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Zugriff auf Geheimdokumente: Snowden nutzte angeblich auch Kollegen-Passwörter

Edward Snowden in Moskau: Angestellte überredet, ihr Passwort zu nennen Zur Großansicht
AP/ LifeNews via Rossia 24

Edward Snowden in Moskau: Angestellte überredet, ihr Passwort zu nennen

Wie genau kam Edward Snowden an geheime Informationen über die Spähpraktiken der NSA? Der Whistleblower soll Kollegen überredet haben, ihm ihre Zugangsdaten weiterzugeben, berichtet Reuters. Einige Betroffene sollen bereits von ihren Aufgaben suspendiert worden sein.

Wie konnte ein Systemadministrator auf zahlreiche Geheimdokumente zugreifen? Dass Whistleblower Edward Snowden die Passwörter hochrangiger NSA-Mitarbeiter genutzt hat, war schon im Sommer gemutmaßt worden. Die Nachrichtenagentur Reuters schildert nun detaillierter, wie Snowden vorgegangen sein könnte.

Aus Ermittlerkreisen heißt es demnach, Snowden habe Anmeldeinformationen und Passwörter verwendet, die ihm Arbeitskollegen der NSA-Außenstelle Hawaii überließen. Nach Angaben eines ungenannten Informanten soll Snowden 20 bis 25 NSA-Mitarbeiter zur Datenweitergabe überredet haben, indem er behauptete, er brauche die Informationen für seine Arbeit als Systemadministrator.

Eine weitere Quelle, "nah an verschiedenen Untersuchungen der US-Regierung", sagte gegenüber Reuters, dass "eine Handvoll" betroffener Mitarbeiter bereits identifiziert worden sei: Die Angestellten seien befragt und von ihren Aufgaben abgezogen worden. Ob die Mitarbeiter entlassen oder mit neuen Aufgaben betraut wurden, konnte aber keiner der Insider sagen. Unklar sei auch, gegen welche konkrete Regel die Mitarbeiter mit ihrer Passwortweitergabe verstoßen haben.

Die NSA wollte sich zu den Angaben nicht äußern. Den von Reuters zitierten Quellen zufolge fällt es den amerikanischen Ermittlern übrigens schwer, herauszufinden, wie viele und welche Daten genau Snowden heruntergeladen hat. Die US-Regierung dagegen behauptet, den Umfang der kopierten Daten gut einschätzen zu können.

mbö/Reuters

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1. Wie einfaches doch
eisbaerchen 08.11.2013
Zitat von sysopAP/ LifeNews via Rossia 24Wie genau kam Edward Snowden an geheime Informationen über die Spähpraktiken der NSA? Der Whistleblower soll Kollegen überredet haben, ihm ihre Zugangsdaten weiterzugeben, berichtet Reuters. Einige Betroffene sollen bereits von ihren Aufgaben suspendiert worden sein. http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/zugriff-auf-geheimdokumente-snowden-nutzte-wohl-20-fremde-passwoerter-a-932515.html
sein kann...keine brut force attacken usw., einfach mal die Kollegen nach dem Passwort fragen...das wirkt schob belustigend vor dem Hintergrund der ganzen Affäre...;-)
2. optional
xxbigj 08.11.2013
Die verlieren ihren Job weil der Systemadministrator ihnen gesatgt hat die PW zur überprüfung herauszugeben?? Das mach ich bei mir auch wenn ich mit der IT Abteilung telefoniere. Die USA ist aber schon noch ein Rechtsstaat?? Verhalten tun sie sich nicht so! Snowden ist und bleibt ein Held für mich! Asyl ist möglich und wird verweigert von Merkel Punkt aus Ende!
3. das ist eigentlich Standard/Üblich...
sok1950 08.11.2013
Viele Installationen und/oder Fehlersuche funktionieren nur, wenn der Admin oder Supporter Zugriff auf den Benutzeraccount und damit die Passwörter hat. Es ist dann schlicht die Aufgabe des User, nach der Installation oder Fehlersuche das Passwort zu ändern - schließlich weiß der User, dass er sein Passwort herausgegeben hat und wann der Grund sich erledigt hat.
4.
Zaunsfeld 08.11.2013
Das sollen die erst mal beweisen, bevor man denen auch nur ein Wort glaubt. Dass die Geheimdienste und "Ermittler" seit Monaten mit allen möglichen, mittlerweile sogar widerlegten Lügen und Falschbehauptungen versuchen, Snowden irgendwelche niederen Motive zu unterstellen, hat eh schon jeder intelligente Mensch mitbekommen ... blabla Überwachung hat schon 5 Millionen Terroranschläge verhindert ... blabla Snowden hätte die Daten den Russen gegeben ... blabla Snowden als Agent der Chinesen ... blabla .... mittlerweile alles als Lügen überführt. Und jetzt die Behauptung, Snowden hätte 25 (!) Arbeitskollegen ausgenutzt, indem er deren Passwörter missbräuchlich verwendet habe. Wer soll denn das glauben? 25 Geheimdienstmitarbeiter geben also angeblich ihre Passwörter an jemanden weiter, der nicht dazu befugt ist, und von 25 Geheimdienstmitarbeitern, meldet keiner irgendwas oder wird wenigstens mal stutzig. Also entweder arbeiten da nur Volldeppen oder die Geschichte ist wieder mal nur ein Versuch, Snowden in schlechtem Licht darzustellen ... diesmal halt eben die Masche "Kollegenschwein".
5. Vielfacher Irrtum
SpiegleinOhneWand 08.11.2013
ich bin kein Sysadd bei der NSA... ABER: Es ist generell eine irrige Annahme, dass man als SysAdd keinen Zugriff auf Daten hat. Kennwörter sind Kennwörter, damit sie keiner Kennt außer mir! Ich habe schon oft erlebt, das Firmen die Kennwörter ihrer Mitarbeiter aufschreiben lassen, um im "Notfall" Zugriff zu erhalten. Aber der Systemadministrator hat nunmal zugriff auf alle Daten (meinetwegen noch mit strukturellen Einschränkungen). Das Kennwort von Mitarbeitern braucht er trotzdem nicht. Im zweifel kann ein Sysadd einfach ein neues für den Mitarbeiter generieren. Denn das System von Kennwörtern wird ja ad absurdum geführt, wenn ich sie dritten verraten muss ^^ Da fängt doch in der Presse wieder wilde Spekulation an, schätze ich...
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