Neue WikiLeaks-Enthüllungen CIA-Hacker spionieren offenbar von Frankfurt aus

WikiLeaks hat Dokumente über die Cyberangriffswerkzeuge des US-Geheimdienstes veröffentlicht. Demnach macht die CIA die Fernseher zur Abhöranlage und umgeht die Verschlüsselung von Diensten wie WhatsApp.

CIA-Zentrale in Langley, Virginia
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CIA-Zentrale in Langley, Virginia

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Die Enthüllungsplattform WikiLeaks hat neues Material veröffentlicht. Diesmal geht es um die mutmaßlichen Spionage-Praktiken des US-Geheimdienstes Central Intelligence Agency (CIA).

Seit kurz nach 14 Uhr mitteleuropäischer Zeit lassen sich auf der WikiLeaks-Website 8761 Dokumente und Dateien abrufen, in denen es um das systematische Eindringen von CIA-Mitarbeitern in fremde Rechner geht.

Die von WikiLeaks "Vault 7" getaufte Veröffentlichung gibt laut einer Pressemitteilung der Organisation einen Überblick über das geheime Hacking-Arsenal der CIA: Schadsoftware, Viren, Trojaner und das gezielte Ausnutzen von Schwachstellen in Systemen (sogenannte Zero-Day-Exploits). Angegriffen werden könnten laut den Dokumenten iPhones von Apple, Android-Geräte von Google, Windows-Rechner und sogar Fernseher.

Hacker arbeiten angeblich auch in Deutschland

Das Material stammt aus einer anonymen Quelle. Laut WikiLeaks kursierte das nun veröffentlichte Material unter US-Regierungshackern und Zulieferfirmen und soll aus diesen Kreisen an die Enthüllungsplattform gelangt sein. Die Quelle wünsche sich eine Debatte um die Frage, wie die Nutzung von Cyberwaffen demokratisch legitimiert und kontrolliert werden könne, habe sie WikiLeaks in einem Statement mitgeteilt.

Nach eigenen Angaben haben die Mitarbeiter der Enthüllungsplattform die Dokumente mehrere Monate lang studiert. Abweichend vom bisherigen WikiLeaks-Prozedere wurden sie vor der Veröffentlichung bearbeitet und bestimmte Stellen geschwärzt.

Laut Aussagen der Enthüllungsplattform verfügt die CIA über eine eigene Cyber-Offensiv-Abteilung. Rund 200 Experten dieser Abteilung greifen demnach mit speziell für den Datenklau entwickelten Werkzeugen Rechner in aller Welt an. Die Hacker der CIA arbeiten laut WikiLeaks in der Zentrale in Langley im US-Bundesstaat Virginia. Sie unterhalten aber auch mindestens einen Stützpunkt außerhalb der Vereinigten Staaten.

So sind die CIA-Experten den Dokumenten zufolge auch im Generalkonsulat der USA in Frankfurt am Main tätig. Dort, in der Gießener Straße, befindet sich das größte US-Konsulat weltweit. Es beherbergt laut WikiLeaks-Dokumenten auf seinem Gelände eine "Sensitive Compartmented Information Facility" (SCIF), ein Gebäude, das nur Mitarbeitern der CIA und anderer US-Geheimdienste zugänglich ist. Diese Digitalspione arbeiten offenbar voneinander abgeschottet "undercover" in der Einrichtung.

Für die Dienstreisen dieser CIA-Experten nach Frankfurt gibt es in den Dokumenten Hinweise, gespickt mit einem spezifischen Geheimdiensthumor: "Flying Lufthansa: Booze is free so enjoy (within reason)", heißt es da, also: "Alkohol ist umsonst, also genieße (aber in Maßen)." Dazu gibt es Hinweise fürs Verhalten in den empfohlenen Hotels: "Do not leave anything electronic or sensitive unattended in your room. (Paranoid, yes but better safe than sorry.)" Auch wenn es paranoid klinge, sollten die Mitarbeiter keine elektronischen Geräte oder Vertrauliches unbeaufsichtigt in ihrem Zimmer lassen.

Aus den USA oder Deutschland gab es zunächst kaum Reaktionen auf die Enthüllungen. Authentizität und Inhalt angeblicher Geheimdienst-Dokumente würden nicht kommentiert, sagte ein CIA-Sprecher der "New York Times".

Der Fernseher wird zum Überwachungsgerät

Wie aus einem Science-Fiction-Roman liest sich eine in den CIA-Dokumenten beschriebene Angriffsmethode auf Besitzer des Samsung-Fernsehgeräts F8000, die den Codenamen "Weeping Angel" trägt. Die CIA-Hacker versetzen demnach das Smart-TV-Gerät in einen Zustand des "Fake Off", sodass dem Besitzer suggeriert wird, es sei ausgeschaltet. Derweil nutzen sie aber die Mikrofone und Webcams des Fernsehers zur Überwachung. Außerdem soll die CIA die Verschlüsselung von Diensten wie WhatsApp, Signal oder Telegram umgehen können.

Insgesamt zeigen die Dokumente, dass die CIA die Überwachung des Cyberspace nicht der National Security Agency (NSA) überlassen will, die ihrerseits über einen stattlichen Werkzeugkasten für Cyberangriffe verfügt. Aus Sicht von WikiLeaks hat die CIA mittlerweile ihre "eigene NSA" aufgebaut.

Vor ziemlich genau zwei Jahren hatte der damalige CIA-Chef John Brennan bereits angekündigt: "Wir müssen unsere Aktivitäten und Operationen in der digitalen Welt ins Zentrum all unserer Anstrengungen stellen." Der Geheimdienst wolle künftig verstärkt auf die Arbeit im Internet setzen. Kurz darauf hatte "The Intercept" enthüllt, dass die CIA versucht, iPhones und iPads auszuspionieren. Die nun von WikiLeaks veröffentlichten Dokumente zeigen mehr solcher Details.

Nach Kritik ist WikiLeaks vorsichtiger

Mit der Bearbeitung der Dokumente vor der Veröffentlichung korrigiert WikiLeaks diesmal seine Arbeitsweise. So sind die Namen der CIA-Mitarbeiter gelöscht, ebenso wurden ihre E-Mail-Adressen sowie die IP-Adressen ihrer Rechner unkenntlich gemacht.

Vergangenes Jahr hatte es scharfe Kritik am Veröffentlichungsverfahren von WikiLeaks gegeben. Unter anderem hatte der Whistleblower Edward Snowden, der zeitweise auch für die CIA gearbeitet hat, ein solches Bearbeiten von Dokumenten von WikiLeaks gefordert.

Anmerkung: In einer früheren Version dieses Textes hieß es, WikiLeaks habe Dokumente erstmalig vor der Enthüllung bearbeitet. Allerdings hat in manchen früheren Veröffentlichungen auch schon eine redaktionelle Bearbeitung stattgefunden. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

Mitarbeit: Judith Horchert, Angela Gruber

insgesamt 158 Beiträge
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heinhh 07.03.2017
1. Alle
werden überwacht und abgehört, nur Mr. Trump nicht
famd 07.03.2017
2. Wir machen uns mit unserem Technik-Hype selbst zum Gespött
"Internet der Dinge", TV, Rechner und mobile Geräte im Fadenkreuz der Hacker und Schnüffler mit Regierungsauftrag und dann dieselbe Struktur nochmal von kommerziellen Diensten und Agenturen, die die User und Benutzer zwecks Produktwerbung ausspionieren und nochmal die gleiche Struktur von Leuten, die wissen wollen wer Rechtsradikal oder Saalafist ist oder Fake-News vertreibt. Also wenn ich dass unter dem Strich sehe, dann müsste sich das Smartphone auf dem Tisch von selbst bewegen - weil sich ständig im Innern verschiedene "Dienste" die Klinke in die Hand geben. Und dann soll ich per Mobilgerät mir eine Fahrgemeinschaft nutzen können oder mein Garagentor vorher öffnen lassen, die Heizung steuern? Ich bin doch nicht blöd - wenn mir dabei so viele Verrückte zusehen und mein Wohnung in Brand stecken - damit Versicherer von selbst mich kontaktieren?
discprojekt 07.03.2017
3. Also,
da bin ich baff. Eigentlich kann man sonst den Medien entnehmen, dass China, Iran, Russland und Nordkorea die Hacker sind. Und nun das. Aber nicht erst seit Trump, oder?
wopress1104 07.03.2017
4. ?
Das kann doch nicht wahr sein. So was macht doch nur Putin und seine Geheimdienste.
der_unbekannte 07.03.2017
5. Unglaubwürdig
Wenn die CIA/NSA unter der Regierung von Obama Trump nicht abgehört haben, dann fresse ich einen Besen mitsamt Stiel. Ich kann mir auch nicht vorstellen dass jeder abgehört wird, aber nicht ein VIP und Ex-Präsidentschaftskandidat wie Trump.
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