als wäre der eigene Computer eine Drohne. Welche Server wann angegriffen werden, entscheidet eine zentrale Steuerungsinstanz per Fernsteuerung. Das entwertet die Aktion - denn ist das noch eine Demonstration, wenn man das Ziel seines Protestes nicht mehr selbst bestimmt? Die Frage ist: Hätte die Mehrheit der Aktivisten wirklich allen Angriffen zugestimmt? Oder hätte man von Fall zu Fall entscheiden müssen?

Zwischenzeitlich drohte ein Aktivist über den Twitter-Kanal Anon_Operations, wo die Attacken begleitet werden, der EFF wegen ihres kritischen Kommentars: "Soso, die EFF duldet also Selbstjustiz nicht? Wollt ihr die nächsten sein, Schlaumeier?" Wenn der Mensch, der diese Nachricht geschrieben hat, die Drohung wahrgemacht hätte, wäre die Seite einer WikiLeaks freundlich gesonnenen Bürgerrechtsorganisation ausgeschaltet worden.

Der Vorfall veranschaulicht, wie schnell bei dieser Art von Aktivismus die Logik der Aktion herrscht. Irgendetwas muss getan werden - weil die Tat das verbindende Moment ist. Wer gegen die Tat ist, stellt die Gruppe in Frage.

Am Ende schadet dieser Software-Aktivismus der Meinungsfreiheit im Netz, statt sie zu verteidigen. Wenn Schadensmaximierung mittels technischer Hilfsmittel das Eintreten von Bürgern für bestimmte Positionen ersetzt, bestimmt Rüstungslogik den Protest.

Wer die bessere Technik nutzt, wer mit einfachen Botschaften und klaren Angriffszielen möglichst viele Demo-Drohnen für seine Sache gewinnt, der erlangt mehr Aufmerksamkeit als andere. Doch wenn einfach die stärkere Technik gewinnt, wird die Meinungsvielfalt verlieren.

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1. Systemkonformes Gelaber, bloß schön kuschen, abwarten und nicht aktiv werden
DoubleU 10.12.2010
Einfach Ausdruck von Wut über den Unrechtsstaat/Mechanismus der sich auf Wikileaks und Assange stürzt und nur allzu verständlich. Feuer muß mit Feuer bekämpft werden. Wer hier das Recht auf seiner Seite hat dürfte für freidenkdende Geister mit einer Vorstellung von eienr gerechteren Welt unweifelhaft sein. Die Interpretation/Schlußfolgerung von Spon bzw. des Artikels ist typisch systemkonform und kuschend - es wird schon alles gut werden, wenn man nichts tut bzw. auf den "Rechtsstaat" vertraut, gelle? Theorie aber keine Praxis.
2. Anon zerstört sich selbst
Dr. Schnaggels 10.12.2010
Daraus resultieren zwei Dinge: a) Stärkere Web-Kontrolle und entsprechende Filter b) Die aufteilung des Internets in verschiedene Unternetze: Für den Pöbel und die Elite Ich bin immernoch der Meinung dass das Internet der Katalysator ist der unsere Welt schneller drehen lässt (bildlich gesprochen). Ich könnte mir vorstellen dass dies nicht im Sinne der Herrschenden sein kann und sowas wie Anon jetzt nur als Vorwand für eine stärkere Reglementierun dient.
3. Genau das Gegenteil ist der Fall
Deutscher__Michel 10.12.2010
[QUOTE=sysop;6772743]Die Hackerangriffe von WikiLeaks-Gegnern und -Sympathisanten eskalieren. Das Netz erlebt eine Welle digitaler Selbstjustiz, die der Meinungsfreiheit schadet -*denn die Logik dahinter ist so simpel wie gefährlich: Wer die stärkste Technik hat, dominiert den Diskurs. Peinlicher Artikel!!! Aber richtig peinlich. Googlen sie mal nach Leakspin und was derzeit im Netz los ist. Es geht eben genau um den Schutz der Meinungsfreiheit und den Unternehmen die die Marktmacht besitzen und versuchen diese zu unterdrücken (Visa, Mastercard) zu zeigen dass das thema wichtig ist. Es geht eben genau um die Meinungsfreiheit ..das ganze ist viel eher ziviler ungehorsam. Niemand wurde verletzt, niemand kam zu Schaden. Ausser dass die Umsätze der Großen Firmen ein paar Tage einen Knick hatten. Es hat ja schon gewirkt: Visa und Mastercard sind schon teilweise eingeknickt und sprechen nur noch vom "einfrieren" der Konten. Paypal ebenso. Bisher hat der Spiegel nicht mal 0.5% der Dokumente bekommen.. man kann gespannt sein (und dank der Aktionen wohl auch sicher!) was noch so geliefert wird.
4. Wut ohne Hirn ist zerstörerisch !!
sic tacuisses 10.12.2010
Zitat von DoubleUEinfach Ausdruck von Wut über den Unrechtsstaat/Mechanismus der sich auf Wikileaks und Assange stürzt und nur allzu verständlich. Feuer muß mit Feuer bekämpft werden. Wer hier das Recht auf seiner Seite hat .....
Auch ich war empört, lesen zu müssen, dass die Marionetten der Amis wie Mastercard, paypal und Amazon u.A. den vorauseilenden Gehorsam praktizierten. Der ist ja eigentlich den Deutschen vorbehalten. Ich habe daraufhin die obigen 3 gecancelled. Solche trifft man nur durch Entzug finanzieller Mittel. So wie Shell Schlecker Ihr Platz Lidl Aral BP und und und
5. War doch klar...
columbia 10.12.2010
Wenn man sich das Psychogramm von Assange zu Gemüte führt, ist sehr schnell klar, dass es hier nicht um mehr "Freiheit" und "Demokratie" geht, um eine "friedliche Welt", sondern um Krawall durch weltweite Streuung von Indiskretionen ohne Spürsinn. Die jetzigen Internetangriffe der Sympatisanten beweisen deren (Un)Geist. Es geht nur noch um Schädigung und Rache, nicht um höhere ehrenwerte Ziele.
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Der Fall Julian Assange
Mitte August 2011 - Die Vorfälle
dpa
Ein Aufenthalt von Julian Assange in Schweden hat gravierende Folgen. Der WikiLeaks-Gründer nimmt an mehreren Veranstaltungen teil. Dabei trifft er auf zwei Frauen: Pressesprecherin Anna A. und Künstlerin Sofia W. Mit beiden hat er nacheinander Sex.

Kurz darauf erfahren die Frauen von den parallelen Affären, tauschen ihre Erfahrungen aus und beschließen, gemeinsam zur Polizei zu gehen. Sie habe die jüngere Sofia eigentlich nur als Zeugin begleiten wollen, gibt Anna A. später zu Protokoll. Assange sei zwar nicht gewalttätig, habe aber eine verquere Einstellung gegenüber Frauen und könne kein Nein akzeptieren. Sie werfen ihm Vergewaltigung und sexuelle Nötigung vor.

20. August 2011 - Haftbefehl in Schweden
Gegen Assange ergeht nach den Aussagen der zwei Schwedinnen ein Haftbefehl. Der Australier weist gleich nach Bekanntwerden der Anschuldigungen alles zurück. Im offiziellen WikiLeaks-Blog stellen sich die Mitarbeiter hinter ihn. In einer Twitter-Mitteilung von WikiLeaks heißt es: "Wir sind vor schmutzigen Tricks gewarnt worden. Jetzt erleben wir den ersten."
21. August 2011 - Haftbefehl aufgehoben
AFP
Der Haftbefehl gegen Assange wird aufgehoben. Die Stockholmer Staatsanwältin Eva Finné sagt: "Es gibt für mich keinen Grund mehr für den Verdacht, dass er eine Vergewaltigung begangen hat." Die Staatsanwaltschaft ermittelt jedoch weiter gegen Assange - wegen des Verdachts auf sexuelle Belästigung.
1. September 2011 - Neue Ermittlungen
Die schwedischen Behörden machen eine Kehrtwende: Die Staatsanwaltschaft nimmt das Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf Vergewaltigung wieder auf. Die neuen Ermittlungen seien das Ergebnis einer weiteren Überprüfung des Falls, sagt Generalstaatsanwältin Marianne Ny. Es geht nun um den Verdacht auf Vergewaltigung in einem Fall sowie auf sexuelle Belästigung und Nötigung in einem zweiten Fall.
5. November 2011 - Assange will in die Schweiz
REUTERS
Julian Assange erwägt, sich in der Schweiz niederzulassen. Er sehe es als "reale Möglichkeit", samt seiner Web-Seite in die Schweiz umzuziehen, sagt er einem Schweizer TV-Sender. Neben Island sei die Schweiz das einzige westliche Land, in dem sich WikiLeaks sicher fühle. Mitarbeiter und Menschen aus dem Umfeld der Plattform fühlten sich vom Pentagon bedroht, sagt Assange.
18. November 2011 - Neuer Haftbefehl
Die schwedische Staatsanwaltschaft beantragt einen neuen Haftbefehl gegen Assange und die internationale Fahndung durch Interpol. Die Ermittler wollen ihn zu den Vergewaltigungsvorwürfen befragen. Interpol veröffentlicht später eine Red Notice: Diese "roten Mitteilungen" bedeuten, dass alle Mitgliedstaaten Interpols Schweden bei der Suche nach Assange "mit Blick auf seine Festnahme und Auslieferung" unterstützen sollen.
24. November 2011 - Haftbefehl bestätigt
DPA
Ein schwedisches Gericht bestätigt den Haftbefehl und die internationale Fahndung. Die Richter mildern die Vorwürfe aber etwas ab: Zwar werde Assange immer noch Vergewaltigung vorgeworfen, allerdings in einem minder schwerem Fall, teilt das Gericht mit. Zudem sei einer der drei Vorwürfe der sexuellen Belästigung fallengelassen worden.
30. November 2011 - Beschwerde von Assange
Julian Assange will in Schweden die Aufhebung des Haftbefehls gegen ihn wegen Vergewaltigungsverdachts durchsetzen. Dies soll vor dem Obersten Gericht in Stockholm erfolgen.
1. Dezember 2011 - Europäischer Haftbefehl
AFP
Der europäische Haftbefehl wird den britischen Behörden übermittelt, damit Assange an Schweden ausgeliefert werden kann. Der WikiLeaks-Chef hält sich mittlerweile in London auf.
2. Dezember 2011 - Schwedischer Formfehler
Der oberste Gerichtshof Schwedens bestätigt den Haftbefehl und die internationale Fahndung letztinstanzlich. Laut britischen Zeitungen verhindern formale Fehler im europäischen Haftbefehl den Zugriff auf Assange. Der Australier hält sich den Berichten zufolge seit Oktober im Südosten Großbritanniens auf und habe bei seiner Ankunft im Land Scotland Yard seine Kontaktdaten mitgeteilt. Die britische Polizei habe Assanges Verhaftung nicht in die Wege leiten können, weil bei der Übermittlung des Haftbefehls etwas falsch ausgefüllt worden sei. Scotland Yard kommentiert das offiziell nicht.
3. Dezember 2011 - Neuer Haftbefehl an London
dapd
Die schwedische Justiz lässt nicht locker. Sie hat einen neuen europäischen Haftbefehl für den WikiLeaks-Chef an die Behörden in Großbritannien geschickt. Dieses Mal ohne Formfehler.

7. Dezember 2011 - Assange festgenommen
Assange wird um 9.30 Uhr in Großbritannien festgenommen. Er hatte sich zuvor selbst gestellt. Assanges Anwälte wollen erreichen, dass ihr Mandant vorerst nicht nach Schweden ausgeliefert wird.
16. Dezember 2011 - Freilassung auf Kaution
Gegen Kaution wird Assange in Großbritannien auf freien Fuß gesetzt. Er muss jedoch einige Auflagen erfüllen, sich zum Beispiel täglich bei der britischen Polizei melden.
11. Januar 2012 - Auslieferungsverfahren beginnt
Bis Anfang Februar soll ein Londoner Gericht über Assanges Auslieferung nach Schweden entscheiden, wo ihm ein Verfahren wegen Vergewaltigung und bis zu vier Jahren Haft drohen.
3. Februar 2012 - Ermittlungsakten tauchen im Web auf
Die Ermittlungsakten zu den Vergewaltigungsvorwürfen gegen Julian Assange tauchen laut dem US-Magazin "Wired" im Internet auf. Das Magazin beschreibt auf seiner Web-Seite Details aus der mehrere hundert Seiten umfassenden Akte.
7./8. Februar 2012 - Anhörung vor Gericht
Assange und seine Anwälte stemmen sich gegen die Auslieferung nach Schweden. Seine Verteidiger stellen zum Auftakt der Anhörung ein 35-seitiges Dokument mit ihrer Verteidigungsstrategie ins Internet gestellt, in dem die Eckpunkte ihrer Argumentation aufgeführt sind. Das Gericht hat bis zu zehn Tage Zeit, seine Entscheidung zu verkünden.
24. Februar 2012 - Erste Instanz: Auslieferung an Schweden rechtens
Ein britischer Richter entscheidet: Die Auslieferung Julian Assanges nach Schweden ist rechtens. Richter Howard Riddle gibt einem entsprechenden Antrag der schwedischen Justiz statt.
3. März 2012 - Assange legt Berufung ein
Die Anwälte von Julian Assange legen Berufung gegen seine Auslieferung an Schweden ein. Ein Gericht muss in zweiter Instanz in 40 Tagen entscheiden, ob es die Berufung annimmt.
30. Mai 2012 - Auslieferung rechtmäßg
Der Oberste Gerichtshof erkennt das Auslieferungsgesuch als rechtmäßig an. Mit einer Fünf-zu-Zwei-Entscheidung weisen die Richter Assanges Einspruch ab.
14. Juni 2012 - Oberster Gerichtshof will kein weiteres Verfahren
Eine Wiederaufahme des Auslieferungsverfahren lehnen die obersten Richter ab. Assange und seine Anwälte können nun nicht weiter gegen das Auslieferungsverfahren vorgehen.
14. Juni 2012 - Flucht in die Botschaft
Assange flieht in die Botschaft von Ecuador in London und beantragt politisches Asyl in dem südamerikanischen Land.
16. August 2012 - Assange wird politisches Asyl gewährt
Ecuador gewährt Assange politisches Asyl. Die britischen Behörden kündigen an, ihn dennoch zu verhaften, sobald er die Botschaft verlässt. Assange hat zu diesem Zeitpunkt die ecuadorianische Botschaft für fast zwei Monate nicht verlassen.

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