Von Richard Meusers
Den Verkaufsbeginn von Microsofts neuem Betriebssystem Windows 8 nehmen Online-Betrüger zum Anlass für neue Maschen. Sie nutzen aus, dass die Anwender unsicher und mit dem neuen System nicht vertraut sind. Das macht sie anfällig für das Angebot vermeintlicher Sicherheitspakete oder Download-Möglichkeiten.
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und der IT-Sicherheitsdienstleister Trend Micro warnen vor zwei Betrugsvarianten, mit denen es Abzocker derzeit besonders oft versuchen.
Zum einen sei eine Schadsoftware namens TROJ_FAKEAV.EHM im Umlauf, die sich als Antivirenwächter ausgibt und betroffenen Anwendern einen Virenbefall ihres Rechners vorgaukelt. Dermaßen eingeschüchtert, soll der Windows-8-Nutzer ein angebliches Schutzprogramm zur Abhilfe kaufen. Auch wenn diese Art von Scareware immer wieder im Netz verbreitet wird, handele es sich hier um eine speziell auf Windows 8 zugeschnittene Variante. Die erforderlichen Anpassungen an die neue Plattform seien jedoch marginal, weshalb Betrüger sehr schnell auf die Veröffentlichung neuer Betriebssysteme reagieren können.
Betrüger versprechen Gratis-Windows
Daneben versuchen Online-Nepper, Windows-8-Interessenten mit kostenlosen Downloads zu ködern. Potentielle Opfer erhalten eine E-Mail, die zum Besuch einer Webseite auffordert, auf der angeblich die neue Windows-Version zum Herunterladen bereitsteht. Das angebliche Betriebssystem muss nicht bezahlt werden, allerdings wird die Angabe persönlicher Daten (E-Mail-Adresse, Passwort) verlangt.
Mit diesen Informationen können Cyberkriminelle wiederum weiteres Unheil anrichten. Generell gelte für derlei Angebote der Satz "zu schön, um wahr zu sein", so Trend Micro. Angebliche Gratisangebote bei neuer Technik stellten zumeist eine Falle dar.
Überdies hätten Anwender von Windows 8 weniger Grund zur Angst vor Virenbefall als Nutzer anderer Betriebssysteme. Die Programmplattform ist bereits ab Werk mit einem Schutzprogramm namens Windows Defender ausgestattet. "Für den Privatanwender ist der hierdurch bereitgestellte Schutz in der Regel ausreichend", urteilt das BSI. Seit Windows Vista ist der Windows Defender bei allen neuen Windows-Versionen vorinstalliert. Anwender von Windows XP und Windows Server 2003 können die Software kostenlos nachinstallieren.
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