Netzwelt


Zahlungsabwicklung: Island verbietet Spendenblockade gegen WikiLeaks

Etappensieg für WikiLeaks: Islands Oberster Gerichtshof weist einen Finanzdienstleister an, Spenden an WikiLeaks weiterzuleiten. Die Plattform will nun gegen weitere Blockierer klagen.

Die isländische Partnerfirma des Kreditkartenriesen Visa muss Spendenzahlungen an WikiLeaks abwickeln. Das hat der Oberste Gerichtshof Islands entschieden. Sie drohen dem Visa-Partner Valitor für den Fall der Weigerung Geldbußen an. Die Firma hat nun 15 Tage Zeit, den Richterspruch umzusetzen, danach wird an jedem Tag, an dem sich der Visa-Partner gegen die Weiterleitung von Spendengeldern weigert, ein Strafgeld von umgerechnet gut 5000 Euro fällig.

Gegenüber "The Register" erklärte der Journalist und WikiLeaks-Sprecher Kristinn Hrafnsson, man bereite sich nun auf gerichtliche Auseinandersetzungen mit internationalen Unternehmen vor. Hrafnsson: "Dabei gehen wir Schritt für Schritt vor und konzentrieren uns auf ihre Vertragspartner, die sich politischem Druck gebeugt und die weltweite Spendenblockade angeordnet haben."

Nachdem WikiLeaks im November 2010 mehrere geheime amerikanische Botschaftsberichte veröffentlicht hatte, hatten Visa, Mastercard und auch PayPal die Weiterleitung von Spendengeldern an die Plattform eingestellt. PayPal berief sich zur Begründung der Maßnahme darauf, das US-Außenministerium habe festgestellt, WikiLeaks sei in illegale Aktivitäten verstrickt.

Allerdings hat sich die Einschätzung der Lage seit dem Sommer 2012 nicht grundlegend geändert. Denn die isländische Gerichtsentscheidung bedeutet nicht automatisch, dass auch die US-Firma Visa wieder Zahlungen weiterleiten muss.

meu

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insgesamt 10 Beiträge
Dr.pol.Emik 25.04.2013
… und ein wunderbarer weiterer Beleg dafür wie heute Recht geschaffen wird, nämlich mit der Faust. Die USA sagt an, der Rest hat zu folgen. Dieses Strickmuster zieht sich doch durch und man kann es auf diverse andere Fälle [...]
… und ein wunderbarer weiterer Beleg dafür wie heute Recht geschaffen wird, nämlich mit der Faust. Die USA sagt an, der Rest hat zu folgen. Dieses Strickmuster zieht sich doch durch und man kann es auf diverse andere Fälle übertragen in denen einfach auf Geheiß der USA sanktioniert und blockiert wird. Ob Island jetzt wohl in höchster Not ist und alsbald selber auf der Sanktionsliste der USA erscheint? wundern würde es mich nicht. Ohnehin Hut ab vor den Isländern, die meinen das irgendwie ernst mit der Demokratie: Wie Island den Euro rettete und nun im Medien-Sumpf ersoffen ist (http://qpress.de/2013/03/30/wie-island-den-euro-rettete-und-nun-im-medien-sumpf-ersoffen-ist/) … ist eine kleine Homage an die Insulaner, die leider viel zu wenig bei uns in den Medien präsent sind. Nehmen wir Island einfach als löbliches Beispiel dafür, dass dort Demokratie und Rechtsstaatlichkeit noch etwas mehr im ursprünglichen Sinne funktionieren als in dem völlig kaputten Rest-Europa. Ich sehe es als gutes Zeichen und freue mich auch für Wikileaks.
EvilGenius 25.04.2013
In Island meint man es eben noch ernst mit Demokratie und Rechtsstaatlichkeit.
In Island meint man es eben noch ernst mit Demokratie und Rechtsstaatlichkeit.
westenmax 25.04.2013
Man kann es aber auch anders sehen. Eine gewählte Regierung wurde von einer lauten, aggressiven Minderheit dazu gezwungen, seinen Verpflichtungen nicht nachzukommen. Soviel zum Parlamentarismus. Internationale Gläubiger wurden [...]
Man kann es aber auch anders sehen. Eine gewählte Regierung wurde von einer lauten, aggressiven Minderheit dazu gezwungen, seinen Verpflichtungen nicht nachzukommen. Soviel zum Parlamentarismus. Internationale Gläubiger wurden nicht entschädigt. Die Entschädigungskosten mussten die anderen Regierungen tragen. Die Großanleger werden ihr Geld nie zurückbekommen. Soviel zur Rechtsstaatlichkeit. Zu anderen Zeiten hätte man solch eine aufsässige Insel militärisch befreit. Man stelle sich nur vor, solch ein Beispiel hätte Schule gemacht.
flachatmer 25.04.2013
Was wird denn das da gerade für ein Kommunismus? Korrupte Politiker dürfen den wahren Gesellschaftsträgern und Mehrleistern plötzlich vorschreiben, mit wem die Handel betreiben müssen? Hat deren Präsi auch schon Umfragewerte wie [...]
Was wird denn das da gerade für ein Kommunismus? Korrupte Politiker dürfen den wahren Gesellschaftsträgern und Mehrleistern plötzlich vorschreiben, mit wem die Handel betreiben müssen? Hat deren Präsi auch schon Umfragewerte wie Merkel, Obama und Kim Jong Il?
darksystem 25.04.2013
Richtig so. Wer sich verzockt hat eben Pech gehabt. Ich bin auch strikt dagegen das wir, als deutsche Steuerzahler, mit unseren Steuergeldern marode Banken "retten" müssen. Wenn sich eine isländische Großbank [...]
Zitat von westenmaxInternationale Gläubiger wurden nicht entschädigt. Die Entschädigungskosten mussten die anderen Regierungen tragen. Die Großanleger werden ihr Geld nie zurückbekommen.
Richtig so. Wer sich verzockt hat eben Pech gehabt. Ich bin auch strikt dagegen das wir, als deutsche Steuerzahler, mit unseren Steuergeldern marode Banken "retten" müssen. Wenn sich eine isländische Großbank verzockt, haben die Anleger eben Pech gehabt. Wenn ich an der Börse nen paar Milliarden in den Sand setze rettet mich auch niemand. Die anderen Regierungen haben die Kosten der Gläubiger übernommen weil ihnen, genau so wie unserer Frau Merkel, der Arsch fehlt zu sagen "Pech gehabt, eure Kohle, eure Schuld". Unser gesamtes Finanzsystem ist so dermaßen aufgebläht das "Großanleger" welche sich verzocken die Banken mitreißen wo UNSER Geld und das Geld unserer Arbeitgeber (welcher ggf. selbst Großinvestor ist) liegt womit wir unmittelbar betroffen sein können wenn die Bank nicht gerettet wird und ihre Gläubiger (unsere Arbeitgeber) viel Geld verlieren. DAS MUSS SICH ÄNDERN, und das ändert sich nicht durch braves Ausbügeln der Fehler auf ein ewiges "weiter so, passiert schon nicht nochmal". Btw: 59,6% aller Wahlberechtigten sind also eine "laute, aggressive Minderheit". Tolles Demokratieverständnis haben Sie da. Es ist völlig egal wo Sie Ihr Geld investieren. Geht die Firma pleite bleiben Sie darauf sitzen. So ist es und so muss es sein. Egal um welchen Größenrahmen es sich handelt.
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  • Donnerstag, 25.04.2013 – 12:46 Uhr
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Zum Autor
  • Richard Meusers sitzt im Garten und sieht seinen Blumen beim Wachsen zu. Ansonsten hat er ein Auge auf Digitales und Mediales.






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