WikiLeaks-Enthüllungen "Vault 7" Ex-CIA-Mitarbeiter wegen Datenweitergabe angeklagt

Unter dem Titel "Vault 7" gaben Tausende auf WikiLeaks veröffentlichte Dokumente Einblick in den Spionage-Werkzeugkasten der CIA. In den USA wurde nun Anklage gegen die mutmaßliche Quelle erhoben.

Zeichen der amerikanischen Central Intelligence Agency (Archivbild)
DPA

Zeichen der amerikanischen Central Intelligence Agency (Archivbild)


In den USA ist ein Ex-CIA-Mitarbeiter angeklagt worden, weil er Dokumente an die Enthüllungsplattform WikiLeaks weitergegeben haben soll. Der 29-jährige Software-Entwickler Joshua Adam Schulte soll 2016 als geheim eingestufte Informationen des US-Geheimdiensts (Central Intelligence Agency, kurz CIA) gestohlen haben, wie das Justizministerium am Montag (Ortszeit) mitteilte.

Im März 2017 hatte WikiLeaks Informationen über die Hacker-Aktivitäten der CIA veröffentlicht. Titel der mehrteiligen Enthüllungen war "Vault 7". Schulte wird verdächtigt, die Quelle für genau diese Veröffentlichung zu sein - auch wenn der Name WikiLeaks in der aktuellen Mitteilung des Ministeriums nicht auftaucht. Dort ist nur die Rede davon, dass Schulte sein Material an eine auf Enthüllungen spezialisierte Organisation weitergegeben haben soll.

Darum ging es bei "Vault 7"

Die internen Dokumente aus dem Fundus der CIA legten nahe, dass der US-Geheimdienst schon seit Längerem dabei ist, dem Abhördienst NSA nachzueifern, und dass er eigene Spionage-Werkzeuge besitzt. Die knapp 9000 Dokumente und Dateien gaben einen Überblick über das CIA-Repertoire an Angriffswerkzeugen, darunter Schadsoftware wie Viren und Trojaner. Außerdem soll die CIA gezielt noch offene Schwachstellen in Systemen ausnutzen, sogenannte Zero-Day-Exploits.

Die CIA spioniert "Vault 7"-Dokumenten zufolge außerdem nicht nur aus den USA. Hacker des Dienstes sind oder waren gemäß den Enthüllungen auch im amerikanischen Generalkonsulat in Frankfurt am Main tätig.

Wie die "Washington Post" im Mai berichtete, arbeitete der Beschuldigte für die CIA an der Entwicklung von Spionageprogrammen. Er war im vergangenen Jahr festgenommen worden, nachdem Ermittler im Zuge einer Hausdurchsuchung Darstellungen von Kindesmissbrauch auf seinem Computer entdeckt hatten. Auch dafür muss er nun vor Gericht. Schulte plädiert in diesem Fall auf "nicht schuldig".

Der Anklage waren viele Monate der Ermittlungen voraus gegangen, während derer Schulte - ohne Anklage - in einem Gefängnis in Manhattan saß.

gru/dpa

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